Irmgardis-Rallye: „Herbie“ auf großer Fahrt

Rund neunzig Teilnehmer waren zur achten Irmgardis-Rallye gemeldet, die auf 125 Kilometern zwei Etappen zu bewältigen hatten. Am Ende konnte Thomas Schöppens mit seinem „Herbie“ den Gesamtsieg für sich verzeichnen.

Viersen-Süchteln – Vom Start in Süchteln, über die Sonderprüfung in Kempen bis hin zur Durchgangskontrolle in Waldniel galt alle Aufmerksamkeit den fahrenden Schätzen auf zwei und vier Rädern bei der mittlerweile achten Irmgardis-Rallye des Motorsportclubs Süchteln (MSC). Kein Wunder, ließen die gemeldeten Fahrzeuge doch jedes Liebhaberherz höher schlagen. Von einem BMW 327 (Bj. 1939), über einen Cadillac Sedan (Bj. 1956) bis hin zu einem Opel GT (Bj. 1970) oder einem Mercedes Benz 320 SL (Bj. 1993) war das Starterfeld bunt gemischt, während die Veranstalter ein passendes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt hatten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Begleitet von der Musik eines traditionellen Leierkastenmanns und dem Swing des Vierscher Ratpacks bot sich die Gelegenheit zu dem einen oder anderen Gespräch mit den Fahrern zum „Fachsimpeln“ oder zum Stöbern in den angebotenen Ersatzteilen – bevor dann der heiß erwartete Startschuss fiel. Zu bewältigen hatten die Teilnehmer bei hervorragendem Wetter 125 Kilometer in zwei Etappen durch den Kreis Viersen und den Kreis Kleve, perfekt um auch die Cabrios „oben offen“ zu lassen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Der skurrilste Teilnehmer ein „Leichenwagen“, wobei es Emanuel (11) der Johnson Phantom von 1968 mit seinen 5.000 ccm und seinen 121 PS angetan hatte. Bereits seit vielen Jahren begleitet er seinen Vater nach Süchteln, der im Gespräch mit dem Süchtelner Unternehmer und selbst langjährigem Teilnehmer, Ernst August Rath, den DB 300 SL aus dem Jahr 1961 bestaunte. Unter den Teilnehmern zudem ein hoher Besuch, denn das Süchtelner Prinzenpaar in Lauerstellung, Gregor I. (Mackes) und Daniela I. (Erkens), ging in der Klasse 5 mit einem BMW e21 Baur von 1979 an den Start. „Wir hatten einen riesen Spaß und werden auch 2019 dabei sein. Die Organisation durch den MSC ist vorbildlich und so freuen wir uns 2019 wieder dabei zu sein“, so die Tollitäten. Den Gesamtsieg allerdings sicherte sich ein echter „Herbie“, der VW Käfer von Thomas Schöppens mit dem Baujahr 1963 mit 1.835 ccm und 141 PS.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Dass die Süchtelner schon seit langem ein Herz für den Motorsport haben, zeigt ein Blick auf die Geschichte des MSC Süchteln. Gegründet im Jahr 1925 gehörten schon damals Suchfahrten und Geschicklichkeitsturniere dazu. Eine Zeit, in der Süchteln zudem noch über eine Motorsportbahn verfügte. Viele Jahre danach, 1951, entstand dann der heutige Motorsport-Club e. V. im ADAC (www.msc-suechteln.de), der es sich nicht nehmen ließ im Jahr nach seiner Gründung eine Fuchsjagd zu veranstalten. Schon hier war das Interesse groß und so wurde die zu diesem Zeitpunkt bestehende Moto-Cross-Bahn rege bis zu ihrer Einebnung 1981 mit zahlreichen motorsportlichen Veranstaltungen genutzt.
Im Jahre 2011 rief der MSC Süchteln erstmals die Irmgardis-Rallye ins Leben, die mittlerweile Oldtimer-Fans weit über die Grenzen der Region anzieht. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming