Ki Ka Kai a eröffnete den diesjährigen Reigen der Proklamationen

In einer gefüllten Brüggener Burggemeindehalle, in der bis zu den ersten Stunden des neuen Tages die Stimmung auf einem durchgehenden Höhepunkt gehalten werden konnte, starteten die Karnevalisten mit dem Boisheimer Prinzenpaar Annabelle I. und Frank I. in die neue Session.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Boisheim – Eine Boisheimer Skyline strahlte von der Bühne der Brüggener Burggemeindehalle, als mit den bekannten ACDC-Glocken ein Timer die erste Proklamation der neuen Session einläutete. Von nah und fern waren die Jecken geströmt, hatten ihre besten Ornate gebügelt und begrüßten in der „Enklave von Boisheim“ freudig Ki Ka Kai a-Präsident Marko Dillikrath. Als erste Amtshandlung gebührte Marko Dillikrath die Ehre der Vergabe der Vereinsorden, die an diesem Abend mit Franz-Josef Groten, Alexander Patzke, Guido Sieben, Stephan Thoneick und, zu später Stunde, Patrick Bongartz direkt fünf Mal vergeben werden konnte. 

Die Freudentränen allerdings stockten, als das letztjährige Prinzenpaar mit Klaus III. und Gabi III. die letzten Zeichen ihrer Macht abgeben mussten. Nicht nur auf der Bühne, auch im Publikum musste das eine oder andere Taschentuch gezückt werden, als sich Klaus Flohberg bei der Garde, bei den Prinzenführern, den Damen der Gesellschaft und der Gummibärenbande nach seiner bereits zweiten Amtszeit bedankte. 

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Minis der roten Gesellschaft bildeten im Anschluss das Vorprogramm des abendlichen Höhepunktes. Tänzerisch gut im Griff hatten die sieben jungen Damen die sie begleiteten Herren, die die Bühne frei machten für die „Mini-Minis“. Niedlicher ging es an diesem Abend zumindest nicht, als das Dschungelbuch musikalisch den Ententanz begleitete und es für die Mini-Minis den ersten tobenden Applaus des Abends gab. Dass das Publikum nicht nur das Dschungelbuch mitsingen konnte bewies es beim Einzug der Gummibärenbande, die gekonnt bewiesen, dass „Highway to Hell“ durchaus karnevalsfähig präsentiert werden kann.  

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

In der Halle wehte zur Ehre des neuen Prinzen die ACDC-Fahne, auf den Tischen standen kleine Holzschwimmbecken, die das Förderzentrum West aus Dülken gefertigt hatte, zu Ehren der Prinzessin und rahmten den ausgiebigen Einzug des Prinzenpaares kunstvoll ein. Bevor der erste Schritt auf die Bühne gemacht wurde, dauerte es fast eine halbe Stunde, die von den Karnevalisten feierlich begleitet wurde. 

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit den Insignien ihrer Macht – mit Schlüssel, Zepter und Prinzenfedern, starteten die neuen Tollitäten Frank I., eigentlich übrigens der Zweite, wie sich im Laufe des Abends herausstellte, und Annabelle I. (Steffens), die im Schatten der Narrenmühle wohnen und in Boisheim regieren in ihre Regentschaft. Zu ihrer Proklamation waren sogar direkt zwei Ortsbürgermeister mit Simone Gartz (Dülken) und Rainer Thielmann (Boisheim) nach Brüggen gereist. 

Wohl gewählte traditionelle Schritte dominierten beim Tanz der Funkengarde der Hoseria, die in gewohntem Gold-Blau an das ehrwürdige Winterbrauchtum mit Hebefiguren sowie Cancan erinnerten, und natürlich auch ihren schmucken Mariechen einen Auftritt ermöglichten. Die freie Bühne nutzen die Flying Lights aus Essen mit ihrem Lichtspektakel in der abgedunkelten Halle, bevor die Coverband „Sang und Klanglos“ aus dem Selfkant mit „Cordula Grün“ den Jeckenchor vor der Bühne aktivierte. Schunkelnd wurden kölsche Lieder in die Halle geschmettert und nur wenige verblieben auf ihren Plätzen, passend für den Einzug der gesellschaftseigenen, erneut gewachsenen Gruppe der Frauen der Gesellschaft. 

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Schwarze Kutten und bunte Petticoats sorgten für Herzbeben und einen Hauch von Grease in rein weiblicher Besetzung bis hin zum überzeugenden Livegesang von Jenny Uhing. Ein Höhepunkt, der durch die hohen Sprünge der Jean Ferry-Trampolinshow ebenso ergänzt wurde, wie durch die flotten Sprüche von de Frau Kühne, von den Ki Ka Kai a-Gardefrauen, der Hoppemötzjer Tanzgruppe aus dem Kölner Karneval sowie der Band „Schlappkappe“, bevor die erste Proklamation des „Vierscher“ Karnevals nach einem erfolgreichen Abend weitere gelungene Veranstaltungen der Boisheimer-Gesellschaft versprach. (nb) 

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming