KG Roahser Jonges: Venezianischer Karneval im Notburgasaal

Direkt mit drei Veranstaltungen startete am Samstag der Saalkarneval in die neue Session. Im frisch renovierten Notburgasaal war es die KG Roahser Jonges, die in der kurzen närrischen Zeit zu ihrer ersten der zwei Galasitzungen einluden.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Ein guter Mix aus Eigengewächsen und Bühnengästen garantierte einen besonderen Abend, der kein Auge trocken ließ und bei dem so manche Stimme verloren ging. Sitzungspräsident Wolfgang Genenger führte charmant durch den Abend zu dem die Viersener Prinzenpaare gerne gekommen waren. Während das große Viersener Prinzenpaar mit Dirk II. und Betina I. (Mangold) nur kurz blieben, da sie den Abend bereits bei den Jrön-Wetten-Jonges verplant waren, feierte das Kinderprinzenpaar mit Jan I. (Zaum) und Amy I. (Schorin) direkt einmal noch Geburtstag, denn der Kinderprinz wurde beim Start in die 5. Jahreszeit 12 Jahre alt.
Ihren Auftritt verbanden die Roahser Jonges mit einem Kinderkarneval, bei dem nicht nur Oskar aus der Tonne (Oskar Beeck) und das Tanzpaar Paul und Jenny den zahlreich begeisterten Gästen bewiesen, was sie von dem närrischen Nachwuchs zu erwarten haben.

Ebenfalls mit Beifall ging es musikalisch auch bei Dä Engelbäät zu, der kölsche Tön met Saxofon ins Rahser brachte. Engelbert Wrobel, vielen eher aus dem Jazzbereich bekannt, kann auch Karneval und heizte die närrischen Gäste nochmals an. Musikalisch das Gegenteil, aber nicht weniger ruhig eroberten Klaus und Willi die Bühne, strapazierten die Lachmuskeln der Gäste und der Gesellschaft. Mit seiner Puppe ist Klaus Rupprecht mittlerweile der meist gebuchte Bauchredner Deutschlands, machte so bei einem seiner rund 300 Auftritte einen Halt im Notburgasaal.
Dazwischen immer wieder die Roahser-Eigengewächse, die der engagierte Verein hegt und pflegt und die so stetig wachsen. Die Roahser Mädchen, begleitet von Trainerin Julia Uebel, holten den Venezianischen Karneval mit rot-schwarzen Kostümen und passender Kopfbedeckung auf die Bühne. Britta Schulte, Julia Blasius, Nadine Mihm, Colette Schloßmacher, Kathrin Wittig und Christiana Wesch ließen mit ihrer Darbietung „Venezianischer Karneval – wer viere met üch Maskenball“ vor passender Bühnenkulisse Urlaubserinnerungen erwachen. Ebenfalls begleitet von Zugaberufen die Prinzengarde der Roahser Jonges mit ihren Tänzerinnen Jasmin Hörkens und Michaela Hofer, den Tanzmariechen Sandra Hofer und Anne Genenger, sowie die Roahser Wibbels, die als Air-Wibbels den Flieger zum Venezianischen Karneval starteten. Die Herrengruppe um Lothar Beeck, Tobias Funk, Bernd Gütjens, Sebastian Lennartz, Torsten Lennartz, Jonas Schiffer, Michael Schiffer, Philipp Luhnen und Wolfgang Ditzen wird übrigens von einer Frau zusammen gehalten (Petra Ditzen), die die Herren „an die Grenzen der tänzerischen Leistung“ trainiert.

Ein karnevalistischer Abend, der von allem etwas bot, so eroberte „Et fussich Julche“ alias Marita Köllner ebenso mit einem Handstreich die Herzen der Karnevalisten wie Kabarettist Dave Davis als „Motombo Umbokko“. Seit 2008 unterwegs als Motomobo, ein Toilettenmann aus dem afrikanischen Fantasieland Nfuddu, brachte er Eindrücke der Einwanderer in Deutschland mit dem närrischen Brauchtum zusammen, die Krone setzten dem Abend die Räuber auf, die mit den Gästen fast den frisch renovierten Notburgasaal mit Tanz, schunkeln und Jubelrufen zum Einstürzen brachten.

Zur neuen Ehrensenatorin kürte Wolfgang Genenger Nadine Mihm, für eine Auszeichnung des Bundes Deutscher Karneval war Karl Schäfer, Präsident Karnevalsverband linker Niederrhein e.V. angereist. Für 40 Jahre Engagement und ihre Unterstützung der Roahser Jonges erhielten Gerd Hendricks, Rudi Lennartz und Herbert Büstgens den BDK Orden in Gold. (dt)

Foto: Martin Häming