Korschenbroich: Von der Intensivpflege zum Marketing

Viele haben Kamil Albrecht bereits mit dem Bombenkaffee auf dem einen oder anderen Wochenmarkt kennengelernt. Nun plant der Intensivpfleger den „Pflexit“, also den Ausstieg aus dem Pflegeberuf und wechselt mit umfangreichem Wissen in die Marketingbranche.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Korschenbroich – Der Bombenkaffee, mit denen Klinikkräfte oder Schichtarbeiter wach bleiben, ist nur eines der verschiedenen Projekte des 35-jährigen Intensivpflegers Kamil Albrecht. Er hat seinen Beruf mit viel Hingabe gewählt, die in seinem Podcast „Awesome & Average“, in welchem er gemeinsam mit Arzt Dr. Moritz Tellmann auf eine lockere Art vom Alltag auf der Intensivstation berichtet, hörbar wird. Nach über zehn Jahren in der Intensivpflege gibt es einiges zu erzählen, zudem arbeitet er bis heute auf schwimmenden Schiffshospitälern und zeigt Pflegekräften spannende Alternativen auf. Längst ist er als Pflegeblogger bekannt und hatte hierdurch immer wieder Kontakt in die Marketingbranche, in der er nun neu durchstarten möchte.

„Ich plane das, was viele meiner Kollegen und Kolleginnen nicht planen können, weil sie keine Alternative in ihrem Arbeitsleben haben“, so Kamil Abrecht. „Den „Pflexit“, also den Ausstieg aus dem Pflegeberuf. Die Umstände, Zustände und Situationen der Branche sind hinreichend bekannt und spätestens durch die Pandemie und diverse Petitionen medial aufgearbeitet worden.“

„Ich plane das, was viele meiner Kollegen und Kolleginnen nicht planen können, weil sie keine Alternative in ihrem Arbeitsleben haben“, so Kamil Abrecht. „Den „Pflexit“, also den Ausstieg aus dem Pflegeberuf.“ – Foto: Privat

Ein Schritt, den er nicht leicht und unüberlegt getroffen hat. „Ich tausche Medizin gegen Marketing, Reanimation gegen Redaktion und Kreislaufversagen gegen Kampagnen“, schmunzelt er. Natürlich sei auch die Idee nicht einfach vom Himmel gefallen, als aus einem ehemaligen Fotohobby der klassische Quereinstieg in die Branche wurde. Neben seiner Tätigkeit in der Klinik sammelte er wertvolles Wissen und nützliche IHK-Zertifikate, bündelte Erfahrungen in Marketingagenturen und kombinierte für Aufträge oftmals die eigene, klinische Expertise.

Anfang des kommenden Jahres startet er nun gemeinsam mit seiner Partnerin, die aktuell als Marketingmanagerin bei einem großen Werkzeughersteller tätig ist, die Agentur „Monsters of Media“. Passend hierzu schuf er kleine Monster, die sich in den speziellen Fachbereichen auskennen. „Gemeinsam mit einem Netzwerk im Bereich Grafik, Design, Redaktion, Fotos, Videos, Social Media-/Online- und Medical Marketing möchte ich den Absprung wagen“, erklärt Kamil Albrecht und wird dabei natürlich dem „Medical Marketing“-Bereich einen besonderen Stellenwert einräumen.

„Dienstleister im medizinischen Bereich und Krankenhäuser nutzen in Social Media-Workshops meinen kombinierten Input um beispielsweise ihren Instagram-Kanal aufzufrischen oder ihr Personal auf den neusten Stand der Medien zu bringen.“ Die ersten Aufträge seien bereits da, auch wenn der Agentur-eigene Webseitenauftritt noch nicht stehe, lächelt er, denn gerade im Pflegebereich sei das Vertrauen zu einer Pflegekraft höher als bei Freelancern, die nicht nachempfinden können wie sich der Alltag im Pflegebereich gestaltet. Bis zum Start in 2022 lohnt sich allerdings ein Besuch auf seinen aktuellen Plattformen, mit denen der Allrounder auf Facebook, Instagram oder auf kamkamvideo.de bereits einen kleinen Einblick in seine Arbeit gibt. (cs)

„Ich tausche Medizin gegen Marketing, Reanimation gegen Redaktion und Kreislaufversagen gegen Kampagnen“, schmunzelt der 35-Jährige. Foto: Privat

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