Kreis Viersen baut eigenes Funknetz auf

Im Zuge seiner Digitalisierungsoffensive setzt der Kreises Viersen ab der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Projekt um: den Aufbau eines eigenen Funknetzes für das Kreisgebiet Viersen.

Kreis Viersen – Dieses ermöglicht die schnelle, kabellose Übertragung einer Vielzahl von kleineren Datenpaketen. Das Netz soll zunächst als Pilotphase an drei Standorten im Kreisgebiet installiert werden.

„Der aktuelle Glasfaserausbau ist der erste Schritt, um die Digitalisierung im Kreis flächendeckend voranzutreiben“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen. „Der Bedarf an schnellem Internet endet aber nicht an der Haustür – deshalb brauchen wir eine Infrastruktur, die einen Datentransfer auch außerhalb von Wohn- und Geschäftsstandorten möglich macht. Ein Funknetz schafft genau das.“

Über ein Funkwellen-Trägernetz können Daten auch im Außenbereich innerhalb von Sekunden versendet werden. Das sogenannte LoRa-WAN (Long Range Wide Area Network) übermittelt Informationen kabellos über große Distanzen. Es ist speziell für die Anforderung des „Internets der Dinge“ entwickelt wurden. So lassen sich innerhalb eines Netzwerks mehrere hundert Sensoren verwalten und die generierten Daten verarbeiten. Die Technologie beschleunigt die Kommunikation zwischen Geräten und ist zukunftsweisend für Alltag und Wirtschaft.

„Die Vernetzung von vielen Sensoren und Gegenständen wird für die Industrie, für die Landwirtschaft, aber auch für Bürger immer wichtiger“, weiß Christian Böker, Leiter des Amtes für digitale Infrastruktur und Verkehrsanlagen. „Ein flächendeckendes Funknetz bietet großes Potenzial für ganz unterschiedliche Bereiche – wie man an den drei Pilotprojekten erkennen kann.“
An den drei Test-Standorten werden verschiedene Anwendungsfälle realisiert: In Niederkrüchten kann dann ein Landwirt mittels Sensorentechnik den Füllstand seiner Futter- und Wasserstation vom Bauernhof aus ablesen. Im Niederrheinischen Freilichtmuseum wird die Besucheranzahl in den unterschiedlichen Ausstellungsbereichen erfasst. Beim Abfallbetrieb in Viersen wird über Sensorendaten ermittelt, wie voll die Altkleidercontainer sind.

„Wir starten ab Juli mit der Pilotphase. Im nächsten Schritt soll das Netz flächendeckend im gesamten Kreisgebiet zur Verfügung stehen. Nach einer Analyse sind hierfür lediglich 25 bis 30 Antennenstandorte notwendig. Die flächendeckende Realisierung ist für das kommende Jahr beabsichtigt“, sagt Breitbandkoordinator Sebastian Cüsters.