Kreiskitas können alle Kinder unterbringen

Bei den Kitas in der Zuständigkeit des Kreisjugendamtes gibt es eine hundertprozentige Versorgungsquote. „Wir können alle Betreuungswünsche der Eltern bedienen“, erklärte Landrat Dr. Andreas Coenen mit Blick auf das neue Kitajahr. „Das ist das Ergebnis unserer guten Planungen und unserer Absprachen mit den Trägern in den vergangenen Jahren. So haben wir sogar noch Spielräume für Zuzüge.“

Kreis Viersen – Dr. Coenen besuchte in der vergangenen Woche, die Inklusive Kindertagesstätte Kaiserpark in Schwalmtal, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Kita, der auch ein Familienzentrum angeschlossen ist, wird von Eltern stark nachgefragt und ist bekannt für ihre gute Arbeit bei der Inklusion und bei der Betreuung von unter Dreijährigen. „Der Kreis hat viele pädagogisch hervorragende Kitas und Tagesmütter“, sagte der Landrat. „Das macht den Standort für Eltern mit kleinen Kindern zusätzlich attraktiv.“

Stephan Joebges, Verwaltungsleiter des Trägers Bethanien Kinder- und Jugenddörfer, zu dem die Kita Kaiserpark gehört, erklärte: „Die Kita Kaiserpark ist mit ihrem inklusiven Schwerpunkt eine Vorzeigeeinrichtung, die weit über die Grenzen der Gemeinde ausstrahlt. Hilfreich bei der Arbeit ist die gute Zusammenarbeit mit der Fachbehörde des Kreises und den zuständigen Ansprechpartnern bei der Gemeinde Schwalmtal.“
Katrin Wohkittel, Leiterin der Bethanien Kindertagesstätten, sagte: „In unseren Einrichtungen arbeiten wir nach einem teiloffenen Konzept. In der Kita Kaiserpark betreuen wir 15 Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf. Die Inklusion ist für uns eine Herzensangelegenheit.“

Foto: Thomas W. Rudlof

Das Kreisjugendamt ist für 56 Kitas mit 3423 Plätzen zuständig. Zum Teil nehmen Kreiskitas auch Kinder auf, die im Bereich der städtischen und kommunalen Kitas im Kreis keinen Platz bekommen haben.
Eltern, die im Bereich des Kreisjugendamtes wohnen, kann der Kreis meistens auch einen Platz in ihrer Wunschkita anbieten. Das Online-Verfahren „KiTa-online“ ermöglicht die Auswahl von bis zu drei Einrichtungen. Sollten in Einzelfällen gleichwohl alle Wunschkitas bereits belegt sein, hilft das Kreisjugendamt, individuelle Lösungen zu finden. Manche Eltern warten, bis sie einen Platz in ihrer Wunschkita bekommen, oder sie weichen auf einen Platz in der Kindertagespflege aus. Auch bei Wünschen nach individuellen Betreuungszeiten hilft das Kreisjugendamt.
Im neuen Kitajahr profitieren die Eltern auch von der neuen Beitragssatzung des Kreises. Die Einkommensgrenze für die Beitragspflicht wurde nach oben verschoben. Außerdem wurden die Beiträge für Kitas und Kindertagespflege gleichgesetzt. Daher sind die Eltern in ihrer Entscheidung für eine Betreuungsart nicht mehr abhängig von ihrem Einkommen, und es fällt ihnen leichter, sich für das etwas flexiblere Angebot der Kindertagespflege zu entscheiden.

Der Kreis betreibt keine eigenen Kindertageseinrichtungen. Um das gute Angebot aufrechterhalten zu können, kooperiert er eng mit den Trägern der Einrichtungen. Dazu gehört neben der fachlichen und planerischen Begleitung auch die finanzielle Unterstützung, insbesondere dort, wo die Landesmittel zur Finanzierung nicht ausreichen. So hat der Kreistag im Mai beschlossen, Finanzierungslücken für Reserveplätze aufzufangen, damit Einrichtungen in der Lage sind, auch unterjährig entstehende Bedarfe zu decken. Weiterhin ist es üblich, dass der Kreis bei größeren Projekten, wie etwa dem Neubau einer Kita, in Vorleistung geht, da die Landesmittel oft später als benötigt zur Verfügung stehen.