Damen tobten im ausverkauften Dülkener Kolpinghaus

Zu ihrer Damensitzung hatte die Kleine Dülkener Karnevalsgesellschaft von 2011 eingeladen und das weibliche Geschlecht ließ sich nicht lange bitten. Ein Abend, an dem die heimischen Gewächse und vereinseigenen Darbietungen für jubelnden Beifall sorgten.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Dülken – Sie ist nun wirklich nicht die größte Bühne, die das närrische Brauchtum zu bieten hat, doch bei der Damensitzung der KKG Dülken 2011 e. V. wurde erneut bewiesen: Auch auf der kleinsten Bühne haben die Jecken Platz. Der Saal des Kolpinghauses war bis auf den letzten Platz besetzt und die Gesellschaft hatte ein buntes Programm aus den Acts närrischer Stars und eigener Gewächse vorbereitet.
Ein Abend, an dem zwar der Dülkener Prinz, Marco I., gemeinsam mit seiner Lieblichkeit Sonja I., das Sessionslied zu Ehren der Damen auf der Bühne schmettern durfte, jedoch gemeinsam mit der männlichen Garde danach die Dame seines Herzens alleine lassen musste. Diese ließen es sich den Abend bei der KKG nicht nehmen, zu dem es ebenfalls die Prinzessinengarde der Ki Ka Kai a gezogen hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Kult im Kilt brachten die Garderottis der Großen Rheydter Prinzengarde nach Dülken mit. In Schottenröcken präsentierten sie bewährte Stimmungslieder und Neues aus eigener Komposition. Dabei ist diese Gruppe keine, die sich gesucht hat, jedoch eine, die gefunden wurde, denn rund fünf Monate hatte der Ausleseprozess aus verschiedenen Kandidaten für die Große Rheydter Prinzengarde gedauert, zu denen die Garderottis mittlerweile seit 15 Jahren gehören. Die Gagen fließen dabei an die Prinzengarde und finanzieren das Einspielen der Lieder, Kostüme und mehr.
Ihr Auftritt wurde ebenso mit Beifall belohnt, wie der sich anschließende Sketsch der KKG, bei dem es Lehrerin Veronika Morbitzer nicht leicht hatte mit ihren Schülern die allesamt zu spät zum Unterricht erschienen und am Ende doch lieber mit den Boisheimer ausgetauscht werden sollen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Noch im Jubel des Publikums standen bereits die Vierscher Mispelblüten bereit. In türkis-schwarzen, orientalischen Kostümen präsentierte die weibliche Truppe einen Mix aus närrischen Hits und Showtanz, begleitet von dem rhythmischen Beifall aus dem ausverkauften Saal und natürlich gewohnt unter den strengen, aber freudigen Augen ihrer Trainerin Silke Dückers. Zeit genug, damit sich auch die Damen der KKG für ihren Auftritt vorbereiten konnten.

Ein Medley bis hin zu Cordula Grün hatten Loes, Joke, Veronika, Gabi, Aline und Karin ausgesucht, welches die Stimmung nochmals anhob, damit auch die Räd Män Group aus der Nachbarstadt Boisheim, die sich gerade erst die neue Postleitzahl 41750 zugeschrieben hat, die Bühne stürmen konnten. Die Herren der Ki Ka Kai a ließen es sich nicht nehmen bei der Damensitzung dabei zu sein – und wenn schon nicht als Gäste, dann halt eben als gekonnter Auftritt von Patric Jacobs, Axel Barthelmes, ihrem Prinzen Frank I. Steffens, Hans Linden, Harald Lochner, Helmut Uhing, Stefan Niessen, Patrick Bongartz und Andreas Küsters unter der Leitung und Trainerin Natascha Jacobs. Erstmals standen sie im vergangenen Jahr bei der eigenen Damensitzung auf der Bühne an der Melcherstiege, es wurde Zeit für einen weiteren Auftritt, an den sich ein weiterer Programmpunkt heimischer Gewächse anschloss.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Die Roahser Wibbels sind allerdings lange nicht mehr nur in Viersen bekannt und nahmen bereits an Tanzwettbewerben teil. Back to the Wibbels heißt die diesjährige Show, mit der Lothar, Wolfgang, Tobias, Bernd, Sebastian, Torsten, Michael, Philipp, Jonas und Michael begeisterten und mit der sie im DeLorean tänzerisch zurück in die Zukunft reisten. Dabei besuchten sie den Wilden Westen ebenso wie die 50er Jahre und sogar den Weltraum, bevor die Damen der KKG ein letztes Mal an diesem Abend die Bühne eroberten. An die gekonnten Michael Jackson-Tanzschritte schloss sich die Schlussnummer des Abends an. Kurzfristig eingesprungen aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls der ursprünglichen Band, begeisterten die Oedingsche Jonges aus Krefeld, die mit kölschen Klassikern die Damen von ihren Stühlen rissen, welche nicht nur bei Bella ciao stimmgewaltig im Chor die Band begleiteten. (cs)