Jasmin Tabatabai eröffnete das Kulturbühnen-Finale am Hohen Busch

Die deutsch-iranische Schauspielerin Jasmin Tabatabai eröffnete das Viersen-Vielfalt-Finale am Hohen Busch, mit dem die vergangenen Wochen im Schatten der Bäume enden. Mit einem neuen Programm und neuer Zusammensetzung wurde der Abend direkt in mehrfacher Hinsicht zu etwas ganz Besonderem.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Hohen Besuch auf der Viersener Kulturbühne konnten am Freitagabend mit Jasmin Tabatabai und dem David Klein-Quartett die zahlreichen Gäste begrüßen, die nun mit gebührendem Sicherheitsabstand auch ihre Wagen verlassen durften. Bei viel zu warmen Sommerstunden präsentierte die deutsch-iranische Schauspielerin, die zu den deutschen Fernseh- und Kinostars avancierte und in der ZDF-Serie „Letzte Spur Berlin“ als Kommissarin Mina Amiri überzeugt, ihr aktuelles Album „Jagd auf Rehe“.

Hohen Besuch auf der Viersener Kulturbühne konnten am Freitagabend mit Jasmin Tabatabai und dem David Klein-Quartett die zahlreichen Gäste begrüßen, die nun mit gebührendem Sicherheitsabstand auch ihre Wagen verlassen durften. Foto: Rheinischer-Spiegel/Martin Häming

An ihrer Seite der Schweizer Musiker und Produzent David Klein mit seinem Quartett. Als Tabatabai im Jahr 2000 als Varieté-Sängerin Billie in dem Film ‚Gripsholm‘ zu sehen war, hat sie der Schweizer Komponist Klein entdeckt. „Du musst unbedingt mit mir ein Jazz-Album machen“, habe er auf Schwitzerdütsch gefordert und das Ergebnis lässt sich nun genießen.

Der Abend selbst war so vielfältig wie das Programm der letzten Wochen auf der Kulturbühne. Lieder, verschieden wie schwarz und weiß, verbanden sich und Jasmin Tabatabai beschrieb es so: „Ich bin Künstlerin und erlaube mir, mich in den verschiedensten Facetten auszudrücken.“ Für die Kulturbühne war das David Klein-Quartett zudem in teilweise neuer Besetzung angereist, am Schlagzeug zauberte weiterhin dennoch der „Alte Hase“ und Niederländer Hans Dekker mit dem Besen Rauschen und klaren Rhythmen.

Lieder, verschieden wie schwarz und weiß, verbanden sich und Jasmin Tabatabai beschrieb es so: „Ich bin Künstlerin und erlaube mir, mich in den verschiedensten Facetten auszudrücken.“ Foto: Rheinischer-Spiegel/Martin Häming

Radikale Neudeutungen von ‚River Man‘ wurden durch die Baumwipfel ebenso weggetragen wie eine meditative Version von Schuberts ‚Ständchen‘ oder ‚Why‘ von Annie Lennox. Passend zudem die ungewöhnliche Interpretation von ‚Sei mal verliebt‘ im Dreivierteltakt von Hildegard Knef – schließlich wird Jasmin Tabatabai wird gerne mit Hildegard Knef oder Marlene Dietrich verglichen.
Die im persischen Teheran geborene Musikerin sorgte mit ihren vielschichtigen Interpretationen, einer leidenschaftlichen Spielfreude und ebenfalls ihrer eigenen Komposition ‚Anymore‘ für einen unvergesslichen Abend. Stunden voller musikalischer Leidenschaft, die langsam ihr Ende fanden mit dem Lied ‚Schlafen gehen‘ des Wiener Kinderbuchautors, welches mit viel kollektiver Schlafenslust Morpheus‘ Arme öffnete. (nb)