Kreis Viersen: Zahl der Radfahrerunfälle steigt – Verkehrssicherheit am Grillabend

Fast täglich ereignen sich auf den Straßen im Kreis Viersen Unfälle mit Radfahrenden. Von Januar bis April 2022 ist die Zahl der Unfälle, bei denen Rad- oder Pedelec-Fahrende verletzt wurden, im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 insgesamt um 40 Prozent gestiegen.

Kreis Viersen – In Willich bog ebenfalls am Mittwoch gegen 07.30 Uhr 32-jährige Autofahrerin aus Willich auf der Pasteurstraße nach links auf einen Parkplatz ab und missachtete die Vorfahrt eines entgegenkommenden 59-jährigen Radfahrers aus Willich. Dieser wich dem Auto aus, stürzte jedoch dabei und wurde verletzt. Am Donnerstag gegen 09.00 Uhr kam es in einem Kreisverkehr an der Schottelstraße in Willich-Anrath zu einem Unfall, bei dem die Autofahrerin das Verhalten einer Radfahrerin falsch einschätzte. Eine 55-jährige Willicherin bog mit ihrem Auto aus dem Kreisverkehr in Richtung Schottelstraße ab und kollidierte hier mit der 82-jährigen Radfahrerin aus Willich. Sie musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Fast täglich ereignen sich auf den Straßen im Kreis Viersen Unfälle mit Radfahrenden. Von Januar bis April 2022 ist die Zahl der Unfälle, bei denen Rad- oder Pedelec-Fahrende verletzt wurden, im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 insgesamt um 40 Prozent gestiegen. Schauen wir auf die Ursachen, müssen wir feststellen, dass im gleichen Vergleichszeitraum Abbiege-Unfälle um 50 Prozent und Vorfahrts-Unfälle sogar um 77 Prozent gestiegen sind. Die Polizei arbeitet quasi schon immer mit repressiven und mit präventiven Maßnahmen daran, Unfälle zu verhindern. Aber die Wirkung aller Gespräche, aller Kampagnen und aller Kontrollen scheint im Schatten dieser Entwicklung keine Wirkung zu zeigen.

„Nützt es wirklich nichts, ständig darauf hinzuweisen, dass man sich im Straßenverkehr umsichtig und rücksichtsvoll verhalten muss? Doch. Wir sind davon überzeugt, dass stetige Apelle nützen. Wir sind davon überzeugt, dass jeder dazu imstande ist, sich angepasst im Straßenverkehr zu verhalten“, so die Polizei Viersen. „Wir sind davon überzeugt, dass Sie auf andere Rücksicht nehmen, weil Sie das gleiche von den anderen auch erwarten. Aber das Thema Verkehrssicherheit ist nicht gerade Thema Nummer eins beim abendlichen Getränk am Stammtisch oder beim Grillabend mit der Familie. Aber warum eigentlich nicht? Steigen Sie doch ins Gespräch ein! „Apropos Verkehr – schon gehört: 40-50-77?…“ /wg (407/Polizei Viersen)

3 Kommentare

  1. Was wird da viel Müll geredet! Wir haben mit allen Zweiräder eine neue Ära, wo Größe und Schnelligkeit neu im Raume steht, und oft nicht Einschätzbar ist. Leider ist in unseren Kreis Viersen wie schon immer der Radfahrer bewusst nicht Berücksichtigt worden. Unsere Radwege sind zu schmal wenn Lasten-Räder entgegenkommen. Auch die E Bike sind oft bis 30 Km/h schnell, das passt mit den Straßenverhältnissen nicht mehr. Auch muss eine Kennzeichnung innerstädtische Straßen gemacht werden. Und es soll keiner mehr auf Radwege stehen, auch die Paketdienste nicht. Dann währen wir was weiter.

  2. Das Problem ist die Einstellung (und damit die Rücksichtslosigkeit) einer Vielzahl von Zweiradfahrern. Da glaubt der Motorradfahrer genauso wie Radfahrer, die StVO nach Belieben außer acht lassen zu müssen bzw. auslegen zu können. Dieses – ich nenne es mal „Freistil-Fahren“ – führt dann natürlich zu Unfällen.
    Der Schwächste muß der Vorsichtigste sein – diese Regel wollen Zweiradfahrer offensichtlich nicht anerkennen.Sie glauben, Ihnen gehört heute die Straße und morgen die ganze Welt allein. § 1 StVO gilt aber für ALLE. Letzlich ist es zunächst doch egal, wer Schuld am Unfall war, wenn man mit kaputten Knochen im Krankenhaus liegt. 2Rad gegen Kfz kennt meist eben aus physikalischen Gründen nur einen Verlierer.

    1. Ihr Kommentar ist mir etwas zu parteiisch.
      Es gibt sie, tatsächlich, diese unvorsichtigen und überheblichen Zweiradfahrer, dies ist unstrittig.

      Aber, wie sie schon sagen, § 1 StVO gilt für alle.
      Wenn ich dann das oftmals rücksichtslose Verhalten der Autofahrer sehe, z.Bsp. beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr, dann schaudert es mir.

      Also bitte, „Audiatur et altera pars“ ( immer beide Seiten anhören ).

      Dem Schwächeren sollte erhöhte Aufmerksamkeit zuteil werden. Heftigkeit und Sturheit Stärke zu nennen, ist ein Irrtum.

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