Landjugendkrone aus dem Rheinland im Bundestag

Weizen und Gerste, Hafer und Dinkel hat die Rheinische Landjugend (RLJ) in ihre Erntekrone gebunden, die als einzige den Bundestag schmücken darf – an der Übergabe nahmen auch die beiden Süchtelner Sebastian Dückers und Sebastian Heck teil.

Region – Weizen und Gerste, Hafer und Dinkel hat die Rheinische Landjugend (RLJ) in ihre Erntekrone gebunden, die als einzige den Bundestag schmücken darf. Doch auch ihr Dank für die Ernte, ein Stück ihrer Heimat und viel Hoffnung stecken in dem 22 Kilogramm schweren Kunstwerk, das sie gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. an den Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft übergeben hat.

„Besser lässt sich kaum zeigen, dass wir richtig machen, was wir anpacken“, so die beiden BDL-Bundesvorsitzenden Kathrin Muus und Sebastian Schaller im vollen Sitzungssaal. Denn eine gute Ernte sei so wenig selbstverständlich wie das Engagement der rund 100.000 ehrenamtlich Aktiven, die sie hinter sich wissen. Beides werde in der Gesellschaft gern vergessen: „Doch die ländlichen Räume und die heimische Landwirtschaft sind für eine lebenswerte Zukunft unverzichtbar. Daran soll die Erntekrone die Abgeordneten erinnern.“

An der Übergabe nahmen auch die beiden Süchtelner Sebastian Dückers und Sebastian Heck teil. Foto: privat

Kathrin Muus machte bei der Übergabe auch deutlich, dass es am Gestaltungswillen der Junglandwirte nicht mangele. Sehr wohl setzen sie sich mit Klima- und Umweltschutz auseinander, weil es auch um ihre Zukunft geht. „Doch ein Rezept, klimaverträglich so zu wirtschaften, dass Ackerbau und Tierhaltung mit den Auswirkungen der Erderwärmung klarkommen, dass die Weltbevölkerung ernährt wird und die Familien in der Landwirtschaft davon leben können, haben wir leider nicht. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt die BDL-Bundesvorsitzende und warnt vor Schnellschüssen: „Ohne Planungssicherheit wird es bald eng mit dem Nachwuchs in der Landwirtschaft.“

Ihre Amtskollegin aus dem Rheinland, die Landesvorsitzende Julia Weidtmann, sprach im Ausschuss nicht nur den Dank an, den die Erntekrone symbolisiert, sondern auch den „ungebremsten Flächenverbrauch, steigende Auflagen, zunehmende Bürokratie und niedrige Lebensmittelpreise. Sie schmälern Engagement und Motivation junger Landwirte. „Wir wollen, dass Entscheidungen mit uns beschlossen werden. Denn wir sind durchaus bereit, gelebte Tradition mit neuem Wissen zu einer für Mensch, Tier und Natur nachhaltigen Landwirtschaft zu kombinieren“, so die RLJ-Vorsitzende im Kreis der Parlamentarier.

Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses Alois Gerig bedankte sich für die prächtige Erntekrone, die von den Abgeordneten auch als Botschaft verstanden würde. „Wir alle wissen um die Bedeutung der Landwirtschaft für unser Land. Wir wissen, dass die Stimmung nach zwei witterungsbedingt schlechten Jahren nicht gut sein kann, wenn weniger über die Produktion der Mittel zum Leben gesprochen wird als über Insekten-, Tier- und Klimaschutz“, sagte er bei der Übergabe. Der Landjugend versprach der Ausschussvorsitzende, die Krone in Ehren zu halten und zu beherzigen, was besprochen worden sei.

Der feierlichen Übergabe der Erntekrone war ein spannender Austausch mit den Obleuten des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft vorangegangen. Die Landjugendlichen thematisierten dabei auch die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 mit einer stärkeren Förderung der Generationswechsel und die Düngeverordnung. Angesichts der steigenden Anforderungen in der grünen Branche diskutierten sie intensiv über die Verbesserung der agrarischen Ausbildung, zu der aus Landjugendsicht auch eine bundesweit inhaltliche Vergleichbarkeit und Umsetzung der Lehrpläne sowie eine verbesserte überregionale Koordinierung im gesamten landwirtschaftlichen Bildungsbereich gehören.