KAB im Bistum Aachen startet gestärkt in nächste Amtsperiode

Immer mehr Menschen in Deutschland sind arm trotz Arbeit. Sie schuften in ihren Jobs, oft mehreren, um über die Runden zu kommen. Und das oft unter Bedingungen, die miserabel und unwürdig sind.

Region – Branchen, in denen das zum Beispiel passiert: Paketdienste, Logistik, Gastronomie, Handel, Pflege. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Aachen wird in den nächsten Jahren genau hinschauen und beharrlich für Verbesserungen trommeln.
Der fokussierte Einsatz für betroffene Menschen und ihre Familien im Schatten unseres Wohlstandes ist nur eines der Ergebnisse, die der Diözesantag 2021 der KAB erbrachte. Rund 80 Delegierte und Mitarbeitende berieten am 11. und 12. September in der Anrather Josefshalle, wie es mit dem Verband in den nächsten Jahren weitergehen soll. Einige Mitglieder waren online zugeschaltet.

Das reiche solidarische Engagement, das die Aachener KAB zeigt, wird fortgeführt. In Treffpunkten sowie Beratungs- und Anlaufstellen unterstützt und stärkt der Verband arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen im Bistum Aachen. Als neuer Schwerpunkt ist die Beratung von Frauen und Männern hinzugekommen, die unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten.

Neue Diözesanleitung der KAB im Bistum Aachen am Start. Von links nach rechts: Heinz-Peter Hülser, Carmen Pelmter, Miriam Catulo, Achim Kück, Karl-Heinz Wolf, Winfried Giesbertz, Andris Gulbins. Foto: KAB

Auch was die politische Lobby- und Bildungsarbeit betrifft, ist starker Einsatz zu vermelden. Unter der gemeinsamen Überschrift, für soziale Gerechtigkeit zu streiten, steht die KAB an vielen Orten im Bistum an der Seite von benachteiligten und bedrängten Menschen. Dazu gehört immer auch die internationale Perspektive, exemplarisch auf Portugal, Kap Verde und Madagaskar hin.
Das sozialpolitische Engagement der Aachener KAB wird abgerundet durch den Einsatz, den Mitglieder als ehrenamtliche Richter am Arbeits- oder Sozialgericht zeigen. Auch in der Selbstverwaltung von Krankenkassen engagieren sich Frauen und Männer der KAB. Nicht zuletzt gibt der Verband seinen Mitgliedern eine religiöse Heimat. Der gemeinsame Einsatz wurzelt im Evangelium und der Überzeugung, dass die Würde des Menschen gottgegeben und unantastbar ist.

Gute Erfahrungen hat die KAB in den letzten Jahren damit gemacht, politische Anliegen projekthaft und kampagnenförmig zu bearbeiten. Dieser Weg soll weiter beschritten werden, ergänzend zur klassischen Arbeit in zurzeit rund 70 Basisgruppen. Neue Themen etwa aus dem Bereich der Nachhaltigkeit sollen Zugänge zu neuen Zielgruppen und Vernetzungen schaffen.

Soziales und Umwelt sollen zusammengedacht werden. Die KAB sieht für sich an dieser Stelle eine Rolle, wenn es um den klimagerechten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft geht. Hier dürfe die Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit nicht aus den Augen verloren werden, mahnt der Verband. Auch im Bistum Aachen soll die diakonische Ausrichtung der Pastoral erhalten bleiben.
Eine neue Satzung baut die demokratische Mitsprache in der KAB weiter aus. Ein bestärkendes Zeichen in einer Zeit, in der das Verbandsleben unter den Kontaktvorgaben des Infektionsschutzes stark eingeschränkt war. Zwar konnten dank digitaler Hilfsmittel manche Gremien, Projekte und Bildungsreihen fortgeführt werden. Aber das Gruppenleben vor Ort war und ist stark belastet.

Vorbildlich in diesem Zusammenhang: das virtuelle Netzwerk, das der scheidende geistliche Leiter Pfr. Ralf Linnartz in den ersten eineinhalb Jahren der Pandemie betrieb. Er verschickte in hohem Takt geistliche Impulse „in schweren Zeiten“, die vielen Mitgliedern eine Verbindung zum Verband erhielten. KAB-Bundespräses Pfr. Stefan Eirich würdigte diesen Einsatz als vorbildlich.

Auch ansonsten ist so manche Durststrecke in den letzten Jahren überbrückt worden. Jetzt steht der Diözesanverband auf soliden Füßen, finanziell wie organisatorisch. Nach Entlastung durch die Delegierten gaben die Vorsitzenden Karin Linzenich und Heinz Backes sowie Pfr. Ralf Linnartz, Gerhard Milbert und Kathrin Michels den Staffelstab an neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter weiter.
Mit überwältigender Zustimmung wählten die Delegierten des Diözesantags Carmen Pelmter und Andris Gulbins zu neuen Vorsitzenden. Ihnen zur Seite stehen künftig Miriam Catulo, Roland Tetzlaff, Heinz-Peter Hülser, Winfried Giesbertz und Karl-Heinz Wolf. Als neuer geistlicher Leiter wird künftig der Gemeindereferent Achim Kück in der KAB mitwirken. Er bekam vom Bundespräses Boxhandschuhe geschenkt, um in Konflikten auf allen Ebenen zu bestehen. Karin Linzenich arbeitet als Diözesansekretärin im Verband weiter mit, bis die neue Satzung in Kraft ist und eine Geschäftsführung angestellt werden kann. (opm/paz)

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