Jede Menge Dölker Herzblut – Das Orpheum startet in die neue Spielzeit

Der große Vorhang im Bürgerhaus Dülken hebt sich bald wieder – und hinter den Kulissen brodelt es bereits wie in einem kreativen Bienenstock. Wo sich am Samstag noch die närrische Dölker Familie zur Proklamation ihres Prinzenpaares trifft, summt und hämmert es nun in allen Ecken.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Dölke – Farben werden angerührt, Holz zugesägt, Stoffbahnen gespannt, Lichter getestet. Rund 900 Arbeitsstunden investieren die ehrenamtlichen Bühnentechnikerinnen und -techniker des Dülkener Orpheums, um die kommende Spielzeit vorzubereiten. Dabei werden eindrucksvolle Mengen bewegt: mehrere hundert Quadratmeter Nesselstoff, 200 Quadratmeter Holz, rund 700 Liter Farbe und nicht weniger als 200 Meter LED-Bänder verwandeln sich in eine Bühne, die mehr als nur Kulisse ist – sie wird zur Seele eines ganzen Theaterabends.

Traditionell beginnt der Abend mit einem musikalischen Willkommensgruß: Der Orpheumschor empfängt das Publikum, stimmt es auf die kommenden Stunden ein und sorgt bereits vor dem ersten Vorhang für Gänsehaut. Diese Eröffnung ist längst ein fester Bestandteil jeder Spielzeit – ein Versprechen auf das, was folgen wird: Leidenschaft, Witz und echte Dülkener Spielfreude.

Mit dem ersten großen Programmpunkt, „Fohlenkeller“, schickt Autor Martin Otto Braun das Publikum zurück ins Jahr 1970 – in eine Nacht, in der in Dülken Geschichte geschrieben wurde. Borussia Mönchengladbach feiert heimlich die erste Meisterschaft – und im Fohlenkeller auf der Reiterstraße läuft alles aus dem Ruder. Musik der frühen 70er, hemmungsloser Humor und ein Schuss Lokalkolorit verschmelzen zu einer turbulenten Hommage an das Lebensgefühl jener Zeit. Die Zuschauer erleben eine Mischung aus Kneipenromantik, Fußballleidenschaft und Dülkener Temperament.

In jedem Jahr erwartet die Zuschauer ein neues, heimisches Highlight. Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Und dann? Was tut das ZDF eigentlich, wenn der berühmte Fernsehgarten in die Winterpause geht? Diese Frage beantwortet das Orpheum auf seine ganz eigene, augenzwinkernde Weise. Das Autorentrio Andreas Debock, Jürgen Roemen und Julian Viehmann verwandelt die Bühne in einen schillernden TV-Spielplatz.
Hier treffen sich Influencer, Zwillinge, Kochlehrlinge und Promi-Juroren, um gemeinsam das Publikum zu unterhalten – begleitet vom Orpheumschor, der musikalisch alles zusammenhält. Ganz wie im Fernsehen darf auch hier das Publikum im Saal mitmischen – Applaus und Zwischenrufe sind ausdrücklich erwünscht!

Mit der großen Abschlussproduktion „GREASE oder besser: Dölker Pommes Spezial“ zeigt das Orpheum zudem, wie man Klassiker mit regionalem Witz und Herzblut neu erfindet. Regisseur Dietmar Creutz und Autor Marcus Büschges servieren gemeinsam mit ihrem Team – darunter Matthias Sips, Klaus Lammertz und Hans Walther van den Bergh – eine humorvolle Hommage an die 50er und 60er Jahre, gewürzt mit jeder Menge Dülkener Esprit. Im legendären „Dammer’s Diner“ treffen clevere Girls auf coole Jungs, zwischen Jukebox und Cadillac sprühen Funken, fliegen Blicke – und ab und zu auch mal der Ketchup. Hier geht es um Liebe, Freundschaft, Freiheit – und natürlich um das heiß begehrte „Dölker Narrenabitur“. Musikalisch begleitet von Janek Wilholt und Monika Hintsches, verwandelt sich das Bürgerhaus in eine Bühne voller Nostalgie, Energie und Lebensfreude. Für das perfekte Erscheinungsbild sorgen Jutta Schrömges vom Wege und ihr Bühnen-Team, Werner Baulig und Andreas Ecken mit fantasievollen Kostümen sowie Andrea Stollenwerk und Bettina Sentis an Puder und Pinsel.

Wer das Orpheum kennt, weiß: Hinter jeder Produktion steckt nicht nur Können, sondern auch Herzblut. Hier wird nicht einfach Theater gespielt – hier wird Dülkener Lebensgefühl auf die Bühne gebracht. Zwischen Kreativität, Humor und Teamgeist entsteht jedes Jahr eine Welt, in die das Publikum nur zu gerne eintaucht.

Spieltermine und Tickets

Premiere feiert das Orpheum am Samstag, 17. Januar 2026, um 18 Uhr im Bürgerhaus Dülken.
Weitere Vorstellungen folgen am:

  • Samstag, 24. Januar 2026, 18 Uhr
  • Freitag, 30. Januar 2026, 19 Uhr
  • Samstag, 31. Januar 2026, 18 Uhr
  • Freitag, 6. Februar 2026, 19 Uhr
  • Samstag, 7. Februar 2026, 18 Uhr

Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.
Tickets gibt es über die Hotline 0178-4060943, online unter www.orpheum.de/tickets
sowie bei allen Mitgliedern des Orpheums.

„Wir wollen die Menschen verzaubern, zum Lachen bringen, berühren – und ihnen für ein paar Stunden den Alltag vergessen lassen“, sagt Orpheums-Präsident Ulf Jansen, und wer das Orpheum kennt, weiß: Dieses Versprechen wird ganz sicher gehalten. (nb)