Kreis Viersen realisiert neue Arbeitswelt: Gebäudemanagement zieht in ein Open-Space-Büro

Im Viersener Kreishaus sind die Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung jetzt auch sichtbar. In der Abteilung Gebäudemanagement ist eine neue Arbeitswelt entstanden, deren Konzept sich sowohl auf die Grundlagen der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung als auch der umfassenden Digitalisierung stützt. Das sogenannte „Open-Space-Büro“ bietet den Mitarbeitern aus dem technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen Gebäudemanagement ein Arbeitsumfeld mit recycelten, natürlichen und technologisch modernsten Ausstattungsmerkmalen.

Viersen – Landrat Dr. Andreas Coenen machte sich bei einem Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten selbst ein Bild von den innovativen Ideen und ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Nachdem wir als Kreis bereits eine Vorreiterrolle bei der Planung von drei Bauprojekten nach zirkulären Wertschöpfungsgesichtspunkten übernommen haben, wollen wir nun auch Erfahrungen bei der Umsetzung neuer Arbeitswelten sammeln. Das ist ein weiterer praktischer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Vor allem möchten wir mit unserer Initiative andere Kommunen, aber auch Unternehmen, ermuntern, sich ebenfalls auf den Weg zu machen.“

Bereits im Flurbereich des Open-Space-Büros fällt die „grüne Wand“ ins Auge, die ebenso wie die Arbeitsplätze und die Kommunikationsecke mit echten Pflanzen ausgestattet ist. Der Teppichboden, der schon einmal ein Teppich war, erinnert mit seiner organischen Struktur an bemooste Pflastersteine und sorgt damit gleich für den nächsten Akzent. Er ist nicht verklebt und besteht vollständig aus recyceltem Material. Die Büromöbel sind nach dem „Cradle-to-Cradle“-Design (C2C) qualifiziert. Dieses Design basiert auf der Annahme, dass Produkte wiederverwendet und aus denselben Materialien wieder gleichwertige Produkte hergestellt werden können.
Karl Schippers, Amtsleiter für Personal und Organisation, erwartet, „dass die neue Bürostruktur die Zusammenarbeit stärkt, die Motivation steigert und für mehr Arbeitszufriedenheit sorgt. Insofern kann dieses neue Büro-Design auch dazu beitragen, die Attraktivität der Kreisverwaltung als Arbeitgeber zu stärken.“

Der Umsetzung dieser neuen Arbeitswelt waren intensive Gespräche und Planungen der Details vorausgegangen. Das fast 40 Jahre alte Gebäude mit seinen parzellierten Doppelbüros stellte dabei eine gestalterische und statische Herausforderung dar. Unter Federführung des Abteilungsleiters im Gebäudemanagement, Bruno Wesch, erfolgten bereits 2018 erste Überlegungen zu den Anforderungen und Zielen für eine andere Bürostruktur. „Uns waren dabei die Aspekte ‚Gesundes Bauen‘ und die Wiederverwendung von Materialien ebenso wichtig wie die digitalen Möglichkeiten“, erläutert der Bauingenieur. So standen der Einsatz von Arbeitsmethoden wie BIM (Building Information Modeling) als Voraussetzung für die zirkuläre Wertschöpfung sowie Grundlagen für die digitale Dokumentation aller wichtigen Bauinformationen wie Menge, Material, Verbund, Wartung, Pflege, Einsatzzeit etc. und für die digitale Prüfung von Planungen und Ausführungen auf der Anforderungsliste ganz oben.

Unter diesen Aspekten haben die Planer aus der Abteilung Gebäudemanagement das Open-Space-Büro errichten lassen. Auf den ersten Blick sieht man die Elemente Natürlichkeit und moderne Technik, die die Gestaltung prägen. So sind ein offener Besprechungsbereich mit sechs Arbeitsplätzen und digitaler Medienausstattung, ein verglaster Besprechungsraum mit sechs Plätzen und Medieneinheit sowie eine Ecke zum kreativen Informationsaustausch in das Büro integriert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben also in Bewegung. Alle höhenverstellbaren Arbeitsplätze sind zudem mit Laptops ausgestattet, die sowohl einen Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb des Open-Space-Büros als auch eine Homeoffice-Nutzung ermöglichen. „Wir sehen uns als Vorreiter und wollen verstehen lernen, wie zirkuläre Wertschöpfung und neue Arbeitsformen funktionieren“, erklärt der stellvertretende Leiter des Gebäudemanagements, Herbert Verlinden. „Deshalb zeigen wir unseren Besuchern nicht nur Einrichtung, sondern auch die Technik dahinter.“
Bruno Wesch und sein Team freuen sich über den Bezug ihres Open-Space-Büros: „Damit haben wir nicht nur unser Ziel der besseren internen und digitalen Kommunikationsmöglichkeiten erreicht, sondern auch erfolgreich einen weiteren Schritt auf dem Weg in die Zukunft des nachhaltigen Bauens vollzogen.“

Landrat Dr. Andreas Coenen (r.) schaut sich mit Open-Space-Büro mit Herbert Verlinden, stellvertretender Leiter des Gebäudemanagements, an. Foto: Kreis Viersen

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