Kinder der Nacht: Jugendliche in 86 Städten haben die Nacht der Jugendkultur gefeiert

Rund um die heiligen Hallen von St. Notburga ging es bei der diesjährigen Nacht der Jugendkultur übernatürlich zu. In Kooperation mit den Jugendzentren HVH und ALO, DAMFT und der Jugendkirche flammgrün lud die Stadt Viersen im Open-Air-Kino nicht nur zu dem Vampir-inspirierten Film Bedlam der GesS Brüggen, die Veranstalter hatten ein buntes Rahmenprogramm vorbereitet.

Viersen – Dance Battle, Graffiti, Action Painting, BMX, Poetry Slam, Cosplay und so viel mehr – das ist Jugendkultur 2018. Die wurde an diesem Wochenende bei der nachtfrequenz18 – der 9. Nacht der Jugendkultur in ganz Nordrhein-Westfalen gefeiert. Die Veranstaltung, die Kultur von Jugendlichen für Jugendliche präsentiert und fördert, wächst stetig. Noch einmal 12 Städte und Gemeinden und mehr als 100 Veranstaltungen sind in diesem Jahr dazu gekommen, so dass in insgesamt 86 Kommunen – von Eschweiler bis Büren, von Kleve bis Viersen – rund 300 Einzelveranstaltungen stattfanden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bei zahlreichen Open Stages konnten sich die Jugendlichen – oft zum ersten Mal – vor Publikum ausprobieren und auch Viersen hatte es sich nicht nehmen lassen dabei zu sein. Inspiriert durch die Figuren der Serie Penny Dreadful und angelehnt an die Novelle Carmilla von Sheridan Le Fanu aus dem Jahr 1872 stand die ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei jungen Frauen im Mittelpunkt des Films Bedlam der GesS Brüggen. Als Open-Air-Veranstaltung geplant hüllten die Veranstalter das Gelände mit Scheinwerfern in atmosphärisches Licht ein und projizieren Tagtool-Bilder der Gäste und Teilnehmer auf die Außenwände. Begleitet von einem musikalischen Rahmenprogramm endete der Abend in einer artistischen Feuershow.
Dabei geht es bei der Veranstaltungsreihe in erster Linie darum, dass die Jugendlichen Spaß haben und sich in geschützten Räumen mit ihrem Können zeigen und neue Sachen ausprobieren. Das ist gelebte Integration: Jugendliche aller Herkünfte und Schichten feiern miteinander, und das ist gut so. Aus diesem Geist ist die nachtfrequenz.

Während in den Großstädten die Angebote extrem bunt, vielfältig und breit gestreut sind – Düsseldorf war mit 18 verschiedenen Locations wieder Spitzenreiter – präsentierten viele kleinere Kommunen ihre Arbeit gebündelt an einem Ort. Christine Exner, Leiterin der LKJ Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit, zieht eine durchweg positive Bilanz und ist überzeugt vom Konzept der Veranstaltung: „Die Kolleg*innen vor Ort machen eine extrem wertvolle Jugendarbeit, und das können wir mit der nachtfrequenz zeigen und würdigen.“ (opm)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming