Kreis Viersen verhängt bis zu 28 Tage Quarantäne für Personen im gleichen Haushalt

Nachdem das RKI in der vergangenen Woche neue Empfehlungen für Quarantänezeiten veröffentlich hat, ordnet das Gesundheitsamt des Kreises Viersen nun bis zu 28 Tage Quarantäne an, wenn sich Mitglieder eines Haushaltes von dem Infizierten nicht isolieren können.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Kreis Viersen – Wer im Kreis Viersen mit einem an Corona Infizierten zusammenlebt, sich aber nicht von dem Haushaltsmitglied isolieren kann, dem drohen bis zu 28 Tage Quarantäne. Dieser Zeitraum richtet sich nach den neuen Empfehlungen des RKI, umgesetzt werden diese von den Gesundheitsämtern. Zwar sind diese noch nicht in der Corona-Verordnung-NRW verankert, die Gesundheitsämter sind jedoch berechtigt eigene Quarantäneregelungen zu treffen.

Der Kreis Viersen bestätigte auf Nachfrage, dass für Kontaktpersonen eine 14-tägige häusliche Quarantäne ab dem letzten Kontakt im infektiösen Zeitraum des Indexpatienten angeordnet wird. Abweichend von den Regelungen der Test- und Quarantäneverordnung NRW hat das Gesundheitsamt für Kontaktpersonen innerhalb eines Haushaltes eigene Regelungen getroffen. Anfang Februar mit dem verstärkten Auftreten der gefährlichen Mutanten wurde die „Haushaltsregel“ beschlossen. Diese Regel hatte der Kreis bereits bis November 2020 angewandt, danach aber vorübergehend gelockert. Damals hatte die Regel den Effekt, dass manche Familien durchaus sechs Wochen in Quarantäne bleiben mussten, weil immer noch ein Familienmitglied in dem Haushalt sich ansteckte, sodass alles wieder von vorne begann.

Wenn sich Haushaltsmitglieder nicht voneinander isolieren können, berechnet sich der letzte Kontakt nach dem letzten HQ-Tag (letzter infektiöser Tag) des Indexfalles. Für Kontaktpersonen wird somit eine 28-tägige häusliche Quarantäne (14+14) angeordnet. Die verlängerte Quarantänezeit begründet der Kreis Viersen mit den Virusmutationen, die sich stetig ausbreiten. Mittlerweile trägt rund die Hälfte aller Infizierten eine Mutante in sich. Ausgeprägt verbreitet sich dabei die südafrikanische Mutation häufiger als in den umliegenden Kommunen.

Wichtig: Die verlängerte Quarantänedauer gilt nur für Haushaltsmitglieder. Es werden nicht grundsätzlich alle Quarantänen verlängert. „Die „Haushaltsregel“ wird auch schon länger angewandt“, so eine Sprecherin des Kreises Viersen. Neu ist, dass Indexpatienten 14 Tage in Quarantäne bleiben müssen. Das hat das RKI empfohlen, der Kreis wendet es seit Ostern an. Vorher waren es nur zehn Tage plus 48 Stunden, in denen der Patient/die Patientin symptomfrei sein musste (gab es noch Symptome, wurde die Quarantäne entsprechend verlängert).“ (cs)

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