Kreisarchiv in Dülken: So wird es aussehen

Das Preisgericht hat die Gewinner des Architektenwettbewerbs für das neue Kreisarchiv ermittelt. Der erste Preis geht an DGM Architekten PartGmbH, Krefeld; zwei dritte Preise teilen sich Hahn Helten + Assoziierte Architekten GmbH, Aachen und walter huber architekten, Stuttgart. Eine Anerkennung erhält die aig+ Architekten und Ingenieurgesellschaft mbH, Düsseldorf.

Viersen-Dülken – Die Ansprüche an die Entwürfe waren hoch. Landrat Dr. Andreas Coenen möchte das Kreisarchiv nach den Grundsätzen der zirkulären Wertschöpfung bauen lassen. Es soll weniger Energie verbrauchen als es erzeugt und einen positiven biologischen Fußabdruck hinterlassen. „Wir wollen am Ransberg ein Ausrufezeichen hinter unsere Archivarbeit und das Thema ‚zirkuläre Wertschöpfung‘ setzen. Die 19 eingereichten Vorschläge zeigen, dass die Architekten unsere Ziele sehr gut aufgenommen haben“, fasst der Landrat die Sitzung der Preisrichter zusammen. „Der erste Preisträger hat uns derart überzeugt, dass wir einen einstimmigen Beschluss gefasst haben.“

Foto Kreis Viersen: Entwurf des Krefelder Architekturbüros DGM Architekten PartGmbH

Die Herausforderung für die Architekten lag darin, drei unterschiedliche Aufgabenbereich unter einem Dach zu integrieren: Die Bearbeitung der Archivalien, deren Nutzung und deren fachgerechte Magazinierung bei sehr eng ausgelegten Anforderungen an das Raumklima. Das ist nach Ansicht von Kreisarchivar Dr. Michael Habersack sehr gut gelungen. „Die Architekten haben es außerdem geschafft, die Laufwege zwischen den Bereichen möglichst kurz zu halten. Der Neubau wird darüber hinaus den großen Vorzug bringen, dass konzentrierte Forschungsarbeit von Heimatforschern und die Gruppenarbeit mit Schülergruppen unter einem Dach stattfinden können.“ Die Lösung des ersten Preisträgers, des Büros DGM Architekten aus Krefeld, vereint die Anforderungen in einem Gebäude, aber nicht unter einem Dach. In einem zweigeschossigen, fensterlosen Kubus aus wiederverwerteten alten Ziegelsteinen ist das klimatisierte Magazin angeordnet. Es soll mit seiner monolithischen Fassade an einen „Berfes“ erinnern, einen Schutzturm, den es früher auf niederrheinischen Gutshöfen gab.

Die Arbeits- und Besucherbereiche umschließen das Magazin. Sie öffnen sich in alle Richtungen und bieten Aus- und Einblicke. Im Gegensatz zum Magazin ist dieser Gebäudeteil sehr leicht gestaltet – mit Holzkonstruktion und viel Glas. Fensterflächen im Dach sind so angeordnet, dass die Luft sich durch die natürliche Strömung austauscht. Ein begrüntes Dach hält im Sommer die Hitze ab, im Winter die Kälte. Überstehende Dachkanten sorgen für natürlichen Schatten auf den Fenstern. Die verwendeten Hölzer und Metalle sollen möglichst unbehandelt bleiben.

Mit der Entscheidung für die drei Preisträger und die Anerkennung ist der Architektenwettbewerb des Kreises beendet. „Wir werden mit den drei Erstplatzierten jetzt in Verhandlungen eintreten“, erklärt der Leiter des Gebäudemanagements, Bruno Wesch. „Sie werden im November mit der Auftragsvergabe abgeschlossen. Daran schließt sich direkt die Phase der Bauplanung an.“ Anschließend folgen die Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibungen. Gebaut wird das Kreisarchiv am Rand des Gewerbegebiets Ransberg direkt am Dülkener Ortseingang in den Jahren 2019 und 2020. Die geschätzten Baukosten liegen bei 8,9 Millionen Euro. 5,1 Millionen davon werden über Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz getragen. Im Jahr 2021 wird das Kreisarchiv in das neue Gebäude ziehen.

Alle eingereichten Entwürfe und Modelle des Architektenwettbewerbs können bis zum 9. Oktober im Konferenzraum 4 des Forums am Kreishaus, Rathausmarkt 2, in Viersen besichtigt werden. Geöffnet ist die Ausstellung – auch am Wochenende – von 9 bis 15 Uhr.