Ki Ka Kai a Boisheim: Die Melcherstiege war fest in Damenhand

Wenn die Karnevalisten aus Boisheim etwas planen, dann planen sie „big“. Ihre erste Open-Air-Damensitzung „Mallorca meets Karneval“, die in den Dülkener Stadtpark an der Melcherstiege verlegt wurde, war ein voller Erfolg und die begeisterten Damen schreien geradezu nach einer Wiederholung.

Viersen-Dülken – Noch bis kurz vor Beginn hatte der Regen die närrische Hochburg Dülken vollständig im Griff, doch Petrus bewies erneut, dass er ein Jeck ist und stellte pünktlich die Gießkanne zur Seite, damit in Dülken an der Melcherstiege die erste Open-Air-Damensitzung der Boisheimer Karnevalsgesellschaft Ki Ka Kai a 1902 e. V. unter dem Motto „Mallorca meets Karneval“ starten konnte.
Für die zahlreichen Damen hatten sich die Veranstalter eine ganze Menge einfallen lassen und so machte der Begrüßungssekt mit passender Hawaiikette nur den Anfang eines grandiosen Abends. Eingefahren auf den „röhrenden Pferden“ des Motorradclubs Kongs-Brüder gab es den ersten Beifall für die Obermöhne sowie Föderation Europäischer Narren-Landesvorsitzende Ingeborg Gartz, die Dülkener Ortsbürgermeisterin (CDU) Simone Gartz und ebenfalls das Boisheimer Prinzenpaar in Lauerstellung Frank I. und Annabelle I. (Steffens).

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Das Programm war bunt wie die Gesellschaft selbst und so eröffnete die Bühne das Männerballett der KKG Dülken, der Kleinen Karnevalsgesellschaft Dülken 2011, mit ihrer Hawaii-Bauchtanznummer aus der vergangenen Session, auf die die Cölsch Crainer mit Frontmann Detlef Belk folgten und die Damen zu Jubelrufen anstachelten. Erst vor gut einem Jahr gegründet brachten sie kölsche Tön und erstklassigen Alpenrock nach Dülken. Das Ziel, Dülken zum Beben zu bringen, war keine Herausforderung an diesem Abend, für den auch der Lobbericher Sänger Jürgen Peter angereist war. Sein bekannter Hit „Mary Jane“ fand Anklang, wurde aufgenommen von den Damen und mitgesungen, während die Hände in die Höhe schnellten und sich der Sänger dann zur Freude der Gäste auch direkt noch weibliche Unterstützung aus dem Publikum auf die Bühne holte.
Zumindest die Hände ein wenig ausruhen konnten sich die weiblichen Gäste beim Auftritt der rasanten Comedy-„Dame“ Lieselotte Lotterlappen (Joachim Jung). Bereits vier Mal vom deutschen Künstlermagazin als Künstler des Jahres wurde ausgezeichnet, wurde hier allerdings die Lachmuskeln gefordert – so ganz zur Ruhe kommen gab es eben dann doch nicht. Genug Verschnaufpause jedoch bevor es dann hieß Party pur mit Stefan Stürmer. Die Bühne erbebte erneut und der Entertainer hatte natürlich auch seinen Sommer-Hit „BAMBULE“ im Gepäck. „Das ist unser Style, wir sind partygeil!“, schallte es aus den Boxen und „jeder Augenblick ist für die Ewigkeit und jeder Moment für eine geile Zeit“. Pure Lebensfreue – genau richtig für den unvergesslichen Abend.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Wenn auch nicht so Mallorca-erfahren, aber eine absolute Klasse für sich, bewiesen die vereinseigenen Gardisten der Ki Ka Kai a-Garde, dass sie das Zeug für die Bretter, die die Welt bedeuten im Herzen tragen. Monatelang hatten David Müller, Patric Jakobs, Andreas Küsters, Hans Linden, Frank Steffens, Patric Bongartz, Helmut Uhing, Klaus Flohberg, Alexander Barthelmers und Harald Lochner auf ihren Auftritt vorbereitet. Sie übergaben die Bühne an das DJ Ötzi-Double Uwe Engel an den sich mit lauten Begeisterungsrufen die Gentlemengruppe der Fauth Dance Company anschloss. „Leev Marie, ich bin kein Mann für eine Nacht“, hallte es durch den Stadtpark mit gekonnten Bewegungen bis hin zum Streetdance.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Mit den Rufen nach einer Zugabe gab es kein Halten mehr für die Damen, die sich nach den schmucken Herren auf die Showtrommer „The Drummerholic’s“ konnten. Über siebzig Auftritte im Jahr absolviert die Gruppe mit ihren fliegenden Stöcken bei mitreißenden Rhythmen und verbunden mit Schwarzlichteffekten. Ein Auftritt der den Karneval verband mit modernen Drum-Effekten und für die Stimmung sorgte, die die Oedingsche Jonges gekonnt aufnahmen.
Die sechs Musiker zwischen 26 Jahren und dem Alter, in dem man es nicht mehr verraten will, gelten zu Recht als Party- und Stimmungsband – und auch, wenn sie meist im Karneval unterwegs sind, trifft man sie immer häufiger auch auf Schützen- und Straßenfesten. Die fantastische Stimmung wollte sich auch Saxophonist Uwe Krumbiegel nicht entgehen lassen, der trotz einer schweren Fußverletzung aus Hilden angereist war und dem Bühnenprogramm noch einmal einen „Schlag Sahne“ obendrauf gab. Ki Ka Kai a-Präsident Marko Dillikrath zeigte sich begeistert von dem erfolgreichen Abend und danke besonders den Helfern und den Damen, ohne die die erste Open-Air-Damensitzung nur halb so schön gewesen wäre. (sm/RS-Redakteurin Nadja Becker)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller