„Kumm loss mer fiere“: Rosenmontag in der Dülkener Narrenstadt

Erste Zuschauer, die bereits beim Aufstellen der Karnevalisten den Bereich um die Narrenmühle abschritten, waren begeistert von den bunten Kostümen und lachenden Gesichtern, die sich mit über 140 Teilnehmernummern zu einem jecken Lindwurm zusammenreihten. Kein Wunder, gehört der Dülkener Rosenmontagszug doch zu den schönsten am Niederrhein.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Die Straßenränder waren gefüllt, zehntausende von Jecken waren nach Dülken gekommen, um mit den bunten Wagen und Fußgruppen, Musikkapellen und jecken Teilnehmern den Höhepunkt der Dülkener Narrenstadt zu feiern: Den Rosenmontagszug.

Foto: Rheinischer Spiegel

„Di Sonn di looch, et Stripke steet, in Dölke wet man wi-et jeet“, so das diesjährige Motto, mit welchem im Herzen die Teilnehmer zunächst am Jubiläumsprinzenpaar des Vaterstädtischen Vereins Dülken, Prinz Marco I. sowie seiner Lieblichkeit Sonja I. und natürlich dem jubelnden Dülkener Kinderprinzenpaar vorbeizogen. Auch am Rosenmontag strahlten die großen Tollitäten, nichts anders war es in der vergangenen Session gewesen, in der sie die Herzen ihrer Narrenschar im Sturm erobert hatten.

Bis sie sich zum krönenden Abschluss mit dem Orpheum, der Narrenakademie und den Dölker Möhne einreihten, sollte aber noch eine ganze Zeit vergehen, denn ihr „Hofstaat“ war an diesem Tage nochmals gewachsen – hatten sich doch weitere Gruppen aus Viersen, darunter das Fidele Kränzchen Viersen, kurzerhand den Dülkenern angeschlossen, nachdem der Tulpensonntagszug durch das Sturmtief Xanthippe ausgefallen war. Bedauerlicherweise hatte Petrus kein Herz mit den Karnevalisten und obwohl der Sturm vorbei war, zumindest ein wenig Regen schickte er in die Narrenstadt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Wandelnde Stehlampen, glücksbringende Kobolde, Gärtner, Indianer und gelbe Engel, Harry Potter oder Märchenfiguren, das Portfolio der Kostüme bediente das gesamte Spektrum der Fantasie. Der Dülkener Rosenmontagszug war gewohnt ein „Muss“, bei dem traditionell viele der Zugteilnehmer aus Viersen, Süchteln und der Region, die bereits in anderen Zügen ein fröhliches „Gloria tibi Dülken“ in die Menge geschmettert hatten, ihre Zugteilnahme beendeten. Rund drei Stunden wand sich der närrische Lindwurm durch die Straßen, vorbei an den jubelnden Zuschauern, selbst teilweise in farbenfrohen Kostümen, die ohne weiteres mit dem Straßenkarneval in Rio hätten mithalten können.
Den jecken Spaß krönte das abwechslungsreiche Wurfmaterial von Bonbons bis hin zu Haushaltssachen und wer Glück hatte, der konnte sogar das eine oder andere Schmuckstück ergattern, welches der Rheinische Spiegel in diesem Jahr gesponsert und sechzehn Karnevalsgruppen damit unterstützt hatte.

Foto: Rheinischer Spiegel

Bereits als der Polizeiwagen den Alter Markt an der Spitze der närrischen Schar passierte, glich das Dülkener Ei einer Partymeile, die mit den Hochburgen der närrischen Welt mithalten kann. Günter Jansen, Präsident des Vaterstädtischen Vereins Dülken begrüßte jede Gruppe und jeden Wagen, wenn sie es denn bis zum Bühne der Tollitäten schafften, denn nicht jeder Wagen kam am Rosenmontag am „Ziel“ an. Bis zur letzten Sekunde haben die Karnevalisten ihn ausgekostet, genossen, gefeiert: Den Dülkener Rosenmontagszug, einen der größten, schönsten und spektakulärsten Karnevalszüge auf dieser Rheinseite. (nb)

Weitere Eindrücke des Rosenmontagszuges in Dülken gibt es auf facebook.com!

Foto: Rheinischer Spiegel