Kleingärten: Eine Spielwiese für die Zukunft

Bereits zum sechsten Mal in Folge wurde die Kleingartenanlage Bebericher Grund als schönste Anlage in Viersen beim diesjährigen Kleingartenwettbewerb ausgezeichnet. In der ebenfalls auf Bundesebene ausgezeichneten Anlage, die zu jeder Jahreszeit zu einem Spaziergang vorbei an den Gärten einlädt, fällt das Schaufensterpuppenpaar schnell in den Blick, das immer passend zur Jahreszeit gekleidet, den Eingang zum gepflegten Garten der Familie Adrians säumt. 

Viersen – Dabei hatte Renate Adrians vor sechs Jahren gar keine Verbindung zu Kleingärten, als eine Nachbarin ihren Schrebergarten verkaufen wollte – im Gegensatz zu ihrem Mann, der mit Schrebergärten groß geworden war. „Damals habe ich mich überreden lassen den Garten 14 zu übernehmen“, erinnert sie sich und lacht. „Der Garten sah gut aus, aber nachdem wir ihn näher betrachteten stellte sich heraus, dass das Dach kaputt war, ein Rattennest wurde gefunden. Die Hecke zum Nachbarn war innen hohl und stand in einer Badewanne.“ Mit viel Liebe und Leidenschaft bauten sie den Garten um, als dann der benachbarte Schrebergarten mit einem Brunnen vor zwei Jahren frei wurde, übernahmen sie diesen kurzerhand, gaben den ersten Garten an ein Familienmitglied ab. Gemeinsam bewirtschaften sie heute beide Gärten von jeweils rund 360 qm und ergänzen sich hervorragend.

Die Entscheidung zur Kleingärtnerin zu werden hat Renate Adrians nicht bereut. Heute sind die Gärten zu einem zweiten Zuhause geworden, Matthias Adrians ist mittlerweile Vorsitzender der schönen Anlage. „Formulieren wir es so: Wir schlafen zu Hause“, sagt Renate Adrians. „Hier ist jeden Tag etwas zu tun und auch das Obst und Gemüse wird hier frisch verarbeitet. Nicht erlaubt ist in Kleingärten zu wohnen, aber das tun wir hier auch nicht, trotzdem sind wir hier zu Hause.“

So sind die Gärten zu einem Vollzeithobby geworden, obwohl Renate Adrians Gartenarbeit eigentlich nicht leiden konnte. Deshalb wird neben der Gartenarbeit auch die Hollywoodschaukel gerne für ein gutes Buch genutzt. Dabei hat sie sichtbar die Leidenschaft für das Schrebergartenwesen gepackt. Zucchini, Auberginen, Bohnen und viele andere Gemüse gedeihen zur wettkampfreifen Größe – ganz stolz kann sie auf ihre besonderen Versuche sein, darunter die Kartoffel- und Kürbiszucht in Strohballen.

Bei solchen Fachfragen hilft man sich hier gegenseitig, tauscht selbstgezogene Produkte. Überproduktionen werden an Kinder- und Jugendeinrichtungen in Viersen gespendet, darunter das Don Bosco-Heim. So sind die Kleingärtner der 25 Gärten auch über die Kleingartenanlage hinaus dafür bekannt eine große Gemeinschaft zu sein. Eine Familie, die zum Beisammensein in den Gärten oder am Vereinsheim zusammenkommt. Dazu gehört ebenfalls mehrfach im Jahr die Gemeinschaftsarbeit, bei der die Kleingartenanlage auf Vordermann gebracht oder der städtische Spielplatz gepflegt wird.

Die Gartengemeinschaft verbindet, die Gärten bieten ein Naturerlebnis für Groß und Klein, bieten Entspannung und Erholung sowie eine Spielwiese für unsere Zukunft. Kein Wunder, dass das Kleingartenwesen nicht nur in Großstädten stetig wächst. (dt)

Foto: Viersen inside