Lache, danze un fiere bei der großen Prunksitzung im Lobbericher Seerosensaal

In den Seerosensaal hatten das Karnevalskomitee Lobberich und die KG Fidele Heide 1936 e.V. Lobberich gemeinsam zur großen Prunksitzung eingeladen. Ein buntes Programm aus heimischen Gewächsen, klassischen Tanzgarden, Blaskapelle und Live-Bands sorgte für beste Stimmung mit Schunkel- und Feierlaune bei den jecken Gästen.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Lobberich – Der Seerosensaal in weiß-rot geschmückt, das närrische Publikum in freudiger Erwartung auf das Kommende an diesem Abend. Die perfekte Grundlage für die große Prunksitzung des Karnevalskomitees Lobberich und der Karnevalsgesellschaft Fidele Heide 1936 e.V. Lobberich, die mit der Tanzgruppe des Karnevalskomitees Lobberich direkt einen hervorragenden Einstieg in die gemeinsamen Stunden fand. Trainiert von Laura Kuhn wurden die gekonnten Tanzschritte gerne mit verdientem Applaus belohnt.

Für die Gäste hatte sich zudem gerne hoher närrischer Besuch angekündigt. Mit Silvia I. hat eine echte Karnevalistin das Zepter übernommen, daran kann niemand zweifeln, schließlich zog die jecke Regentin schon im Alter von vier Jahren im Tulpensonntagzug in Kaldenkirchen mit. Als dann 1980/81 ihre Eltern den Narrenthron eroberten war sie ebenso gerne dabei, wie auch in der Begleitung des Prinzenpaare Ulrike und Manfred Mertens nur wenige Jahre später. Nun steht die 47-Jährige selbst im Mittelpunkt des jecken Spiels, die begleitet vom Spielmannszug „Frisch Auf“ Hinsbeck 1963 e.V. den Einzug sichtlich genoss. Während ihrer Regentschaft verzichtet die Prinzessin auf Blumen und Geschenke, der KKL hatte deshalb eine Spende in Höhe von 333 Euro für die Tafel vorbereitet, welche Stadtprinzessin Silvia I. während ihrer Regentschaft unterstützt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Nicht weniger mitreißend im Anschluss die Funkenmariechen des KKL, deren Applaus zum nächsten Programmpunkt schwappte, schließlich eroberte der Comedian Thorsten Bär, für die Damen auch „Bärchen“, die Bühne. Seinen Sprung in den Kölner Karneval schaffte der Norddeutsche vor drei Jahren und räumt seitdem gerne einen Preis nach dem anderen ab, darunter den begehrten Comedypreis „RTL Comedy Grand Prix“. Zurzeit tourt er mit seiner zweiten abendfüllenden Show durch Deutschland und wusste genau, wie er die Jecken in Lobberich zum Lachen brachte.

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Spagat und Hebefiguren brachte der Comedian dabei zwar nicht auf die Bühne, aber diese waren auch eher der Tanzgarde Blau-Weiss der Fidelen Heide vorbehalten, die eine runde Darbietung präsentierten. Spätestens nach ihrem Auftritt hatten die närrischen Gäste Lust auf mehr, ideal für die Showtanzgruppe des KKL, die mit Mallorca das erste Urlaubsfeeling in die „usselige“ Jahreszeit brachten. Ebenfalls der nächste Programmpunkt war für viele nicht unbekannt, es schien jedoch im ersten Moment die Hälfte der Darsteller zu fehlen. Nicht verwunderlich, denn bereits im letzten Jahr war aus dem Duo „die Domhätzjer“ ist „das Domhätzje“ geworden. Nach der Trennung der Domhätzjer hatte sich Nadine Fiegen entschieden, künftig als Domhätzje Nadine weiter zu machen – eine Entscheidung, die im Saal auf breite Zustimmung beim Feiern traf. Mal kölscher Schlager, mal Ballade, mal poppig, mal zum Schunkeln. Domhätzje Nadine brachte das kölsche Gefühl und ein feuriges Temperament mit um den Seerosensaal für eine Zeitlang mitten in die närrische Hochburg Köln zu entführen.

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Doch so wirklich ging es auch mit der Tanzgarde Blau-Weiß nicht zurück nach Lobberich, tritt diese doch ebenfalls auf den großen Bühnen in Köln auf. Der stürmische Beifall bewies, diese Auftritte hat sich die Tanzgarde wahrlich verdient, kann sie doch mit Leichtigkeit mit den alteingesessenen Tanzgarden mithalten. Eine davon hatte übrigens den Weg nach Lobberich auf sich genommen und so reihte sich Tanzgarde an Tanzgarde mit den kölschen Zunft-Müss. Seit mehr als 20 Jahren tragen die Zunft-Müüs die kölsche Tradition in die Welt. Die 45 Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, gewannen mühelos die Herzen des Publikums.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Mit ihnen endete der tänzerische Teil des Abends, nach dem getanzt und gefeiert werden durfte. Die Gulaschkapell hatte deshalb das beste aus der jecken Liedauswahl zusammengestellt. Keine schwere Kost, sondern feinste musikalische Speisen für ein karnevalistisches Dinner, für das die Kleinstadtrokker ebenso ein schmackhaftes Dessert mitbrachten wie die Band Saturn, mit denen der mitreißende Abend sein Ende fand. (wh)

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