Kämpferisch für ein Windpark-freies Boisheim

Mittlerweile zwei Eilverfahren hat die Bürgerinitiative „Boisheim wehrt sich“ e. V. für sich entscheiden können im Kampf gegen den geplanten Bau von vier Windrädern auf der Boisheimer Nette. Da auch die aktuelle Genehmigung des Kreises Viersen fehlerhaft sei, wurde nun beschlossen ebenfalls das nächste Eilverfahren anzustreben.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Boisheim – Der Windpark-Strom kann mittlerweile auf zahlreiche Gegner verweisen. Nicht nur immer mehr Anwohner wehren sich gegen den Bau der Windfarmen, ebenfalls zahlreiche Fachleute und Wissenschaftler verweisen auf die Gefahren für Mensch und Tier hin. Auf das wachsende Vogel- sowie Insektensterben an den Rotorblättern, auf Lärmbelästigung und negative Einflüsse für die menschliche Gesundheit, die nicht in Relation zu den positiven Ergebnissen durch Windkraft für die Umwelt stehen würden.

Mittlerweile seit 2017 wehrt sich die Bürgerinitiative „Boisheim wehrt sich“ e. V. erfolgreich gegen den Bau von vier Windrädern höher als der Kölner Dom auf der Boisheimer Nette, einem ausgewiesenen windarmen Gebiet. Erst im August hatten Kreis Viersen und NEW Re GmbH einen Rückschlag vor dem Oberverwaltungsgericht NRW hinnehmen müssen. Das Oberverwaltungsgericht NRW sprach zudem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem Erfolg der Anwohner und der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW als Kläger gegen den Bau der Windkraftanlagen.

In einer Sitzung am Wochenendbeginn entschied die Bürgerinitiative deshalb auch weiterhin gegen den Bau des Windparks zu kämpfen. „Gemeinsam haben wir viel erreicht. Die Hauptverhandlung steht zwar noch aus, aber zwei Eilverfahren haben wir erfolgreich für uns entschieden.
Möglich war das nur durch: Eure großzügigen Spenden, hervorragende Gutachter, die zu moderaten Preisen arbeiten, viele Einzelklagen, wodurch wir uns den Anwalt unserer Verbandsklage erst leisten konnten und die akribische Arbeit Einzelner, die unermüdlich das ganze Verfahren immer wieder auf Angriffspunkte überprüfen“, so Vorsitzender Christoph Erkens. „Insbesondere unseren Einwänden in Bezug auf die Lärmbelastung folgte das Gericht. Wir konnten erfolgreich einen besseren Lärmschutz für uns Anwohner erreichen. Der Kreis Viersen hat inzwischen die Genehmigung ändern müssen. Wenn die Windkrafträder gebaut werden dürfen, wird mindestens eine Windanlage nachts abgeschaltet, die anderen arbeiten „schallgedämpft“.“

Nun wurde seitens des Kreises bzw. der NEW ein neues Gutachten vorgelegt, um vor Gericht zu bestehen, aber auch hier konnten laut Bürgerinitiative Fehler festgestellt werden, sodass diese gerade ein Gegengutachten im Bereich Lärmschutz in Auftrag gegeben hat. „Wir haben gestern gemeinsam beschlossen weiter zu machen. Und es lohnt sich: Die geänderte Genehmigung ist wieder fehlerhaft. Wir wollen diesen Windpark einfach nicht haben. Also werden wir alles tun, um auch dieses 3. Eilverfahren und möglichst auch die Hauptsache zu gewinnen. Unsere Chancen sind gut, solange wir liquide sind. Es werden sicher weitere Gutachten und auch Gerichtskosten erforderlich sein, um einen möglichen Baubeginn immer wieder zu vereiteln“, sagte Erkens weiter. Um diesen Schritt gehen zu können, wird nun um weitere Spenden geworben, denn die Mitglieder sind sich sicher, sie haben gute Aussichten den Windpark in Boisheim zu gewinnen. (cs)