Königsvesper eröffnet Schützensaison

Das Brass-Ensemble der Musikschule mit 4 Schülern, die bei Jugend musiziert und schon oft gepunktet haben als mehrfache Landespreisträger oder auf Regionalebene (Dominik Reugels und Lukas Fremmer (Trompete), Nils Reiher (Waldhorn) und Alexander Misch (Euphonium) eröffneten die diesjährige Königsvesper im Ratssaal des Rathauses Abtei, zu der schon seit über 25 Jahren vom jeweiligen Oberbürgermeister eingeladen wird. Damit ist dann die offizielle Schützensaison eröffnet. Hierzu werden auch immer die Präsidenten bzw. Brudermeister der Mönchengladbacher Bruderschaften eingeladen.

Mönchengladbach – Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners fiel als Hausherr die Aufgabe zu, die Gäste zu begrüßen. An erster Stelle nannte er den Bezirksbundesmeister Horst Thoren, seinen karnevalistischen Pendant Gert Kartheuser, die Bezirkskönigshäuser, ob jung oder alt, sowie den Bezirksjungschützenmeister Sebastian Schnock.

Weiter hieß er die ehemalige Oberbürgermeisterin Monika Bartsch, die Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber, den Pressekönig Calle Kops (Radio 90,1), die Vertreter der Politik und Medien sowie den Polizeipräsidenten Mathis Wiesselmann, der für die nötige Sicherheit und Ordnung sorgt, herzlich willkommen.

Calle Kops_Walter Dunkel

In der Schar der geladenen Gäste waren viele Unterstützer, ohne die das Brauchtum in Mönchengladbach nicht einen so hohen Stellenwert hätte. Sie bilden das stabile Gerüst, das die Bruderschaften und Vereine mit Leben füllen.

Den Begriff Königsvesper deklarierte er wie folgt: so wie der Frühling auf den Winter folgt, ist die Königsvesper ein Symbol dafür, dass der Karneval beendet ist und auf ihn im Brauchtumskalender das Schützenwesen folgt. Beide Bereiche können aber auch „gut miteinander“. Sie kommen sich ja zeitlich auch nicht ins Gehege. Es gibt viele Karnevalisten, die Mitglied in einer Bruderschaft sind oder umgekehrt. Einfach, weil es Menschen sind, die anpacken, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Menschen, die etwas tun möchten, damit ihr direktes Lebensumfeld und die Stadt, in der sie leben, noch ein bisschen lebenswerter werden.

Das Bewahren alter Traditionen und Symbole bringt den Schützen gelegentlich den Vorwurf ein, sie seien nicht mehr ganz „up to date“. Es ist die Frage, ob man wirklich jeden Trend mitmachen muss, um als „in“ zu gelten. Eine innere Verbundenheit kann nur durch Kontinuität wachsen. Der Schützenverein ist ein Ort des Zusammenstehens, des Zusammenhalts und des Zusammenseins der Generationen. Junge Menschen lernen hier den Wert von Bindungen, den Wert des Gemeinsinns und aktiver unentgeltlicher Mitarbeit kennen. All das sind Werte, die Menschen formen und sie stark machen. Werte, die unsere Gesellschaft dringend braucht.

Brauchtum und Tradition ergibt sich aus wiederholen, so begann Horst Thoren seine Rede. Alles was schön ist, sollte man wiederholen. Essen, Trinken und Gespräche ist Gewöhnung und damit Tradition. Man trifft immer wieder Leute, die man schon kennt bzw. die man kennen lernt.

Wie bereits bekannt, will Hawi Reiners im nächsten Jahr aufhören, was für die Schützen sehr schlecht ist, denn man hat sich auf ihn eingestellt. Man weiß welches Bier er trinkt, wo man mit ihm Freude haben kann, aber auch, dass er schon einmal nein sagen kann. Er ist zwar kein Schützenbruder, aber „ene nette Kääl“. Was Thoren dann sagte, würde wie eine Drohung für Frau Reiners aussehen. Reiners muss in den nächsten 2 Jahren alle Festivitäten besuchen, die im Brauchtum stattfinden.

Auch ging Thoren auf den Dienstwagen von Reiners ein, den dieser nach seiner Amtszeit zurück geben muss. Er hatte sich erkundigt, was ein neues Auto kostet, aber das ging über die finanziellen Möglichkeiten der Schützen hinaus. So hatte Thoren sich mit Max Backes bei der Firma Faba umgesehen und einen Wagen in Augenschein genommen, der neu, schnittig und von BMW kommt und genau für den OB zugeschnitten ist.

Thoren überreichte dem OB ein Bobby Car von BMW, an dem wahrscheinlich die Enkel Reiners mehr Freude haben, als er selbst.

Weiter fuhr Thoren fort, dass Brauchtum und Tradition davon leben, dass man etwas zurück gibt und in diesem Fall an das Rathaus Abtei. Vor 90 Jahren wurde ein Bild ausgegeben, das den Auszug der Mönche zur Franzosenzeit aus der Abtei zeigt und dieses Bild überreichte er dann dem Oberbürgermeister. Gleichzeitig schenkte Thoren seinem Mitstreiter im Brauchtumspakt, Gert Kartheuser, ein Bild, welches den Auszug der Preußen aus Düsseldorf zeigt.

Das obligatorische Essen an diesem Abend ist immer Grünkohl mit Mettwurst und Kasseler. Bevor die Gäste sich hieran laben konnten, sprach der Bezirkspräses Johannes van der Vorst ein kurzes Gebet.

Nach dem Essen forderte Thoren die Gäste auf, doch noch einen Nachschlag zu nehmen, denn trotz knapper Kasse wird der OB vom Kämmerer kontrolliert, ob auch alles aufgegessen wurde. Aber wie es aussah, waren die Finanzmittel besser als geglaubt, denn es gab noch ein leckeres Dessert.

Den Damen des Service ließ Thoren durch Bruderratsmitglieder jeweils einen Blumenstrauß als Dankeschön für die geleistete Arbeit überreichen.

Auch ist es Tradition, dass Geschenke seitens des OB an die Majestäten verteilt werden. So erhielten Bezirkskönig Walter Dunkel, seine Minister Stefan Pitsch und Silke McCoy zur Erinnerung eine Nachbildung des Siegels von 1183, das den Abt Walter darstellt.

Bezirksprinz Steve Glasmacher, seine Ritterin Sabine Nennen, der Bezirksschülerprinz Tobias Maaßen mit seinen Rittern Max Hueber und Till Buchweitz erhielten jeweils ein Handtuch mit dem Wappen der Stadt Mönchengladbach.

Thoren ergriff noch einmal das Wort und führte an, dass das Brauchtum märchenhaft sei. Ihm vielen mehrere Märchen ein, die passen könnten. Man isst lecker bei Tusch auf der Kirmes und fühlt sich wie im Schlaraffenland. Manche Majestät fühlt sich nach dem Königsschuss wach geküsst wie ein Froschkönig.

Er erklärte weiter, dass in diesem Jahr der Festplatz beim Stadtschützenfest der Sonnenhausplatz ist. Auch sind an diesem Sonntag wieder die Geschäfte geöffnet.

Ganz besonders hob er dann drei Märchen hervor: Tischlein deck dich, Esel streck dich und Knüppel aus dem Sack.

Zu Tischlein deck dich, bat er Sven Tusch nach vorne, der immer und immer wieder zum Essen und Trinken einlädt.

Für Esel streck dich bat er Marc Fahrig von der Firma Schaffrath zu sich, der den einen oder anderen Taler fallen lässt und das Brauchtum unterstützt. So wird dieser mit seinen LKW auch für die Sicherheit während des Stadtschützenfestes sorgen.

Für den Knüppel aus dem Sack hatte Thoren den Polizeipräsidenten Mathis Wiesselmann vorgesehen. Dieser Knüppel kommt aber nur dann raus, wenn man Menschen in die Schranken verweisen muss. Er dankte ihm für die Sicherheit durch die Polizei.

In seinen Schlussworten wies Thoren noch einmal auf die nächsten Veranstaltungen hin und zwar die Nachtwallfahrt am 6. April 2019 und den Bezirksjungschützentag mit Prinzenschiessen am 27. April 2019 in Mülfort.         klick► Fotoalbum Königsvesper             (Text: Marlene Katz)