Krefeld: IHK-Projekt unterstützt Unternehmen und Sportvereine bei der Kooperation

Für Jörg Heydel sind Sportvereine „in unserer modernen digitalen Welt eins der letzten intakten analogen sozialen Netzwerke, der soziale Kitt der Gesellschaft“. Er ist Geschäftsführer des SC Bayer 05 Uerdingen e.V., des größten Breitensportvereins in Krefeld.

Krefeld – „Bei uns kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, sie begeistern sich für ihre Sportart, ihre Mannschaft, teilen Emotionen“, sagt er. „Wir definieren uns als zweite Familie unserer Mitglieder und versuchen genau das zu leben.“ Teil dieser Vereinsfamilie können auch Unternehmen werden. Zusammen mit dem SV Bayer Uerdingen 08 e.V. engagiert sich der SC Bayer 05 Uerdingen für das Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Kreissportbünden ins Leben gerufen hat.

„Sportvereine sind in Zeiten des Fachkräftemangels eine gute Plattform für Unternehmen, um Jugendliche früh auf sich aufmerksam zu machen“, sagt Dimitri van der Wal, der das Projekt für die IHK betreut. „Wer sich in einem Sportverein engagiert, erzeugt Bindung durch Emotion – und die ist besonders stark.“ Wie Konzepte für eine nachhaltige Kooperation zwischen Unternehmen und Sportvereinen aussehen können, die beiden Seiten einen Mehrwert bringen, erarbeiten der SC Bayer 05 Uerdingen und der SV Bayer Uerdingen 08 momentan zusammen mit van der Wal. Ziel ist es, Kooperationsformen zu finden sowie Aktionen zu definieren, die auch in kleinen Breitensportvereinen umsetzbar sind. „Klar ist, dass es nicht ausreicht, sich als Sponsor auf der Bandenwerbung oder auf dem Trikot zu präsentieren“, erklärt Gunter Archinger, Geschäftsführer des SV Bayer Uerdingen 08. „Das Unternehmen muss vor Ort Flagge zeigen, zum Beispiel durch Aktionen bei Turnieren oder Vereinsfesten.“ Allerdings sei jeder Verein anders aufgestellt, habe andere Schwerpunkte und Bedürfnisse. „Um ein Gefühl für einen Sportverein zu bekommen, ist der persönliche Kontakt zu den Protagonisten unentbehrlich.“

Van der Wal rät, die Ziele einer Kooperation schriftlich festzuhalten und auch immer wieder den Stand der Dinge zu überprüfen. „Wie so eine Vereinbarung aussehen kann, müssen Verein und Unternehmen individuell – auch gerne mit unserer Unterstützung – klären. Da gibt es keine Lösung von der Stange“, so van der Wal. „Allerdings sollte man es nicht zu kompliziert machen.“ Der SV Bayer Uerdingen 08 organisiert zum Beispiel im September einen Aktionstag „Sport und duale Karriere“, an dem sich 15 Ausbildungsbetriebe beteiligen. Der SC Bayer 05 Uerdingen bietet Unternehmen in der regelmäßig erscheinenden Vereinsbroschüre die Möglichkeit, sich als Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. „Solche Aktionen haben anders als so manch andere Werbemaßnahme kaum Streuverluste“, erklärt van der Wal.

Unternehmen, die auf der Suche nach einem Sportverein als Kooperationspartner sind, sollten sich zuerst in der eigenen Belegschaft umschauen. „Vielleicht gibt es ja einen Mitarbeiter, der sich bereits für einen Verein engagiert“, sagt der Experte. „Das ist die Ideallösung. Ansonsten hilft die IHK mit ihrem Netzwerk gerne weiter.“ Wichtig sei, sich Gedanken über die Zielgruppe zu machen. „Wer Floristen ausbilden will, wird in einer reinen Jungen-Fußballmannschaft vielleicht nicht fündig. Aber ansonsten gilt: Wer sich authentisch und mit Herzblut im Sportverein engagiert, wird von den jungen Menschen auch positiv wahrgenommen.“

Unternehmen, die Fragen zum Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“ haben oder Kontakte zu Sportvereinen knüpfen wollen, können sich an Dimitri van der Wal (Tel. 02131 9268-555, E-Mail: wal@mittlerer-niederrhein.ihk.de) wenden.

Gunter Archinger (l.), Geschäftsführer des SV Bayer Uerdingen 08 e.V., und Jörg Heydel (r.), Geschäftsführer des SC Bayer 05 Uerdingen e.V., unterstützen das IHK-Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“, das Dimitri van der Wal betreut. Foto: IHK

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