Krefeld: Staatsanwaltschaft prüft Körperverletzung im Amt – Tunesier griff im Vorfeld die Beamten an

Am vergangenen Samstag war es in Krefeld zu einer schweren Brandstiftung gekommen. In diesem Zusammenhang kursiert ein Video in den sozialen Medien, welches zeigt wie Polizisten einen 47-jährigen Tunesier gewaltsam festnehmen. Die Staatsanwaltschaft lässt den Sachverhalt unter allen Aspekten, polizeilich wie staatsanwaltschaftlich, prüfen.

Krefeld – Am Samstag, 10. Oktober 2020, hat die Polizei Krefeld einen Mann und eine Frau wegen schwerer Brandstiftung festgenommen. Die Frau wurde am darauffolgenden Sonntag wieder entlassen. Der 47-jährige Tunesier wurde gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Krefeld beim Amtsgericht vorgeführt. Gegen den Mann erging Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung und Widerstands. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Am Montag hat die Polizei zudem einen Sachverständigen eingeschaltet, der den Brandort untersucht.

Am Vormittag hatten Nachbarn den Notruf gewählt, weil Rauch aus der Erdgeschoßwohnung eines Mehrfamilienhauses an der Hubertusstraße drang. Darin wurden eine 28-Jährige und der 47-Jährige angetroffen, die nicht Mieter sind. Bereits am 29. September 2020 hatte es in dieser Wohnung gebrannt, weshalb sie seitdem unbewohnbar war. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar. In der Wohnung brannte Müll und verursachte eine erhebliche Rauchentwicklung. Deshalb wollten Polizeibeamte, die vor der Feuerwehr eintrafen, die beiden Personen zu ihrem eigenen Schutz aus der Wohnung bringen. Andere Personen hielten sich nicht in dem Gebäude auf.

Während die Frau die Wohnung eigenständig verließ, weigerte sich der Mann und riss sich aus dem Griff eines Beamten los und kehrte zurück in die Wohnung. Dort warf er etwas in die Flammen.
Als er etwas später zurück zur Tür kam, hielt er eine längere, metallische Greifzange in der Hand, mit der er nach den Beamtinnen und Beamten schlug. Sie ergriffen ihn, um sein erneutes Betreten der brennenden Wohnung zu verhindern. Daraufhin wurde der Mann aggressiv, schlug und spuckte um sich.
Mehrere Beamtinnen und Beamte versuchten, ihn festzuhalten. Aufgrund seiner Gegenwehr gelang ihnen das nicht sofort. Es folgte ein Gerangel, in dessen Verlauf der Mann das Reizgas eines Beamten ergriff, das heruntergefallen war. Noch bevor er es einsetzen konnte, entrissen die Einsatzkräfte ihm das Gas sowie die Zange und brachten ihn zu Boden.
Der Tatverdächtige blieb unverletzt. Er ist bereits polizeilich in Erscheinung getreten und ist der Polizei als gewaltbereit bekannt. Er ist ohne festen Wohnsitz. Eine Beamtin wurde bei der Festnahme an der Hand verletzt. Sie blieb weiter dienstfähig.

Die Polizei Krefeld hat ein Video, das einen Teil der Festnahme dokumentiert und im Netz existiert, als Beweismittel mit in das Strafverfahren eingebracht. Das Video kursiert in Twitter und anderen sozialen Medien als „Polizeigewalt“ – jedoch ohne die Vorgeschichte. Hinsichtlich des Vorwurfes bezüglich des Verhaltens einer Polizeibeamtin während der Festnahme prüft die Staatsanwaltschaft Krefeld, ob ein Anfangsverdacht einer Straftat – namentlich einer Körperverletzung im Amt – vorliegt. Die Polizei Gelsenkirchen hat aus Neutralitätsgründen die polizeilichen Ermittlungen übernommen. Die Polizei Krefeld prüft den Sachverhalt unter beamtenrechtlichen Aspekten. Bislang gibt es keine personellen Maßnahmen in diesem Zusammenhang.

Quelle: Polizei Krefeld, Staatsanwaltschaft Krefeld

Die Polizei Krefeld hat ein Video, das einen Teil der Festnahme dokumentiert und im Netz existiert, als Beweismittel mit in das Strafverfahren eingebracht. Foto: Sceenshot Facebook

Ein Kommentar

  1. 2 oder 3 Beamte halten den Mann fest ,die Beamtin kommt von vorne dazu und schlägt immer wieder auf den Kopf und den Nacken des festgehaltenen Mannes. Das ist unbeherrscht und brutal Ist das die zukünftige Polizei auf unseren Straßen?.Wenn der Vorfall keine Konsequenzen hat wird diese Beamtin immer wieder zuschlage

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