Jugendwerkstatt des Kreises Viersen spendet Holzpferd an Viersener Frauenhaus

Die Jugendwerkstatt Kempen hat dem Frauenhaus in Viersen ein selbstgebautes Holzpferd gespendet. Volker Ross, Tischlermeister und Werkpädagoge, übergab das Pferd an die Einrichtung.

Viersen/Kempen – Vier Jugendliche arbeiteten mehrere Wochen lang in an dem Projekt. Gemeinsam mit Ross wurde in Kempen gesägt, gebohrt und gefräst.
Bei den Jugendwerkstätten handelt es sich um Jugendhilfeeinrichtungen des Kreises Viersen. Neben der Werkstatt in Kempen gibt es eine weitere in Bracht. Die Werkstätten unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 27 Jahren bei ihrem Übergang von der Schule in den Beruf – indem sie praktische Fähigkeiten für den weiteren Lebensweg vermitteln. Aktuell sind in der Jugendwerkstatt noch Plätze frei.

Interessierte Jugendliche können sich bei dem Sozialarbeiter Gerd Franken (Telefon 02152/50038) melden.
„Der Spaß an der Arbeit darf nicht zu kurz kommen“, betont Tischlermeister Ross und ergänzt: „Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen mit Freude etwas herstellen. Wenn es dann noch für einen guten Zweck ist, umso besser.“ In der Schreinerei fertigen er und seine Schüler zum Beispiel Insektenhotels, Gartenfackeln oder Liegestühle, die meist an öffentliche Einrichtungen oder für karitative Zwecke gespendet werden.

Gemeinsam bauten sie in der Schreinerei der Jugendwerkstatt Kempen mehrere Wochen an dem Holzpferd: v.l.n.r.: Khaled Anbar, Tischlermeister Volker Ross, Bastian Klein, Niklas Wewior und Alpha Bakayoko. Foto: Kreis Viersen

Besonders Jugendliche, die noch in einer Findungsphase sind, entscheiden sich oft für ein Jahr in den Jugendwerkstätten. „Unsicheren oder unentschlossenen Jugendlichen bieten wir die Unterstützung, die sie benötigen. Dazu gehört auch, dass wir die Jugendlichen ermutigen, externe Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen“, so der Sozialarbeiter Franken vom Kreis Viersen.
Neben der praktischen Arbeit liegt ein besonderer Fokus auch auf der persönlichen Entwicklung der Jugendlichen. Gemeinsam mit Gleichaltrigen arbeiten sie an ihren sozialen Kompetenzen und werden individuell gefördert. So helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den jungen Erwachsenen zum Beispiel bei der Suche nach Praktikumsplätzen oder begleiten sie bei Behördengängen.

Dem 17-jährigen Khaled hat das Projekt gefallen: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Spaß machen kann, mit Gleichaltrigen so etwas wie ein Holzpferd zu bauen.“ Aus Erfahrungen wie diesen schöpft er neue Motivation für die Zukunft. Im Anschluss an die Werkstatt möchte er auf die Berufsfachschule gehen. „Ich habe eingesehen, dass meine Berufschancen mit einem guten Schulabschluss viel besser werden“, sagt Khaled.
Nach dem Jahr in der Jugendwerkstatt entscheiden sich die jungen Erwachsenen dann, wie es für sie weitergehen soll. Manche, so wie Khaled, möchten sich weiter qualifizieren oder ihren Schulabschluss nachholen. Andere beginnen eine Ausbildung, suchen sich einen Job oder beginnen mit einer berufsvorbereitenden Maßnahme. Dank der Vorarbeit der Jugendwerkstätten sind die Jugendlichen gut auf die nächsten Schritte vorbereitet.
Als Motivationsanreiz und Anerkennung für ihre Leistung bekommen die Jugendlichen bis zu 38 Euro wöchentlich – vorausgesetzt, sie sind pünktlich und durchgängig anwesend. Für das gemeinsame Mittagessen wird ein kleiner Betrag einbehalten. Die Fahrtkosten werden erstattet.