Jecker Mittwoch voerr Wiever im lachenden Narrenzelt

Der Sportplatz Spiel und Sport Schaag wurde in dieser Woche zum Ort der Jecken und Narren beim „Jecken Mittwoch voerr Wiever“. Eingeladen hatte die Schaager Karnevalsgesellschaft 1987 e. V. das durchweg weibliche Publikum zu einem facettenreichen Programm und kulinarischen Kleinigkeiten.  
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Nettetal-Schaag – Die Begrüßung der jecken Wiever hatte die 1. Vorsitzende der SKG Schaag Gisela Flüggen gerne gemeinsam mit Annette Ottow aus dem Frauen-Elferrat übernommen. Blaue und weiße Farben rahmten die diesjährige Veranstaltung ein, wobei dem einen und anderen weiblichen Gast direkt die kleinen geschmückten Tujabäume mit Luftschlangen ins Auge fielen, die den Aufgang der Bühne säumten und ein wenig an Weihnachtsbäume erinnerten. „Hier in Schaag fallen die Hochfeste eben auch schon mal zusammen“, wurde lächelnd der Eindruck kommentiert. Abgerundet von frischen Berlinern und Kaffee stand einem abwechslungsreichen Nachmittag nichts im Wege, denn in diesem Jahr feiert die Gesellschaft zudem ihr närrisches 3 x 11-jähriges Jubiläum.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Passend zur Dekoration im Saal reihten sich in den bekannten Farben die Mäusetanz- und Piccologarde ein, die, trainiert von Julia Minkner und Nadine Friedrichs, das ganze Jahr für ihre gekonnten Tänze geprobt hatten. Ein Sketch der Damen schloss sich an, bevor die Piccologarde erneut das Tanzbein bei einem Showtanz hob – geprägt vom Zirkus und abgestimmt zur jecken Zeit, in der in diesem Jahr die Nettetaler Karnevalisten erstmals eine Prinzessin ohne Prinz regiert.

Mit Silvia I. hat eine echte Karnevalistin das Zepter übernommen, daran kann niemand zweifeln, schließlich zog die jecke Regentin schon im Alter von vier Jahren im Tulpensonntagzug in Kaldenkirchen mit. Als dann 1980/81 ihre Eltern den Narrenthron eroberten war sie ebenso gerne dabei, wie auch in der Begleitung des Prinzenpaare Ulrike und Manfred Mertens nur wenige Jahre später. Ihre eigene Begleitung besteht mit zwei Prinzessinnenführern, ihrem Vater Horst Peschkes und Norbert Feldges, sowie vier Hofdamen, Ulrike Mertens, Sabine Houben, Agnes Gendrisch-Feldges und Sonja Rover, aus erfahrenen Jecken, zudem moderiert die Prinzessin bereits seit Jahren die Sitzungen des Damen-Elferrates. Nun steht die 47-Jährige selbst im Mittelpunkt des jecken Spiels, doch der Prinz fehlt. Damit sie genau diesen finden kann, schenkte ihr die Gesellschaft gerne einen Frosch, wer weiß, vielleicht erscheint nach dem Kuss ja doch ein richtiger Prinz.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Ihr Auftritt wurde mit begeistertem Jubel und Klatschen unterstützt, welches direkt mit in die nächste Darbietung der lustigen Witwen Hannelore Minkner, Annette Ottow, Julia Minkner, Silvia Awiszus und Gertrude Schwab schwappte, die an der Gitarre von Torsten Delvos bei ihrem selbst komponierten Lied begleitet wurden. Eine weitere Gesangseinlage der Damen bereitete den Auftritt der großen Funken mit ihrem Gardetanz vor, der mitreißend die folgende Pause einläutete, bevor jecke Töne zum Schunkeln einluden, als musikalisch von Malle nach Istanbul gereist wurde. An eine weitere gesangliche Darbietung schlossen sich die Pussycats, verkleidet als Raumpflegerinnen, an. Ein mitreißender Auftritt, der in goldfarbenen T-Shirts und breiter Zustimmung aus dem Publikum sein Ende fand.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Lachend ging es weiter auf der Bühne mit einem Sketch, gespielt von Monika Schüller und Gisela Hoffmann, als dann nochmals Herren die Damensitzung stürmen durften. Die Thematik so kurios wie selten, handelte es sich doch um den Toilettenbesuch des Pfadfinderstammes „Noah“ – Nettetal, die tänzerisch von Kira Marie Hollmann und Marie Christine Terporten auf das „kleine Geschäft“ vorbereitet worden waren. Zwischen die Herren schoben sich nochmals die großen Funken mit ihrem Showtanz in mexikanischen Kostümen, bevor dann ebenfalls die Männertanzgarde Blau-Weiss Nettetal-Lobberich, angeführt von dem Kommandeur Friedhelm Vermaseren, die Stimmung anheizte, die in dem Finale aller Mitwirkenden der Damensitzung und dem Wunsch nach einer Wiederholung im kommenden Jahr mündete. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de