Kirchenkreis Krefeld-Viersen will #FairWandeln – Kleine Schritte, aus denen Großes erwachsen kann

Zu Erntedank begann am vergangenen Sonntag begann das #FairWandeln. Der Evangelische Kirchenkreis Krefeld-Viersen hat sich auf den Weg gemacht, ökofair zu werden. Gemeinsam mit den 25 Gemeinden, Einrichtungen und Verwaltung.

Kreis Viersen – Am Morgen im Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Tönisberg wurden Projekte vorgestellt, die in den beiden Gemeinden, Tönisberg und St. Hubert, bereits umgesetzt wurden: Blühstreifen, Streuobstwiese, Totholzmauer, Nutzung von Fahrrädern, wo möglich, Hochbeete bepflanzt mit Insektennahrung. „Es sind kleine Schritte, die wir versuchen zu gehen“, sagte Pfarrerin Renate Wehner, „aus denen, das glaube ich fest, Großes erwachsen kann.“
Auch die Kirchengemeinde Hüls hat sich auf den Weg gemacht, ökofair zu werden. Mit einem Familiengottesdienst und anschließender Mitmachaktion und Infoständen rund um die faire Banane wurde in der Kreuzkirche Erntedank gefeiert. Die Aktion „Alles Banane“ ist ein Schritt auf dem Weg zur Zertifizierung „Faires Jugendhaus“. In den Herbstferien wird es dazu eine weitere Aktion in der Kinderbibelwoche geben: „Interessiert mich nicht die Bohne“ – rund um die Schokolade.

Grußwort von Superintendentin Dr. Barbara Schwahn zum Themenjahr #FairWandeln. Am Klavier: Toni Ulrich. Foto: privat

In die Friedenskirche Krefeld lud der Kirchenkreis am Nachmittag zum Lesemarathon unter dem Motto: „Täglich säen wir Samen aus! – fairführende Geschichten – #FairWandeln“.
„Mit dem Thema „Bewahrung der Schöpfung“ sind wir als Kirchen seit Jahrzehnten unterwegs. Schließlich haben wir ja in den Schöpfungsberichten der Bibel den Auftrag, als Menschen Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen“, sagte Superintendentin Dr. Barbara Schwahn in ihrem Grußwort. Jedoch sei das Engagement in den vergangenen Jahren ein wenig zurückgegangen. Sie sei froh darüber, dass jetzt, quasi um 5 vor 12, das Bewusstsein dafür wieder neu erwache und das Engagement einen neuen Schub bekomme. „Nicht nur reden, tun. Nicht nur sonntags predigen, auch im Alltag umsetzen, was uns wichtig ist“, betonte die Superintendentin. „Manche mögen das für zu kleine Schritte halten angesichts des massiv voranschreitenden Klimawandels. Aber ich bin überzeugt, sie tragen zum notwendigen Bewusstseinswandel für einen fundamentalen Umbau unserer Lebensweise bei.“ Bei dem Thema sei es wie bei allem: Wenn ich die Welt verändern möchte, ist es am besten, bei mir selbst anzufangen. „Und wir haben das biblische Versprechen, dass Gott die Erde und das Leben auf ihr erhalten möchte“, betonte Schwahn. „Wozu er uns braucht, wen sonst. Wir haben also eine positive Motivation, etwas für die Umwelt zu tun.“

Abwechslungsreich wurden die vier Stunden des Lesemarathons: Theologinnen, Schauspieler, Politikerinnen, Autoren – die Liste der Menschen, die einen Text vortrugen, der sie bewegt, fairführt hat, war so vielfältig wie die Bevölkerung in Krefeld und Umgebung. Es lasen unter anderem Pfarrer Marc-Albrecht Harms, Superintendentin Schwahn und Pfarrer Christoph Wiebe, Islamwissenschaftler Dr. Hakki Arslan, die MdBs Otto Fricke und Ulle Schauws, die Autoren Liesel Willems und Dr. Martin Große-Oetringhaus, Schauspieler Helmut Wenderoth und Sängerin Karin Mast, Bürgermeisterin Gisela Klaer und Diplom-Ingenieur Klaus Armonies, Ariane Stedtfeld vom GMÖ und Janine Dietsch aus der Kirchengemeinde Hüls. Die Geschichten und Texte so vielfältig und variationsreich wie die Lesenden. Die Pfarrerinnen Katrin Meinhard und Annette Vetter sowie Pfarrer Falk Schöller vom Vorbereitungsteam moderierten den Nachmittag.

Im Jugendgottesdienst abends in der Kreuzkirche Viersen ging es um „Zeit zum Loben. Zeit zum Danken. Zeit für #FairWandlung“. Viele waren gekommen. Die Wortwolke, die seit den Gottesdiensten zu Erntedank morgens befüllt wurde, wuchs immer mehr an. Durften doch die Besucher sogar während des Gottesdienstes mit ihrem Handy Begriffe in die Wortwolke stellen, die sie mit #FairWandeln verbinden.