Kleine Kunstwerke gegen die Einsamkeit – Kinder malen für Senioren

Kirche geht weiter – nur anders: In der Evangelischen Kirchengemeinde lässt man sich gerade viel einfallen, wenn es darum geht, trotz Corona-Virus miteinander in Kontakt zu bleiben.

Viersen – Etwa 250 Kinder dürfen zurzeit nicht die drei Kitas der Gemeinde besuchen. Da können die Tage zuhause sehr lang werden. Die Mitarbeiterin der Minikirche, Anna Ortiz-Rojas, hatte deshalb eine Idee, wie das lange Warten auf die Zeit nach der COVID-19-Krise für die Kleinsten weniger schwer fällt und ganz nebenbei den Ältesten eine Freude bereitet.

„Malt für die, die zuhause bleiben müssen!“, mit diesem Aufruf hatte sie sich mit Pfarrerin Kathinka Brunotte über die Sozialen Netzwerke und Aushänge an Familien mit Kindern gewandt und sammelt seitdem viele kleine Kunstwerke, die sich nun auf den direkten, aber sicheren Weg zu den Seniorinnen und Senioren machen.
Zur Viersener Gemeinde gehört auch das Seniorenzentrum der Ev. Kirchengemeinde Viersen, ein Unternehmensverbund mit insgesamt sieben Einrichtungen und Bereichen rund um die Betreuung und Pflege älterer Menschen.

Pfarrer Hans Bretschneider, Claudia Moll und Birgit Goltz bei der Übergabe der ersten Kunstwerke vor „Haus Greefsgarten“, Seniorenzentrum der Ev. Kirchengemeinde Viersen. Foto: stb

In den zwei Seniorenpflegeheimen „Haus Greefsgarten“ und „Haus am Nordkanal“, dem DIAKONIA – Betreutes Wohnen im „Belgischen Viertel“ und dem Service Wohnen „Haus Cordes“ leben knapp 300 ältere Menschen.
„Alle gehören schon alleine altersbedingt zur Risikogruppe, die es in besonderer Weise zu schützen gilt“, so Geschäftsführer Martin Stoof.
Deshalb sind auch das „Haus Greefsgarten“ und das „Haus am Nordkanal“ nach dem Inkrafttreten der neuen Verordnung der Landesregierung vom 22. März nun für Besucher komplett geschlossen, nachdem es übergangsweise bereits große Einschränkungen in der Besucherregelung gegeben hatte. Auf alle Veranstaltungen und Unterhaltungsangebote mit externer Beteiligung wurde hier schon vorsichtshalber viel früher verzichtet.
„Auch wenn die Mitarbeiter in der Pflege und der Sozialen Betreuung Alles geben, um die aktuellen Umstände bestmöglich aufzufangen, trifft die nötige Isolation von der Außenwelt unsere Bewohnerinnen und Bewohner natürlich hart“, bedauert Martin Stoof.

Umso schöner: Erste Kinder-Kunstwerke wurden jetzt am „Haus Greefsgarten“ durch Pfarrer Hans Bretschneider an das Leitungsteam der Sozialen Betreuung, Birgit Goltz und Claudia Moll, übergeben, nachdem sie bereits einige Tage separat gelagert wurden. Nun durchlaufen sie im „Haus Greefsgarten“ ebenfalls noch sicherheitshalber eine mehrtägige „Quarantäne“, obwohl eine Übertragung der Corona-Viren durch Papier bereits nach einem Tag mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist.
„Wir wollen aber absolut auf Nummer sicher gehen“, sagt Birgit Goltz, die sich schon darauf freut, die Bewohnerinnen und Bewohner bald zu überraschen.

Derweil produzieren die Kinder fleißig nach, denn noch reicht es nicht für alle Senioren in allen Einrichtungen. Umso trauriger ist man in der Gemeinde gerade, dass Sammelboxen, die dazu vor dem Gemeindebüro deponiert wurden, bereits zwei Tage in Folge verschwunden sind.
„Wirklich sehr schade, dass das so nicht klappt“, bedauert Kathinka Brunotte und bittet darum, nun den Briefkasten des Gemeindebüros an der Hauptstraße 124 dazu zu nutzen.
„Zu dieser Aktion sind natürlich alle Kinder in Viersen herzlich eingeladen“, betont die Pfarrerin, die die Corona-Zwangspause ihrer Kreuzkirche gerade sehr kreativ dazu nutzt, gemeinsam mit dem lustigen Kamel Carlos und ihrer GutenMorgenKirche – Lieder, Geschichten und Gebete zum Mitmachen, jeden Morgen um 10 Uhr, online in die Familien geschaltet werden zu können. Die GutenMorgenKirche und weitere Online-Angebote der Gemeinde sind zu finden unter viersen.ekir.de.