Initiative für Bonnenbroich

Seit über mehreren Jahrzehnten wurden auch in Bonnenbroich, Flächen für den Bau einer Strasse, der „Inneren Osttangente“ freigehalten. Diese Flächen haben seit Beginn der IOT-Planung bis heute verschiedene Aufgaben im Stadtbild übernommen und wurden, nachdem die IOT nicht mehr gewollt war, anderen Bestimmungen zugeführt.

Guido Gauls mit Georg Knoben

Mönchengladbach – Die Freiflächen zwischen Ritterstrasse und Bonnenbroicher Strasse und von der Ritterstrasse zur Eichenstrasse blieben nahezu ungenutzt. Dort entstand ein betreuter Abenteuerspielplatz mit naturbelassenen Grünflächen, die als Spiel- und Verweilflächen genutzt werden. Diese Flächen sind in den letzten Jahren als Begegnungsstätte bei den Bonnenbroicher Bürgern zum wichtigen Bestandteil ihres Wohnumfeldes geworden.

Die Verwaltung möchte nun mit dem in 2018 vorgestellten Bebauungsplan diese städtischen Flächen als baureife Grundstücke an einen Investor verkaufen, um dort 40 Wohnungen bzw. Einfamilienhäuser zu bauen.

Um die dort wohnenden Bürger über diese Maßnahmen zu informieren, hatten Georg Knoben und Guido Gauls im April 2019 zu einem Informationstag eingeladen, um mit ihnen über dieses Vorhaben zu diskutieren. Mehr als 400 Anwohner haben sich daraufhin mit ihrer Unterschrift gegen diesen Bebauungsplan ausgesprochen. Mehr als verwunderlich war auch die Tatsache, dass EWMG auf einer Baumesse im März 2019 mit einem Flyer für Kaufinteressenten für dieses Bauobjekt warb, obwohl es noch keine Nutzungsgenehmigung und auch keinen Bebauungsplan gab.

Obstwiese

Falls dort gebaut werden sollte, ist das Verkehrschaos jetzt schon absehbar. Die Dohlerstrasse, Hauptverkehrsverbindung zwischen Mönchengladbach und Geneicken, wurde vor fünf Jahren verkehrsberuhigt umgebaut, d.h. Parkplätze wurden weggenommen und man kann nur noch in Schlangenlinien fahren. Wenn sich auf dieser Strasse zwei Busse entgegenkommen, ist das Chaos perfekt. Bevor also ein Bebauungsplan beschlossen werden kann, sollte zuerst ein schlüssiges Verkehrskonzept zur Entlastung der Dohlerstrasse erarbeitet werden.

Abenteuerspielplatz

Vor 10 Jahren kaufte Georg Knoben von der Stadt Mönchengladbach ein Grundstück an der Bonnenbroicher Strasse, um dort seine Schreinerei aufzubauen. Laut Verordnung des Landes NRW darf aus Lärmschutzgründen aber in einem Abstand von 100 Metern keine Bebauung durchgeführt werden. Auch die Handwerkskammer Düsseldorf hat dies bestätigt.

Wenn also dort wirklich gebaut werden sollte, wird den Bonnenbroicher Bürgern ein Teil ihrer Lebensqualität genommen, denn es gibt in unmittelbarer Nähe Häuserblocks, die nur über einen winzigen oder gar keinen Balkon verfügen und somit froh sind, wenn sie in den Sommermonaten ihre Freizeit auf den Grünflächen verbringen können.

Fazit ist: den Anliegern wird offenbar vermittelt, dass der Bebauungsplan beschlossene Sache sei. Das Baurecht ist allerdings noch nicht vorhanden und somit werden die Anlieger getäuscht, denn die Politik hat diesem Bebauungsplan noch nicht zugestimmt und die Bürgerbeteiligung ist noch nicht abgeschlossen und jeden Tag kommen immer wieder Bürger, die ihre Unterschrift gegen den Bebauungsplan abgeben.            (Text: Marlene Katz)