Jahresbilanz 2020 der mags Mülldetektive

Auf rund 3.500 Einsätze, 180 verteilte rote Karten und 850 Verwarn- und Bußgeldverfahren blicken die zwölf mags-Mülldetektive zurück.

Mönchengladbach – Ihre wesentlichen Einsatzgebiete im vergangenen Jahr: Observieren von Containerstandorten, Ermitteln von Verursachern wilden Mülls, Ermahnen von Passanten, die achtlos Zigarettenkippen und ähnliches auf die Straßen, Bürgersteige und Plätze der Stadt werfen. Das Modell der Mülldetektive hat Vorbildcharakter über die Grenzen Mönchengladbachs hinaus. Nach einigen anderen Kommunen hat auch die Landeshauptstadt nachgezogen und das Erfolgsmodell für Düsseldorf übernommen.

►Containerstandorte

Die mags-Mülldetektive observieren regelmäßig Containerstandorte im Mönchengladbacher Stadtgebiet, um illegale Einwürfe und Beistellungen zu ahnden oder aufzuklären. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das auch 2020 nicht weniger geworden. Für die mags-Mülldetektive wirkt sich die Corona-Pandemie auf das unerlaubte Ablegen von Müll an den Standorten aus, weil viele Haushalte die Zeit für Renovierungsarbeiten genutzt haben.

So konnten vor allem im Frühjahr zahlreiche Verursacher an den Containerstandorten beobachtet werden. Ein besonders dreister Vorfall ereignete sich aber im Dezember: Da haben zwei Männer aus einem Betriebsfahrzeug eines Hausmeisterservices insgesamt sieben Müllsäcke mit Hausmüll, Verpackungen und Bauschutt in die Papiercontainer umgeladen.

►Wilder Müll

Ein wilder Müllberg von insgesamt sechs Kubikmetern wurde den Mülldetektiven im März in der Rheydter Innenstadt gemeldet. Der Müll bestand aus Abfallsäcken mit Textilien, Kartons, aber auch zwei Couchgarnituren, ein Gefrierschrank und sonstiger Sperrmüll waren dabei. Die Verursacher konnten ermittelt werden und müssen nun ein hohes Bußgeld zahlen. Das Beispiel steht exemplarisch für viele Sperrmüll-Einsätze der Mülldetektive im vergangenen Jahr.

2020 wurden verstärkt Abfälle, meist in Müllsäcken, an entlegenen Stellen wie auf Feld- und Waldwegen illegal abgelegt. Die Ermittlung nach Verursachern gestaltete sich in diesen Fällen recht schwierig, weil in der Regel nicht mit Augenzeugen zu rechnen war. Dennoch erzielten die Mülldetektive einige Ermittlungserfolge. Insgesamt fünf Müllstellen in der Natur untersuchten sie im Herbst. Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen alle fünf Müllstellen auf eine einzige Verursacherin zurück.

Im Juli wurden am Waldrand „In der Bungt“ vier Kühlgeräte illegal entsorgt. Den Fall konnten die Mülldetektive nachverfolgen: Verursacher war ein in Mönchengladbach ansässiger Schrottsammler.

►Altreifen

Den größten Fund Altreifen in den letzten Jahren gab es gleich zum Auftakt des Jahres 2020 im Januar. Unbekannte hatten an der Hundewiese Spielkaulenweg 357 Autoreifen wild entsorgt. Zahlreiche Bürger meldeten den Fund. Wenige Wochen später blockierten 138 Autoreifen einen Feldweg in Höhe des Rückhaltebeckens Wyenhütte.

Anfang November rückten die Mülldetektive beinahe täglich aus, weil es zu weiteren Meldungen zu Altreifenablagerungen in Autobahnnähe gab, darunter Funde von bis zu 50 Altreifen.

►Rote Karten

Die Einsätze, bei denen die Mülldetektive „rote Karten“ an Passanten verteilt haben, bildete 2020 einen weiteren Schwerpunkt, auch wenn es Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gab. Zwar mussten insgesamt 180 Rote Karten ausgegeben werden, die meisten Passanten verhielten sich jedoch richtig und entsorgten ihre Verpackungen oder Zigarettenkippen in den öffentlichen Müllgefäßen. Auch diejenigen, die wegen ihres Fehlverhaltens Strafen erhielten, zeigten sich überwiegend einsichtig.

Text und Fotos: mags

Eine besondere Aktion war der Littering-Aktionstag am 8. Oktober 2020. Insgesamt 24 Verstöße ahndeten die Mülldetektive an nur einem Tag. Sie waren mit mehreren Teams von 7 bis 19 Uhr an den Mönchengladbacher Hotspots wie den Innenstädten oder den Schulzentren von Wickrath und Giesenkirchen unterwegs. Ein Teil der Mülldetektive war deutlich an entsprechenden Warnjacken zu erkennen. Der andere Teil war zivil gekleidet. Auch die Kollegen der GEM beteiligten sich an der Aktion.

Allein mit den Stadtstaubsaugern sammelten die GEM-Mitarbeiter in den Innenstädten von Rheydt und Mönchengladbach etwa drei Kubikmeter Littering-Müll ein. Darunter waren Kaffeebecher, Dosen, Kippen, Zigarettenschachteln, Trinkpäckchen sowie Fast-Food-Verpackungen.