Katzenelend im Kreis Viersen wächst stetig – Tierschützer am Ende ihrer Kapazitäten

Während die politischen Gremien über Jahre hinweg über eine Katzenkastrationspflicht im Kreis Viersen diskutieren, wächst täglich das Leid der Tiere. Die engagierten Tierschützer stoßen bereits seit Langem an ihre Grenzen, nun kommt ein weiterer Hotspot hinzu.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kreis Viersen – Für die Tierschutzorganisationen im Kreis Viersen ist es ein Kampf gegen Windmühlen, denn die Tiere vermehren sich schneller als die Tierschützer arbeiten können.
Rund 7.000 – 10.000 verwilderte Hauskatzen leben laut Schätzungen im Kreis Viersen. „Sie vermehren sich, ihre Kitten sterben, sie werden überfahren oder sterben elendig an Krankheiten“, berichten die Notfelle Niederrhein. „Wir kämpfen mit all unseren Mitteln gegen dieses Elend. Leider sind wir am Ende unserer Kapazitäten angekommen und brauchen dringend Unterstützung.“

Zu den aktuellen Fangstellen kommt nun ein weiterer Hot-Spot hinzu, denn aktuell sind die Tierschützer auf einem landwirtschaftlichen Hof im Kreis Viersen aktiv. Mehr als 25 Katzen wurden gesichtet, alle krank, alle unkastriert. Bereits in den ersten drei Tagen wurden 23 der Tiere gesichert, zu Tierärzten gebracht, kastriert, medizinisch versorgt und wenn möglich wieder in der gewohnten Umgebung freigelassen.
„Zwei Tiere konnten leider nur noch erlöst werden“, berichten die Tierschützer. „Ein Kater bekam Tumore entfernt, zwei werden intensiv gegen Katzenschnupfen behandelt, einer wurden alle Zähne gezogen (ob sie es schaffen wissen wir noch nicht), die anderen, teilweise auf einem Auge blind oder extrem verschnupft, ohne Zähne, bekamen alle Antibiotika.“

Diese Mammutaufgabe war nur mit vielen Helfern und der Spontanität der Tierärzte möglich. „Bilder mit diesen Massen an kranken Tieren kennt man aus dem Auslandstierschutz, aber bei uns in Deutschland sieht es leider nicht besser aus, obwohl wir uns als so fortschriftlich betrachten. Das Leid ist oft versteckt, aber es ist da“, ergänzen die Ehrenamtler und fordern erneut eine Kastrationspflicht für Freigänger im Kreis Viersen.
Alleine diese Woche hat den Verein rund 3.000 Euro gekostet, der auf Spenden angewiesen ist. Wer unterstützen möchte, der kann über die Sparkasse Krefeld DE62 3205 0000 0000 2731 51 oder per Paypal an info@notfelle-niederrhein.de (Geld an einen Freund senden) spenden.

Die Notfelle Niederrhein benötigen zudem mehr Pflegestellen, mehr Tierärzte, die für die Ehrenamtlichen kastrieren und impfen, mehr Helfer auf den Fangstellen. Auch mit nur einem halben Tag im Monat wäre dem Verein geholfen. Wer ist auf der Suche nach neuen haarigen Familienmitgliedern? Oder wer kennt jemanden der auf der Suche ist? Kontakt zum Verein: Heike 0178 9829577, Jenny 0176 84950048 oder Tanja 01515 6322656. (nb)

Foto: Notfelle Niederrhein