Interkulturelle Woche mit Musik und Kunst eröffnet

In der Jugendsportlocation „Die Insel“ drehte sich zum Beginn dieser Woche alles um das Miteinander fern der Sprache, Hautfarbe oder Geburtsort. Unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ startete die diesjährige interkulturelle Woche.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die Stimmen des neu gegründeten internationalen Chors „Intak-T“ wurden ergänzt von Chorleiter Viktor Rollmann, der gekonnt sein Akkordeon bediente. Russische und deutsche Worte verbanden sich, wurden vom Wind hinweggetragen. Sie bewiesen, wie einfach interkulturell und international sein kann, wie viele Gemeinsamkeiten, wie viel Verbundenheit die Teilnehmer verband.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In der Jugendlocation „Die Insel“ präsentierte der syrische Hobbymaler Hussain Haji seine Werke. Haji lebt mittlerweile seit vier Jahren in Deutschland, zwei Jahre davon in Viersen. Haji hat Agrarwissenschaften studiert und erst nach seiner Flucht mit der Malerei begonnen. In seinen Bildern ist die Leidenschaft zu erkennen, die er seit seiner Kindheit in sich trägt. Heute malt er in seinem Schlafzimmer und malt, was ihn berührt. „Man hat keine Motive für Dinge, die man mag“, lächelt Haji. „Was man mag, das ist selbst ein Motiv.“ Sport, Verfolgung und auch ein Appell gegen die Unterdrückung und die Ungerechtigkeit entstanden aus Öl und Acryl. Die Kunstwerke zogen bereits am nächsten Morgen in die Königsburg Süchteln um, wo sie bis zum 4. Oktober 2020 zu sehen sein werden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Der Kontakt ist über das Jobcenter entstanden, sagte Maryam Rassa vom Koordinationsbereich Jugendschutz, Partizipation und Prävention der Stadt Viersen. Eine Sachbearbeiterin berichtete von dem syrischen Maler, hatte selbst Bilder auf dem Handy. „Er ist eine Bereicherung nicht nur für die interkulturelle Woche“, so Maryam Rassa. „Unsere Stadt profitiert von solchen Talenten.“

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der internationalen Chorgruppe „Intak-T“ begleitet, die gerade frisch gegründet in den neuen Räumen des Quartiersbüros Treffpunkt Mitte innerhalb der Anne-Frank-Gesamtschule Viersen, Lindenstraße 7, einen Platz gefunden hat und dort alle zwei Wochen Montags proben wird. Den Impuls zum musikalischen Miteinander gab die Quartiersmanagerin Melina Genc-Charpantidis, welche sich über weitere Mitglieder freut und auch selber stimmlich die Gruppe unterstützt (Kontakt: Tel: 02162 2667618, melina.genc-charpantidis@viersen.de).

Die Interkulturelle Woche wird organisiert von der Integrationsagentur der Diakonie, dem Quartiersbüro Treffpunkt Mitte, der Familienberatung des Jugendamtes und den städtischen Integrationsfachkräften. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming