Labylle verlässt VVV Venlo

VVV-Venlo hat Linksverteidiger Leroy Labylle an Zweitligist NEC Nijmegen abgegeben. Der 27-jährige war in der vergangenen Spielzeit Ersatz hinter Stammkraft Roel Janssen und schien in der Vorbereitung auch seine Rolle als Nummer zwei auf dieser Position durch Neuzugang Christian Kum zu verlieren. Sportdirektor Stan Valckx: “Leory hatte noch ein Jahr Vertrag bei uns, allerdings wusste er um seine Situation und so sind wir seinem Wunsch nachgekommen und haben ihm den Wechsel eine Klasse tiefer ermöglicht.” Ein Ersatz für Labylle wird in der kommenden Zeit vorgestellt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Fußball – Am Wochenende des 10-12.08.2018 startet die höchste Spielklasse der Niederlande, die Eredivisie in Ihre 52. Saison. VVV-Venlo gastiert dabei am 11.08 bei Willem II Tilburg. An dieser Stelle möchten wir einen Ausblick auf die kommende Eredivisie-Saison aus Sicht des VVV-Venlo geben.

Struktur der Eredivisie

Die Eredivisie geht genau wie die deutsche Bundesliga mit 18 Teams an den Start. Meister der abgelaufenen Saison ist die PSV Eindhoven, die auch in der kommenden Saison gemeinsam mit Rekordmeister Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam zu den Titelaspiranten gehört. Gefolgt wird dieses Trio durch Teams wie AZ Alkmaar, SC Heerenveen, Vitesse Arnheim, FC Utrecht, FC Groningen und PEC Zwolle. Diese Teams kämpfen normalerweise um die Teilnahme an der Europa-League. Während die Mannschaften auf den Plätzen eins bis drei direkt im Europapokal vertreten sind, spielen der Viert- bis Siebtplatzierte in einem Play-off-Modus einen weiteren Europapokal-Platz aus. Komplettiert wird die Eredivisie 2018-19 von Heracles Almelo, Willem II Tilburg, ADO Den Haag, Excelsior Rotterdam, NAC Breda, VVV-Venlo und den drei Aufsteigern Fortuna Sittard, De Graafschap Doetinchem und FC Emmen. Nicht mehr mit dabei sind der ruhmreiche FC Twente Enschede als direkter Absteiger, sowie Roda JC Kerkrade und Sparta Rotterdam, die in den Play-offs scheiterten. Für den FC Emmen bedeutet die anstehende Spielzeit die erstmalige Teilnahme an der Eredivisie. Der Tabellenletzte der Eredivisie steigt direkt in die zweite Liga, die ab der kommenden Saison übrigens nicht mehr Jupiler League, sondern Keuken Kampioen Divisie heißt, ab. Die Teams auf den Plätzen 17 und 16 steigen im Halbfinale der Auf- und Abstiegs-Play-offs ein und können so den Klassenerhalt durch das Überstehen von zwei K.O.-Runden nachträglich sicherstellen.

Vergleich der Eredivisie mit der deutschen Bundesliga

Zwischen der deutschen Bundesliga und der niederländischen Eredivisie liegen finanziell Welten. Dies lässt sich durch die großen TV-Verträge der Bundesliga, aber natürlich auch damit erklären, dass die Niederlande gerade einmal so viele Einwohner wie Nordrhein-Westfalen besitzen. Allerdings stellt die Niederlande gleich 18 Erstligisten, während in NRW gerade einmal fünfzehn Erst-, Zweit- und Drittligisten beheimatet sind. Drei weitere Teams aus der viertklassigen Regionalliga müssten eine reine NRW-Liga auffüllen. Die Top-Teams der Eredivisie wie Ajax Amsterdam wären finanziell in der 1. Bundesliga im gesicherten Mittelfeld anzusiedeln. Teams wie Alkmaar, Heerenveen, Arnheim oder Utrecht würden schon als Außenseiter in der Bundesliga gelten. Der Großteil der Eredivisie-Clubs bewegt sich finanziell auf deutschem Zweitliga-Niveau. Venlo, ausgestattet mit einem der geringsten Etats aller Eredivisie-Clubs in Höhe von etwa 7,2 Millionen Euro, wäre in Deutschland damit im Mittelfeld der 3. Bundesliga einzuordnen.

Die Stars der Eredivisie

Die großen Stars der Eredivisie findet man zumeist in den Kadern der Top-3 Clubs. Ajax Amsterdam verfügt mit Klaas-Jan Huntelaar, Daley Blind, Matthijs de Ligt, David Neres, Dusan Tadic, Kasper Dolberg, Hakim Ziyech Nicolas Tagliafico, oder auch Andre Onana über eine Fülle europäischer Spitzenkräfte. Auch Feyenoord Rotterdam kann in Person von Robin van Persie, Nicolai Jörgensen oder Tonny Vilhena über Top-Spieler verfügen. Luuk de Jong, Daniel Schwab, Santiago Arias, Jeroen Zoet und der in Deutschland durch sein WM-Siegtor gegen die Nationalmannschaft bekannte Mexikaner Hirving Lozano zählen zu den bekanntesten Akteuren der PSV Eindhoven. Auf den Trainerbänken sind Giovanni van Bronckhorst (Feyenoord Rotterdam) und Mark van Bommel (PSV Eindhoven) sicherlich die bekanntesten Namen. Im Allgemeinen gilt die Eredivisie in Europa als eine der besten Ausbildungsligen für spätere Top-Stars. Auch in diesem Sommer machten zahlreiche Spieler der Eredivisie den Sprung in die Top-Ligen Europas. Philip Cocu, Trainer bei der PSV Eindhoven ist nun Chefcoach von Fenerbace Istanbul. Torschützenkönig Alireza Jahanbakhsh wechselte für rund 20 Millionen von Alkmaar in die Premier League, Ajax Talent Justin Kluivert für rund 15 Millionen zum AS Rom, Wout Weghorst ging für rund 10 Millionen aus Alkmaar zum VfL Wolfsburg.

Die Stadien der Eredivisie

Natürlich verfügen die drei Top-Teams auch über die größten Stadien der Eredivisie. Die Amsterdam ArenA fasst 53.500 Besucher, De Kuip in Rotterdam 51.200 Fans. Es folgend das Philips Stadion in Eindhoven mit 35.000 Plätzen und das Abe Lenstra Stadion in Heerenveen mit einer Kapazität von 26.100. Das kleinste Stadion der Eredivisie mit lediglich 4.400 Plätzen ist die Heimspielstätte von Excelsior Rotterdam, Venlo folgt auf Platz 17 mit seinem 8.000 Zuschauern Platz bietenden Seacon Stadion – De Koel.

Der niederländische Pokal-Wettbewerb

Das Pendant zum deutschen DFB-Pokal ist der KNVB-Beker Wettbewerb, bei dem allerdings anders als in Deutschland in der ersten und zweiten Runde lediglich Teams ab der dritten Liga abwärts antreten. Erst in der dritten Runde steigen die Clubs der Eredivisie und Keuken Kampioen Divisie ins Geschehen ein. Diese wird Ende August ausgelost und im September ausgetragen. Der Sieger des KNVB-Pokals qualifiziert sich automatisch für die Europa-League. In der vergangenen Saison gelang dies Feyenoord Rotterdam.