Krefeld: Brotprüfung 2020 ergab 6-mal „Gold“, 53-mal „sehr gut“ und 29-mal „gut“

Die Niederrheinische Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss zeigt Flagge und ließ die Brotprüfung 2020 mitten in der Krefelder Fußgängerzone durchführen. Dafür wurde sie mit breiter Aufmerksamkeit und hervorragenden Ergebnissen für ihre Brote belohnt: 6-mal „Gold“, 53-mal „sehr gut“ und 29-mal „gut“.

Krefeld – Besonders die Bäckereien haben sich während des Lockdowns als zuverlässige Versorger mit schmackhaften Grundnahrungsmitteln bewiesen. Viele erlebten geradezu einen Boom im Thekengeschäft. „Diesen Imagegewinn möchten wir halten und weiter ausbauen“, bekräftigt Rudolf Weißert, Obermeister der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss. „Deshalb haben wir auch die diesjährige Brotprüfung wieder öffentlich gemacht.“ Sie fand am vergangenen Samstag mitten in der gut besuchten Krefelder Fußgängerzone statt.

16 Meisterbetriebe hatten insgesamt 90 Brot- und Brötchenproben zur unabhängigen Qualitätsprüfung eingereicht. Sie wurden von Karl-Ernst Schmalz, Qualitätsprüfer des Deutschen Brotinstituts (DBI), unter die Lupe genommen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Kruste, die für die Frische und das Aroma steht. Weitere Kriterien sind Form und Aussehen, Lockerung und Krumbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack. Schmalz ist seit 33 Jahren dabei und immer noch begeistert von der Vielfalt: „Hier ist wieder jedes Stück ein Unikat“, lobte er.

Sie sorgten für viel Publikum bei der Brotprüfung (v. l.): Caroline Puppe, Brotkönigin Rheinland & Westfalen; Karl-Ernst Schmalz, Qualitätsprüfer Deutsches Brotinstitut; Frank Meyer, Oberbürgermeister Krefeld; Rudolf Weißert, Obermeister Niederrheinische Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss; und Erich Lehnen, Vorstandsmitglied Niederrheinische Bäcker-Innung. Foto: Kreishandwerkerschaft / Dirk Jochmann

Für weitere Aufmerksamkeit sorgte auf besonders anmutige Weise der Besuch der amtierenden rheinisch-westfälischen Brotkönigin Caroline Puppe. Sie trug dabei volles Ornat, die goldbestickte Schärpe sowie das Diadem mit Brot und Brezel. Die 26-Jährige entstammt einer Bäckerfamilie mit langer Tradition und hat gerade ihre Meisterprüfung abgelegt. Sie weiß, dass die Kunden zunehmend Wert auf die Hervorhebung natürlicher Aspekte und auf insgesamt gesunde Backwaren legen. Selbst isst sie am liebsten eine Scheibe frisches Sauerteigbrot „nur mit Butter und Salz“.

Zur „Liebe für alles aus Dinkel“ bekannte sich am Stand der Bäcker-Innung Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer. Er nahm sich trotz seines prall gefüllten Terminkalenders Zeit für ein ausgiebiges Gespräch unter Feinschmeckern. Er halte es für sehr wichtig, das „Qualitätshandwerk sichtbar“ zu machen, und er schätze daneben auch den persönlichen Bezug in den Ladengeschäften. Der Besuch einer Bäckerei mit Austausch einiger freundlicher Worte über die Verkaufstheke hinweg bringe für ihn immer auch einen „Wohlfühlfaktor“ mit sich.

Die Ergebnisse der Brotprüfung 2020 bestätigen ein hervorragendes Qualitätsniveau in den Meisterbackstuben der Region. „Gold“ erhält ein Bäckermeister für ein Brot oder Brötchen, das drei Jahre in Folge mit „sehr gut“ benotet wird. Gold-Auszeichnungen gab es bei der Niederrheinischen Bäcker-Innung in diesem Jahr sechs. Stattliche 53 Produkte wurden mit „sehr gut“ bewertet, 29 mit „gut“. Innungsobermeister Rudolf Weißert findet das Resultat trotz eher zurückhaltender Beteiligung sehr erfreulich. „Die teilnehmenden Betriebe haben, wie man an den Ergebnissen sieht, zu Recht volles Vertrauen zu ihren Produkten.“

Die Brotprüfung hat bereits eine sehr lange Tradition. Ihr Ursprung liegt darin, den Bäckermeistern Unterstützung bei der Optimierung ihrer Produkte zu bieten. Daneben stellt sich immer auch ein erfreulicher Marketingeffekt ein. Die Niederrheinische Bäcker-Innung nutzte diesen 2020 unter anderem für den guten Zweck. Der Anblick der Brotspezialitäten, die zur Prüfung eingereicht wurden, machte vielen Besuchern Appetit. In weiser Voraussicht hatten die Vorstandsmitglieder rustikale Aktionsbrote gebacken, und auch die Brotkönigin brachte noch einmal einen großen Korb davon mit. Sie wurden mit je einer Flasche Weizenbier, gestiftet von der Brauerei Königshof, als „Brotzeitpack“ gegen eine Spende ausgegeben. Über die beachtliche Summe von 350 Euro darf sich nun die heilpädagogische Kindertagesstätte „Waldwichtel“ in Tönisvorst freuen.