Integrationsrat startete mit neuem Schwung in die Ratsperiode

In der Festhalle kam am Donnerstagabend erstmals der neu gewählte Integrationsrat der Stadt Viersen zusammen. Nur 6,46 Prozent der Wahlberechtigten hatten bei der diesjährigen Kommunalwahl über die Zusammensetzung entschieden.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Geschrumpft ist der Viersener Integrationsrat bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr. Von 11.312 Wahlberechtigten nutzten nur 731 ihr Stimmrecht, am Ende blieben 713 gültige Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 6,46 Prozent übrig.
Bei der Wahl des Integrationsrates entfielen auf die Interkulturelle Liste 56,24 Prozent (401 Stimmen) und auf den Einzelkandidaten Furkan Er 43,76 Prozent. Hierdurch konnte zwar die Interkulturelle Liste mit dem Vorsitzenden Özgür Öztürk sieben Sitze „ergattern“, doch verfallen vier der fünf erreichten Sitze des Einzelkandidaten.

Für die Menschen mit Migrationshintergrund setzen sich auf der Interkulturellen Liste nun Özgür Öztürk, Iosif Tsivalidis, Houda Zarzouri, Nikolaos Ioannidis, Alpay Sargin, Christos Dimoulas sowie Samira Aba-Zaid ein, als Einzelvertreter ist Furkan Er Ansprechpartner. Ergänzt wird der Integrationsrat durch die Vertreter der politischen Fraktionen, lediglich die AFD hatte auf ihre mögliche Vertretung verzichtet.

Gewählt wurde in einer geheimen Sitzung zum neuen Vorsitzenden Özgür Öztürk, welcher ebenfalls in der DITIB-Moschee an der Süchtelner Straße aktiv ist. Vertreten wird er durch Iosif Tsivalidis (1. Stellvertreter) und Houda Zarzouri (2. Stellvertreterin). Als Geschäftsführerin wird Emine Akgül für Fragen zur Verfügung stehen.
Iosif Tsivalidis war bereits im letzten Integrationsrat als Stellvertreter engagiert, seine erworbenen Kenntnisse möchte er nun an die neu gewählten Mitglieder weitergeben, damit der Rat tatkräftig in den kommenden Jahren die Anliegen der Migranten in der Stadt Viersen vertreten kann.

Gewählt wurde in einer geheimen Sitzung zum neuen Vorsitzenden Özgür Öztürk, welcher ebenfalls in der DITIB-Moschee an der Süchtelner Straße aktiv ist. Vertreten wird er durch Iosif Tsivalidis (1. Stellvertreter) und Houda Zarzouri (2. Stellvertreterin). Foto: Rheinischer Spiegel

Über eine Unterstützung der Tanzgruppe der „Kleinen Sternchen“ wurde während der ersten Sitzung ebenso positiv entschieden, wie über einen Sprachkurs mit Beratung oder einer Nachhilfe für Kinder des „Integrationsvereins für Russlanddeutsche“.

Mit neuem Schwung und einer größeren Präsenz möchten die Migrantenvertreter in den kommenden Jahren aktuelle Themen sowie bereits bekannte Projekte erneut aufrollen, darunter ein Raum für die rituelle islamische Totenwaschung im Viersener Krankenhaus. Ebenfalls in das „eingeschlafene“ Büro des Integrationsrates soll neues Leben einkehren, die Weichen dazu wurden zumindest bereits in dieser Sitzung gestellt.

„Wir wollen zudem mit einem neuen Logo ein neues Gesicht zeigen, ein Instagram-Auftritt steht bereits“, so Özgür Öztürk, „zudem werden wir auf den Social-Media-Plattformen alle Mitglieder und unsere Ziele in verschiedene Sprachen präsentieren.“ Geplant sind Videos und Vorstellungen ebenso auf Facebook.
„Gerade die vergangene Wahlbeteiligung hat gezeigt, dass die Anerkennung des Integrationsrates bei den Bürgern mit Migrationshintergrund der Stadt Viersen nicht groß ist“, ergänzte der Vorsitzende, „daran möchten wir arbeiten und zeigen, dass man alle Mitglieder jederzeit ansprechen kann.“ (ea)