Landesgartenschau: Grefrath im Zentrum

Die Bewerbung aus dem Kreis Viersen für die Landesgartenschau 2026 sollte auf ein dezentrales Konzept setzen. So empfiehlt es eine Vorstudie, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen (WFG) mit dem Kreis Viersen in Auftrag gegeben hat. Im Mittelpunkt der Durchführung (Ausstellungsflächen und Veranstaltungen) sollte die Gemeinde Grefrath stehen, Außenpunkte könnten Korrespondenzflächen in Viersen, Kempen, Nettetal, Tönisvorst, Schwalmtal, Niederkrüchten und Brüggen sein.

Grefrath/Kreis Viersen – Die Vorstudie sieht in den acht eingereichten Konzeptansätzen der Städte und Gemeinden viele Verbindungen und Gemeinsamkeiten, die bei der Bewerbung zum Tragen kommen sollten. Dazu zählen die Bedeutung des Wassers für die Freizeit, die Rekultivierung von Flächen, die Kombination von sanftem Tourismus und Naturschutz oder die Vernetzung der Orte durchRadschnellwege und ein E-Bike-Konzept.

In den Städten und Gemeinden sollen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte erlebbar werden. Das könnten neu inszenierte Aussichtspunkte, weiterentwickelte innerstädtische Grün- und Freiflächen, kulturhistorische Elemente wie Türme, Mühlen und Burgen, Veranstaltungsflächen wie das Niederrheinische Freilichtmuseum und der EisSport & EventPark oder nachhaltiges „neues Wohnen“ sein.

Landrat Dr. Andreas Coenen betonte bei der Präsentation: „Ich möchte die Landesgartenschau 2016 in den Kreis zu holen. Ich sehe eine große Chance, Themen wie nachhaltige Mobilität und nachhaltiges Bauen in den Kreis tragen. Ich freue mich über die große Einigkeit im Kreis, die positive Reaktion auf unsere Vorstudie. Das dezentrale Konzept bringt die Möglichkeit mit sich, dass mit Hilfe der Landesgartenschau auch in den anderen Städte und Gemeinden Infrastruktur erneuert oder geschaffen werden kann. Ich denke hier beispielsweise an ein Radschnellwegenetz.“

WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski erwartet einen positiven Effekt auf die gesamte Wirtschaft im Kreis Viersen. „Dieser Effekt geht weit über die zusätzliche Wirtschaftskraft durch die Besucher für Gastronomie und Einzelhandel hinaus. Ich denke hier an die nachhaltige Entwicklung von Konversionsflächen und qualitativ hochwertiges Wohnen.“

„Die Landesgartenschau kann ein Besuchermagnet werden, weil sie von einem Bezugspunkt in Grefrath aus eine Verbindung zu touristisch spannenden Orten herstellt. Sie nimmt die Gäste mit auf eine Reise durch den Kreis“, erklärt die Prokuristin der WFG, Martina Baumgärtner.

Bei der Präsentation stellten die Autoren der Vorstudie, Christian Rast (IFT Freizeit- und Tourismusberatung) und Clas Scheele (RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten) auch ihr Vorgehen vor: Sie haben bei der Beurteilung des Potentials der Städte und Gemeinden Faktoren wie beispielsweise die vorhanden Flächen (Grünraum, Landschaftsraum, Schutzgebiet, Überschwemmungsgebiete, kommunale Entwicklungsgebiete), die Erreichbarkeit, die Entwicklung der Bevölkerungszahlen, das Einzugsgebiet und das touristische Potential berücksichtigt.

Die Bewerbung um die Landesgartenschau 2026 liegt jetzt in den Händen der Gemeinde Grefrath. Sie muss die Empfehlung der Vorstudie zunächst politisch beraten und sich entscheiden, ob sie sich bewerben will. Eingereicht werden muss sie bis zum 1. November 2021. Sollte sie erfolgreich sein, würde in Grefrath ein eintrittspflichtiger Hauptstandort geschaffen, von dem aus mit Shuttleservice und über Radschnellwege die anderen Standorte angesteuert werden können. Informationszentren und Aussichtspunkte sollen vor Ort zu zentralen Bezugspunkten werden.

Setzen auf ein dezentrales Bewerbungskonzept für die Landesgartenschau 2026 mit Grefrath als Haupt-Ausstellungsort und Außenpunkten in den anderen Städten und Gemeinden: (v.l.) WFG-Prokuristin Martina Baumgärtner, WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski, Landrat Dr. Andreas Coenen, Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz sowie die Gutachter Christian Rast (IFT Freizeit- und Tourismusberatung) und Clas Scheele (RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten). Foto: Kreis Viersen