Krefelder Zoll deckt organisierte Form von Schwarzarbeit im Baugewerbe auf

Mehr als 100 Einsatzkräfte des Zolls und der Steuerfahndung Düsseldorf durchsuchten in den frühen Morgenstunden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krefeld in einer großangelegten Festnahme- und Durchsuchungsaktion zeitgleich insgesamt 23 Wohn- und Geschäftsräume und vollstreckten einen Haftbefehl. Die Durchsuchungen fanden in Krefeld, Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Duisburg, Düsseldorf und Aachen statt.

Krefeld/Mönchengladbach – Der Staatsanwaltschaft Krefeld gelang es in Zusammenarbeit mit der beim Hauptzollamt Krefeld eingerichteten Ermittlungsgruppe der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die kriminellen Machenschaften der mutmaßlichen Tätergruppe im Baugewerbe aufzudecken. Den sechs Beschuldigten wird unter anderem Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in einem besonders schweren Fall vorgeworfen.

Durch ein komplexes Netzwerk verschiedener Servicefirmen, sogenannter Strohmannfirmen, gelang es den Beschuldigten durch hohe Barverfügungen, Scheinrechnungen und Manipulation der Buchführung die beschäftigten Schwarzarbeiter verdeckt zu entlohnen. Dadurch entstand ein Schaden von ca. 1 Millionen Euro.

Gegen einen der mutmaßlichen Täter des Schwarzarbeitsnetzwerkes wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Hierbei handelt es sich um einen 44-jährigen Mann mit mazedonischer Staatsangehörigkeit. Bei den fünf weiteren Beschuldigten handelt es sich um Männer im Alter von 32 bis 51 Jahren mit deutscher, serbischer und lettischer Staatsangehörigkeit.

Die eingesetzten Kräfte konnten umfangreiches Beweismaterial sicherstellen, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden. Bei einer Verurteilung drohen den mutmaßlichen Haupttätern Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Zum Schutz der noch laufenden Ermittlungen können keine weiteren Angaben zum Sachverhalt bekannt gegeben werden. (opm)

Foto: Zoll Krefeld