Irmgardis-Rallye begeisterte mit „alten“ Schätzchen

Rallye-Fieber breitete sich am Wochenende bei der Süchtelner Irmgardis-Rallye aus, an der über neunzig Young- und Oldtimer mit vier sowie zwei Rädern teilnahmen. Mittlerweile zum neunten Mal veranstaltete der Motorsportclub Süchteln im ADAC e.V. (MSC) die Rallye, deren Strecke 120 Kilometer durch den Niederrhein führte. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Viele helfende Hände, Musik vom Vierscher Rat Pack, Überraschungen für die Kleinen durch das Josefshaus Süchteln und eine hervorragend ausgearbeitete Strecke durch die Sportwartin Alexandra Hurschler ergaben zusammen das Grundgerüst für die neunte Auflage der Irmgardis-Rallye, die erneut in diesem Jahr durch den Motorsportclub Süchteln im ADAC e.V. (MSC) präsentiert wurde. Über neunzig Teilnehmer hatten sich angemeldet, ganz vorne dabei als älteste Fahrzeuge ein Opel 6 Cabrio aus dem Jahr 1936, ein BMW Cabrio 327/28 aus dem Jahr 1939 und aus dem gleichen Jahr ein Rover HP 16 Dropheadcoupe. Die teilnehmenden Zweiräder waren dabei etwas jünger, dass älteste liebevoll gepflegte Schätzchen, aus dem Jahr 1943, war ein Zündapp KS 750 Wehrmachtsgespann. Gefahren wurde die Strecke in zwei Teilen – zunächst ging es in den Westkreis, dann in den Ostkreis und sogar teilweise über die Grenze des Kreises Viersen hinaus.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit dem Start wurden die besten Wünsche für die Strecke von 120 Kilometern, die weniger Geschwindigkeit als mehr Orientierung erforderte, ebenso durch den MSC-Vorstand, wie auch durch den Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger ausgesprochen – dieser ließ es sich ebenfalls nicht nehmen selber mitzufahren. 
In diesem Jahr machten sich die Süchtelner Motorsportfreunde zudem ein besonderes Jubiläum zunutze: Der Autokonzern Opel feierte sein 120-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde unter den teilnehmenden Fahrzeugen der traditionsreichen Marke der „Opel-Pokal“, ausgefahren – für die Besitzerinnen und Besitzer eine doppelte Chance, einen der Siegerpokale entgegenzunehmen.

Am Ende freuten sich gewohnt mehrere Sieger, denn jede Klasse hatte ihre eigene Chance auf das Siegerpodest. Heinz Mundt und sein Rover HP16 DHC sicherten sich den ersten Platz in der Klasse bis Baujahr 1945, bis Baujahr 1958 war Rolf Beyer mit einem Triumph TR2 Roadster ganz vorne dabei. Den ersten Platz der Klasse 3 bis Baujahr 1968 errang Rolf Klein mit einem Lancia Flaminia. Die Klasse 4 bis Baujahr 1978 schloss Wolfgang Puller im Mercedes 280 SE erfolgreich ab, bis zum Baujahr 1988 siegte Walter Scott im Mercedes 380 SEL und bei den Youngtimer bis Baujahr 1994 fuhr Nicolas Ehm gemeinsam mit einem Diamond Mitsubishi Eclipse erfolgreich in Süchteln ein. Den Sieg in der Klasse der Motorräder sicherte sich Luca Pfennings mit einer Tornax T175.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Begleitet von der Live-Musik bot sich die Gelegenheit zu dem einen oder anderen Gespräch mit den Fahrern zum „Fachsimpeln“ oder zum Stöbern in den angebotenen Ersatzteilen – bevor dann der heiß erwartete Startschuss fiel. Dass die Süchtelner ein Herz für den Motorsport haben, zeigt ein Blick auf die Geschichte des MSC Süchteln. Gegründet im Jahr 1925 gehörten schon damals Suchfahrten und Geschicklichkeitsturniere dazu. Eine Zeit, in der Süchteln zudem noch über eine Motorsportbahn verfügte. Viele Jahre danach, 1951, entstand dann der heutige Motorsport-Club e. V. im ADAC (www.msc-suechteln.de), der es sich nicht nehmen ließ im Jahr nach seiner Gründung eine Fuchsjagd zu veranstalten. Schon hier war das Interesse groß und so wurde die zu diesem Zeitpunkt bestehende Moto-Cross-Bahn rege bis zu ihrer Einebnung 1981 mit zahlreichen motorsportlichen Veranstaltungen genutzt.
Im Jahre 2011 rief der MSC Süchteln erstmals die Irmgardis-Rallye ins Leben, die mittlerweile Oldtimer-Fans weit über die Grenzen der Region anzieht. (nb) 

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming