Kreis Viersen: Baulandpreise für den individuellen Wohnungsbau deutlich gestiegen

Die Baulandpreise für den individuellen Wohnungsbau im Kreis Viersen sind deutlich gestiegen. Die Preissteigerungen lagen im Jahr 2019 in allen Gemeinden zwischen 5 und 10 Prozent, in Brüggen sogar teilweise bei ca. 15 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Viersen hervor.

Kreis Viersen – „Die höchsten Baulandpreise für den Wohnungsbau werden in Kempen und Tönisvorst (St. Tönis) erzielt“, sagt Claudia Ziemer, die Vorsitzende und Geschäftsführerin des Gutachterausschusses. In guten Wohnlagen seien die Bodenrichtwerte in den Städten allgemein auf 205 bis 300 Euro pro Quadratmeter und in den Gemeinden auf 170 bis 245 pro Quadratmeter gestiegen. Bei den mittleren Wohnlagen liegt die Spanne zwischen 155 und 280 Euro pro Quadratmeter im gesamten Kreisgebiet.

Bei den Kauffällen über Ein- und Zweifamilienhäuser ist das Preisgefälle zwischen Ost- und Westkreis weiterhin konstant. Die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser flossen in Tönisvorst und Willich. In den Gemeinden Brüggen, Grefrath und Schwalmtal sowie in der Stadt Nettetal sind die Durchschnittspreise im kreisweiten Vergleich am niedrigsten.

Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Jahre 2019 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres geblieben, mit leicht steigender Tendenz. Konstant sind auch die Preise für gewerbliche Bauflächen. Hier hat sich der Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 37,1 Hektar verdoppelt, der Geldumsatz ist um 68 Prozent auf 20,2 Mio. Euro gestiegen.

Auch die Ackerlandpreise haben sich im Jahr 2019 im Wesentlichen stabilisiert. Starke Preissteigerungen von 7 bis 10 Prozent waren allerdings in Kempen und Viersen festzustellen. Am teuersten ist Ackerland in Kempen und Willich: Hier hat der Richtwert ein Niveau von 8,00 Euro pro Quadratmeter erreicht. Während der Grünlandpreis erneut steigt (um 30 Cent auf 4,80 Euro), sinkt der Bodenpreis für forstwirtschaftliche Flächen im Vergleich zum Vorjahr leicht: von 1,50 auf 1,40 Euro pro Quadratmeter.

Andreas Budde, Planungs-, Bau- und Umweltdezernent, erklärt: „Bei einer leicht steigenden Anzahl an Kauffällen in Verbindung mit den konstanten bis leicht steigenden Preisentwicklungen kann weiterhin von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und der Attraktivität des Kreises insgesamt ausgegangen werden.“

Der Grundstücksmarktbericht gibt eine Übersicht über die Umsatz- und Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt des Kreises Viersen und soll der Markttransparenz dienen. Der Bericht wendet sich einerseits an Bewertungssachverständige, Banken, Versicherungen und sonstige Stellen der freien Wirtschaft, die an besonderen Marktdaten interessiert sind, andererseits an die Öffentlichkeit als Hilfe für Entscheidungen.

Der Marktbericht steht ab sofort im Internet unter www.boris.nrw.de und www.kreis-viersen.de/gutachterausschuss kostenfrei zur Verfügung. Die Bodenrichtwerte werden nur noch kostenfrei digital unter www.boris.nrw.de veröffentlicht.

Der höchste Geldumsatz mit 71 Prozent des Gesamtumsatzes wurde wieder beim Verkauf bebauter Grundstücke erzielt, davon 80 Prozent Wohnen, 17 Prozent Gewerbe, 1 Prozent Büro- und Verwaltungsobjekte und 2 Prozent sonstige Immobilien.
Die meisten Kauffälle wurden im Marktsegment Ein- und Zweifamilienhäuser erzielt, wobei die Anzahl der Verträge bei den Ein- und Zweifamilienhäusern um 14 Prozent auf 1083 Kauffälle gestiegen ist.
Bei den Eigentumswohnungen wurden im Jahr 2019 606 Kauffälle (Vorjahr 575) registriert bei einem Geldumsatz von 90,1 Mio Euro (Vorjahr 85,3 Mio Euro) Die Anzahl der Zwangsversteigerungen ist im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr wieder angestiegen. Bekannt wurden 37 Fälle (Vorjahr: 31). Sie machen insgesamt ein Volumen von ca. 0,8 Prozent des Geldumsatzes des gesamten Grundstücksmarktes aus