Kulturbühne am Hohen Busch startete mit einer swingenden Lesung

Nicht nur die Kritiker, die im Vorfeld emotional diskutierten ob eine musikalische Lesung im Fahrzeug für Stimmung sorgen könnte, hat der Eröffnungsabend der Kulturbühne überzeugt. Die Fahrzeuge wurden zur eigenen VIP-Lounge, während Schauspieler Moritz Führmann bewies, dass er auch unter ungewöhnlichen Umständen sein Publikum erreichen kann.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Kulturbühne am Hohen Busch konnte bei ihrer Eröffnung am gestrigen Abend rund achzig Fahrzeugen begrüßen, in denen gespannte Besucher zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung gekommen waren. Nicht nur dem Kreis Viersen waren die Kennzeichen zuzuordnen, ebenfalls gelbe Schilder aus der Nachbarschaft und der Landeshauptstadt hatten sich unter die einheimischen Gäste gemischt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Schließlich war aus Düsseldorf der bekannte Schauspieler Moritz Führmann angereist, der auch bereits in Fernsehserien mit seiner Schauspielerfahrung glänzen konnte. Von SOKO Leipzig bis zum Tatort reicht sein Repertoire – am Hohen Busch allerdings überzeugte er mit einem Buch, welches erstmals 1925 veröffentlicht wurde. Mit der große Gatsby erschuf der US-amerikanische Autor F. Scott Fitzgerald die fiktive Stadt West Egg auf der Insel Long Island nordöstlich von New York City und baute seine Protagonisten rund um den mysteriösen Millionär Jay Gatsby auf. Sein Buch gilt als Meisterwerk und wirft einen Blick auf Dekadenz, Ausschweifungen, Idealismus und soziale Umbrüche.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Begleitet wurde Filmschauspieler Moritz Führmann von der Jazzcombo MachMaJaTzz unter Leitung von Christian von Gehren, Chefdirigent der Jönköping Sinfonietta, die die Lesung mit Musik von Benny Goodman, George Gershwin und Count Basie abrundete. Live und doch irgendwie nicht, denn Lesung und Musik wurden über eine UKW-Frequenz in die Fahrzeuge der Gäste übertragen – zur besseren Sicht ergänzten zwei LED-Leinwände das Erlebnis.

Der Stimmung taten die besonderen Gegebenheiten keinen Abbruch und so wurde das Auto ein wenig über drei Stunden hinweg zur VIP-Lounge, denn wer sich nicht selbst mit Sekt oder Wein versorgte, der nutzte den Lieferservice vor Ort. Ein Abend, der mit begeistertem Applaus für Moritz Führmann und die Musiker endete und den Auftakt machte zu den kommenden Veranstaltungen, welche die Corona-Pandemie ein wenig „normaler“ gestalten. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming