Kreis Viersen: Anstieg um 23,3 Prozent in den letzten fünf Jahren – 4.295 Rentner in Minijobs 

Immer mehr Rentner und Rentnerinnen im Kreis Viersen müssen dazu verdienen, weil die Rente nicht ausreicht. Zu diesem Ergebnis kommt der DGB-Kreisverband Viersen nach einer DGB-Analyse über die Entwicklung der Erwerbstätigkeit der über 65-Jährigen im Kreis Viersen.

Kreis Viersen – „Die Rentenkürzungsprogramme der vergangenen Jahre produzieren Altersarmut. Schon heute sind viele Rentnerinnen und Rentner gezwungen dazu zu verdienen. Die Frage ist, wie lange die Menschen das durchhalten. Bis 69, 73 oder 78 Jahren? Sicher ist, dass irgendwann Schluss ist mit dem Minijob und die Rente auf Niedrigniveau verbleibt. Die Lösung der Rentenfrage kann folglich nicht im dauerhaften Hinzuverdienen von Ruheständlern liegen, die ihr Arbeitsleben hinter sich haben‘‘, so DGB-Sekretär Klaus Churt.

Der DGB-Untersuchung zufolge waren am 31.03.2019 im Kreis Viersen 4.295 Personen über 65 Jahren in Minijobs beschäftigt. Zum selben Stichtag fünf Jahre zuvor waren es 3.482. Das bedeutet eine Steigerung von 23,3 Prozent. Von den 4.295 Minijobbern waren 2.299 Männer und 2.006 Frauen, was die Schlussfolgerung zulässt, dass beide Geschlechter betroffen sind, obwohl die aktuelle Rentenhöhe von Frauen auch im Kreis Viersen mit urchschnittlich 627 Euro im Monat deutlich hinter der der Männer mit 1.200 Euro im Monat zurücksteht.

Verantwortlich für den Anstieg der Minijobs bei immer mehr Ruheständlern, ist für den DGB die Rentengesetzgebung. Lag das Rentenniveau im Jahr 2000 noch bei 53% des Durchschnittslohns, beträgt es aktuell nur noch rund 48 % und kann bis 2030 auf 45 % absinken. „Eine Rente, die im Jahr 2000 beispielsweise 1.000 Euro betrug, ist im Jahr 2030 nur noch 800 Euro wert! Diese Politik erzeugt Altersarmut und muss geändert werden“, so Churt.