Klaus Werthmann erhielt „Goldenen Pothäepel (Kartoffel)“

In jedem Jahr verleiht die KG Poether Pothaepel normalerweise beim Senatorenessen an eine bekannte Persönlichkeit ihren „Goldenen Kartoffel“. Das war aus Krankheitsgründen des diesjährigen Preisträgers nicht möglich und so fand diese Ehrung vor der Sitzung der Gesellschaft statt.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Klaus Werthmann erhielt diese Ehrung aufgrund seines sehr großen Einsatzes für das Winterbrauchtum und ganz besonders aufgrund seiner jahrelangen und sehr guten Arbeit als Hofmarschall.

Da Karl Schäfer vom Karnevalsverband Linker Niederrhein der im letzten Jahr Preisträger war, hielt dieser auch die nachfolgende Laudatio auf den Neuen.

Aus der Laudatio: „Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Vorstand, werte Kartoffelträgerkolleginnen und –kollegen und Senatoren. Ich grüße die Umsetzer des Wählerwillens, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der Poether Pothäepel. Kurz: ich grüße alle Anwesenden.

Eine Volksweisheit lautet: Nicht alles, was sich reimt, ist ein Gedicht, und nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht. Trotzdem möchte ich das Reimen testen und gebe euch folgende Zeilen zum Besten.

Seht mir nach, wenn`s nicht ganz passt, doch ich habe mich damit befasst, alles auf den Punkt zu bringen und hoffe, es wird mir gelingen.

Bei einer Laudatio ist es so zu richten, nur Gutes – und nichts Schlechtes zu berichten. So wird meistens und oft gelogen und das hat mich dazu bewogen, einfach bei den Tatsachen zu bleiben und auf keinen Fall zu übertreiben. Herausgekommen ist und zwar nicht im Nu, das, was jetzt folgt, bitte hört mir zu:

Weit und breit in unserem Land, sind die Poether Pothäepel als Karnevalsverein bekannt. De Möll kieme, der Schlachtruf der Jungen ist schon oft hier im Saal erklungen. Dann hat sich dieser Verein auch noch ausgedacht eine Auszeichnung, die allen Freude macht.

Die Goldene Kartoffel wurde sie gekürt und ist in ganz Gladbach sehr begehrt. Ich habe diese Auszeichnung im letzten Jahr erhalten, deshalb darf ich heute auch die Laudatio halten. Auf eine Persönlichkeit, die wir alle kennen, denn er durfte sich lange Hofmarschall nennen.

Ich will aber noch nicht seinen Namen verkünden – diesen werdet ihr sicherlich später ergründen.

2007 trat er in seinen Verein – die Große Rheydter Prinzengarde ein. Es genügte ihm nicht, so ganz allgemein, nur einfaches Mitglied der Garde zu sein. Als stellvertretender Adjutant arbeitete er sich dann langsam an den Posten des Hofmarschalls heran.

Doch zunächst einmal wollen wir sehen, was in seinem Leben vorher ist geschehen. 1955 erblickte er in Rheydt das Licht der Welt, weshalb Rheydt zu seinen Lieblingsorten zählt. Dort hat er es mit Fleiß weit gebracht und eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht.

Er wollte aber nicht auf Dauer alleine sein und gab beim Tanzen sich ein Stelldichein. Dabei eroberte er Marita, sein Liebelein und mit ihr ging er später die Ehe ein. Was dann kam ist sonnenklar, bald kam Nachwuchs – wunderbar! Sohn Daniel und Tochter Linda – ach wie nett – machten die Familie komplett. Hundedame Emma sorgt heute dafür, dass der zu Ehrende und seine Marita kommen vor die Tür.

In die Welt hinaus hat ihn sein Beruf gebracht und er hat Bekanntschaft mit den Metropolen der Welt gemacht. Die ersten Reisen – Pfandbriefe als Spezialgebiet – führten ihn in die Weltstädte Düsseldorf, Viersen und – Frankfurt ohnehin. Gefolgt von New York, Prag, Luxemburg und London als Mitarbeiter der bankeigenen Revision.

Doch zog es ihn immer wieder nach Hause zurück, zu seiner Liebsten und seinem Familienglück. Und natürlich zum Karnevalstreiben in der Stadt, was er bis heute ist nicht satt.

Halt Pohl – All Rheydt – de Möll kieme – Schöpp op – immer lustig – Halt uut – emmer wenk – et flupp und noch viele Schlachtrufe mehr braucht er zum Leben in seinem Gehör. Sein Motto: was kann es Schöneres geben, als den Karneval in Mönchengladbach zu erleben. Höflich aber bestimmt nahm er seine karnevalistischen Pflichten wahr und begleitete das jeweilige Gladbacher Stadtprinzenpaar.

Mit viel Sachverstand, Gefühl und Gespür sorgte er immer und über Gebühr dafür, dass die Präsentation von dem herrschenden Prinzenpaar eine gute und auch ganz einzigartige war. Da er alles akribisch ausgetüftelt hat verliefen die Auftritte immer glatt.

Das ist der Grund – das ist wirklich gewiss – warum er der neue Gold-Kartoffelträger ist. Als Hinweis lasse ich euch wissen, was man wissen muss, bekommen hat er bereits „Pro Meritis in Carnevalis diebus“.

Nun habe ich genug verraten, vielleicht habt ihr ihn schon erraten, oder habe ich euch in die Irre geführt, wer der neue Ordensträger wird? Die Spannung ist – ich hoffe groß, das Reimen endet hier und ihr seid mich gleich los. Seinen Namen rufe ich nun mit Freuden aus: er heißt Werthmann und mit Vornamen Klaus.“

Nach dieser imposanten Rede von Karl Schäfer wurde dann Klaus Werthmann zur Bühne gebeten. Er bedankte sich für die große Ehre, der Preisträger der „Goldenen Kartoffel“ in diesem Jahr zu sein mit folgenden Worten:

„Sehr geehrte Vorstands- und Gesellschaftsmitglieder der Karnevalsgesellschaft Poether Pothäepel von 1911, geschätzte Karnevalisten, liebe Familie und Freunde, liebe Gäste im Saal:

Mit der goldenen Kartoffel der KG Poether Pothäepel ausgezeichnet zu werden, bedeutet für mich eine enorme Ehre. Die Gesellschaft bereitet mir damit eine große Freude und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zuerst einmal zeichnet mich die Gesellschaft für meine langjährige Tätigkeit als Hofmarschall aus. Dass ich aber nach dem Ende meiner Amtszeit ausgezeichnet werde, entspricht gefühlsmäßig der Verleihung des Oscars für mein Lebenswerk. Ganz besonders möchte ich dem Vorstand der Poether Pothäepel aber dafür danken, dass er alles Mögliche dafür getan hat, mir diese Auszeichnung heute zuteil werden zu lassen.

Traditionell wird die Goldene Kartoffel im Rahmen des Senatorenabends im November verliehen. Als sich abzeichnete, dass ich aus gesundheitlichen Gründen an diesem Abend nicht würde teilnehmen können, zeigte der Vorstand eine sehr klare und konsequente Haltung: Die Goldene Kartoffel sollte mir in jedem Fall verliehen werden. Der Vorstand wünschte mir baldige Genesung mit dem Ziel, mir diese Auszeichnung zu einem späteren Zeitpunkt zu überreichen.

So kam es, dass der Tag der Preisüberreichung fast 3 Monate geschoben wurde. Änderungen des Programmablaufes beim Senatorenabend und bei der heutigen Saalsitzung inclusive. Das ist alles nicht selbstverständlich und deswegen bin ich in ganz besonderer Weise dankbar. Für diese vorbildliche Vorgehensweise gebührt euch m. E. ebenfalls eine Auszeichnung. Ich bitte alle Anwesenden im Saal um einen herzlichen Applaus.

Lieber Karl Schäfer, Präsident des Karnevalsverbandes Linker Niederrhein und Vorgänger als Träger der Goldenen Kartoffel: ich sage dir sehr herzlichen Dank für diese vortreffliche Laudatio in Reimform.

Gleichzeitig danke ich allen Menschen, die mir allzeit verlässliche Partner waren, die mir ihre Sympathie entgegengebracht und ihr Vertrauen geschenkt haben. Insbesondere danke ich meiner Frau Marita und meinen Kindern Daniel und Linda für Ihren Zuspruch und Unterstützung.

Wenn ich aber heute schon einmal in einer „Bütt“ stehe, möchte ich zur Einstimmung auf die gleich folgende Sitzung auch ein paar unterhaltsame Worte verlieren. Ich nenne sie Gedanken eines alternden Mannes. Sie stammen nicht von mir, sondern von einem großen, in 2013 verstorbenen Karnevalisten, Hans Hachenberg, dessen Humor unsterblich ist:

Dein Dürfen und dein Mögen, die steh’n sich oft entgegen. Wo du am meisten drauf erpicht: das darfst du nicht. Schon in der Schule fing es an; hast du mal irgendwas getan, der Lehrer ganz entrüstet spricht: das darfst du nicht. Wirst du dann älter, hast mal einen Stern, möchtest dieses und mal jenes gern, das Mädchen ist auf Zack und spricht: das darfst du nicht. Doch wenn die Braut die Richt’ge war, dann führst du sie zum Traualtar. Du tust als Mann stets deine Pflicht; und alles and’re: darfst du nicht. Aber dann, nach Jahr und Tagen, wenn dich tut das Alter plagen, wenn quälen Rheuma dich und Gicht: dann darfste doch dann kannste nicht.

Ich möchte den straffen Zeitplan der heutigen Veranstaltung nicht sprengen und zum Ende kommen: Es ist mir eine Ehre, eine Freude, ein Fest! Danke Gladbach, jeckes Narrennest. Halt Pohl. All Rheydt und: De Möll kieme! Vielen herzlichen Dank.“

Nach dieser ergreifenden Dankesrede erhielt Klaus Werthmann aus den Händen des Sitzungspräsidenten Rene Wermelskirchen und des 1. Vorsitzenden Ralf Piesczek den „Goldenen Kartoffel“, die Urkunde sowie den Orden der Gesellschaft.

Dann ging es weiter mit der Sitzung zu Ehren des neuen Ordensträgers.