Karliczek: „Einigung zum Ganztag – ein riesiger Schritt für Familien und Bildung“

Bund und Länder haben sich am Montagabend im Vermittlungsausschuss auf die Einführung eines bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter geeinigt.

Deutschland/Familie – „Das war ein sehr guter Abend für die Familien und Kinder in Deutschland. Mit der Einigung im Vermittlungsausschuss sollten nun wirklich die Weichen dafür gestellt sein, dass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2026 in ganz Deutschland kommt“, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Die Ganztagsbetreuung sei ein riesiger Schritt für die Eltern, um Familie und Beruf in Zukunft besser vereinbaren zu können. Vor allem aber entstünden neue Möglichkeiten, die Bildungschancen für Kinder zu verbessern. „Denn schon im Grundschulalter werden wichtige Weichen dafür gestellt, wie sich ein Kind entwickelt. Die zusätzliche Zeit, die der Ganztag bietet, kann genutzt werden, um jedes Kind möglichst optimal zu fördern: Einige Kinder benötigen noch Hilfe bei der Sprache oder in Mathe, andere möchten sportliche oder musische Talente entwickeln.“

Es gehe dabei um Bildung und individuelle Förderung – und es gehe um Bildungsgerechtigkeit, denn vom Ganztag „profitieren ganz besonders diejenigen Kinder, denen zuhause keiner bei den Hausaufgaben hilft, die kein Instrument lernen und keinen Sportverein besuchen.“

Passgenaue Betreuungsangebote und leistungs- und talentfördernde Bildungsangebote würden durch den Rechtsanspruch auf Ganztag in der Grundschule Wirklichkeit. Diese gesellschaftliche und bildungspolitische Maßnahme schaffe Sicherheit für Eltern und Kinder. Sie sei ein wichtiger Baustein für das aktuelle Modernisierungsjahrzehnt. Mit dem Kompromiss, den Bund und Länder gefunden haben, würde nun doch noch eines der ganz großen, wichtigen Vorhaben dieser Regierung und dieser Legislaturperiode realisiert. „Ich bin sehr froh, dass wir das jetzt noch kurz vor der Wahl geschafft haben. Ich appelliere an Bundestag und Bundesrat dem Einigungsvorschlag nun auch zuzustimmen!“

Strittig war insbesondere die Finanzierungsfrage. Der Anspruch soll für alle Erstklässler ab 2026 gelten und sie durch sukzessive Erweiterung um die nachfolgenden Klassenstufen in ihrer Grundschullaufbahn fortlaufend begleiten. Ab dem Schuljahr 2029/2030 soll somit jedes Grundschulkind der 1.- 4. Klasse einen Anspruch auf mindestens acht Stunden Betreuung täglich haben. Die Johanniter-Unfall-Hilfe begrüßt die Einigung als einen wichtigen Baustein sowohl in der kindlichen Bildung als auch in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Das sind gute Nachrichten für Familien, gerade in Zeiten der Pandemie: Der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung kann kommen. Diese Entscheidung unterstützt Kinder durch Bildungschancen und Entwicklungsfreiräume in vertrauter Umgebung. Für Eltern ist es eine Sicherheit, ihre Kinder gut betreut zu wissen, auch nach dem Schulunterricht. Die Johanniter arbeiten bereits eng mit Schulen zusammen, um Kindern und Jugendlichen Lernräume zu gewähren, aber auch Zeit zur selbstbestimmten Gestaltung zu ermöglichen. Auf Basis dieser sehr guten Erfahrungen in der Gestaltung von Betreuungsangeboten haben wir nun bis 2026 Zeit, gemeinsam Betreuungsstrukturen für alle Kinder und Eltern aufzubauen. Auf diese wichtige Aufgabe freuen wir uns sehr“, so Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe. (opm/paz)

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel