Klima-Camp „Ende Gelände“: Polizei sperrt den Viersener Bahnhof

Um „Straftaten zu vermeiden“ hat die Polizei den Viersener Bahnhof gesperrt, es gibt kein Durchkommen für die Aktivisten der Bewegung „Ende Gelände“.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Update: Seit 16.30 Uhr ist der Viersener Bahnhof wieder freigegeben.

Viersen – Nicht nur der Bahnhof wurde von der Polizei gesperrt, auch umliegende Straßen sind mittlerweile betroffen. Nach einer Rückfrage bei der Polizei Aachen wurde mitgeteilt, dass man „Straftaten verhindern“ und für Sicherheit sorgen wolle.

Da die Aktivisten der laut Bundesamt für Verfassungsschutz linksextremistisch beeinflussten Bewegung im Vorfeld zu der Begehung von Straftaten aufgerufen hätten, hierunter fällt auch das Eindringen in den Tagebau, dass eine Lebensgefahr für die Beteiligten darstellt, hat die Polizei Maßnahmen ergriffen. Zurzeit campen rund 3.000 Aktivisten in Viersen. Für heute und für Samstag ist eine Aufbruchswelle geplant.

Foto: Rheinischer Spiegel

Um die Bewegungen der Klima-Aktivisten zu verfolgen, kreist zudem seit heute Morgen ein Hubschrauber über dem Camp, in Viersen sind zahlreiche Polizisten, teilweise mit Mannschaftsbussen, im Einsatz. Weitere Einsätze gibt es rund um den Tagebau Garzweiler, da die Sicherheitsbehörden Blockadeversuche von Klima-Aktivisten der „Ende Gelände“-Bewegung befürchten. Für eine solche Blockade hatte die Bewegung auf dem Hohen Busch bereits trainiert, so war die Polizei ebenso wie der Tagebaubetreiber RWE auf eine solche Aktion vorbereitet. Zudem hatte die Bewegung „Ende Gelände“ im Voraus angekündigt den Kohleabbau mit zivilem Ungehorsam stoppen zu wollen.

Am heutigen Morgen wurde dann das Aufbrechen zahlreicher Teilnehmer unter anderem vom Bahnhof Viersen aus beobachtet. Die Polizei hat in diesem Zusammenhang die Teilnehmer per Lautsprecher aufgefordert ihre Schutzbewaffnung abzunehmen. Durch die Polizeisperrung gibt es aktuell kein Wegkommen per Bahn aus der Stadt, es halten zudem keine Züge in Viersen. Zurzeit werden die Klima-Aktivisten mit Reisebussen abtransportiert. Wie lange die Sperrung dauert steht bisher noch nicht fest. Am Gebiet Garzweiler und in Aachen demonstrieren seit heute morgen zahlreiche andere Verbände, darunter der BUND oder Fridays for Future, friedlich gegen den Kohleabbau. (cs)

Foto: Tweet Polizei Aachen