Kuriose Produktbewertung: Pfefferspray nicht zum Grillen geeignet

Nicht geschmeckt hat einem Kunden das erworbene Pfefferspray, was ihn zu einer kuriosen Bewertung trieb. Die Frage ob er diese ernst gemeint hat bleibt unbeantwortet, für Lacher hat er auf jeden Fall gesorgt.

Unterhaltung – Das Pfefferspray, welches üblicherweise zur Verteidigung genutzt wird, habe er bei einer Grillparty mit Freunden benutzt. „Zuerst dachte ich dass man es leichter dosieren ist aber wo ich einen Stoß gegeben habe kam die Pfefferladung mit viel zu hohem Druck aus der Kapsel. Ich hatte gar keine Chance die Ladung auf dem gesamten Grillgut zu verteilen.“, schreibt der Kunde eines Online-Versandhandels und stellt klar, dass der Heersteller hier wirklich nachbessern sollte.

Screenshot: Rheinischer Spiegel

Den Hinweis, dass das Pfefferspray nur zur Abwehr von angreifenden, gefährlichen, aggressiven Tieren zugelassen ist hatte er wohl gewollt oder ungewollt übersehen. In der Netzgemeinde sorgt die Produktbewertung auf jeden Fall für viele Lacher und bei den ganzen negativen Meldungen ist sie eine willkommene Abwechslung.

Trotzdem, ein Einsatz von Pfefferspray ob zur Verteidigung oder auf dem Grillfleisch kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.
Der in Pfefferspray herkömmlich verwendete Reizstoff ist Capsaicin/Oleoresin Capsicum. Der Wirkstoff wird aus dem Harzöl von Früchten der Gattung Capsicum (Chilli oder Paprika) gewonnen. Der Scharfstoff ist eine viskose Flüssigkeit mit würzigem Geruch und extrem scharfem, brennenden Geschmack. Pfeffer selbst ist gar nicht enthalten, die Bezeichnung Pfefferspray ist auf einen Übersetzungsfehler aus dem Englischen zurückzuführen.

In geringen Dosen steigert Capsaicin allgemein die Salzsäure-Sekretion im Magen. Der Wirkstoff Capsaicin kann bei einer regelmäßigen Überdosis eine chronische Gastritis sowie Nieren- und Leberschäden hervorrufen. Ebenfalls Nekrosen und Hautgeschwüre, eine schwere Schädigung der Hornhaut oder inneren Organen ist möglich.
Wie gefährlich Pfefferspray sein kann zeigt, dass es alleine in Kalifornien zwischen Januar 1994 und Juni 1995 zu 26 Todesfällen durch Pfefferspray kam. Zudem beschrieb das US-amerikanische Justizministerium im Jahre 2003 zahlreiche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pfefferspray insbesondere gegen inhaftierte Personen die unter unmittelbarem Drogeneinfluss standen. Nach einem Polizeieinsatz mit Pfefferspray in Deutschland soll es 2009 zu drei Todesfällen gekommen sein. Alle Todesopfer standen dabei unter dem Einfluss von Drogen oder Psychopharmaka. (cs)