Landschaftsplan wird aktualisiert

Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität hat die 3. Änderung des Landschaftsplans der Stadt Mönchengladbach beschlossen. Neben neuen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten werden damit auch die Grundzüge der Landschaftsplanung an aktuelle Entwicklungen angepasst und Planungslücken geschlossen.

Das Naturschutzgebiet Bistheide liegt im Mönchengladbacher Stadtteil Venn – Von Kevinhayes1960/Wikipedia

Mönchengladbach – Nach Beschluss im Umweltausschuss und nach der Veröffentlichung des genauen Zeitraums ist die Bürgerschaft aufgerufen, Ideen und Anregungen zum Planwerk – voraussichtlich von Juli bis August – einzureichen. Der Entwurf des Landschaftsplans kann dann auf der Homepage der Stadt unter www.moenchengladbach.de Suchbegriff „Landschaftsplan“ sowie nach vorheriger Anmeldung im Rathaus Rheydt eingesehen werden. Ein Landschaftsplan orientiert sich an den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege und stellt einen Handlungsrahmen für den Außenbereich der Stadt Mönchengladbach dar.

Aktuell gibt es in der Stadt 16 Naturschutzgebiete. Der neue Landschaftsplan erhöht die Anzahl um die vier weiteren Gebiete Donk, Im Eschert, zwischen Mühlen- und Knippertzbach (ehem. Militärhospital) und Buchholzer Wald. Damit steigt der Flächenzuwachs von 620 auf insgesamt 970 Hektar.

Bei den Landschaftsschutzgebieten steigt die Anzahl von 18 auf 23. Statt 4.100 Hektar wird zukünftig eine Fläche von rund 4.300 Hektar geschützt. In Naturschutzgebieten ist ein besonderer Schutz der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten gegeben, der

Vorrang gegenüber menschlichen Nutzungsansprüchen hat. Im Gegensatz dazu sind Landschaftsschutzgebiete großflächiger und in der Nutzung nicht so eingeschränkt. Hier ist der Schutz der Landschaft und ihrer charakteristischen Bestandteile das Hauptziel.

Dr. Gregor Bonin

Die Umsetzung des Landschaftsplans soll nicht auf Zwang, sondern auf Freiwilligkeit basieren. Während Häuslebauer in den Siedlungsgebieten mit dem Landschaftsplan im Regelfall keine Berührungspunkte haben, sind die Landwirtschaft und Grundstückseigentümer in Außenbereichen unmittelbar betroffen. Hier sucht die Stadt den Dialog. „Wir wollen Vereinbarungen treffen, wie die Landwirtschaft im Interesse aller ganz im Sinne des Natur- und Artenschutzes Lebensräume erhalten oder gegebenenfalls schaffen kann“, so Stadtdirektor und Umweltdezernent Dr. Gregor Bonin.

Blühwiesen und Blühpatenschaften sind gute Beispiele dieses Planungsansatzes. „Wir stehen im engen Austausch mit den Naturschutzverbänden und der Landwirtschaft. Die Bereitschaft ist groß sich zu beteiligen und etwas für den Natur- und Artenschutz zu tun“, betont Umwelt-Fachbereichsleiterin Barbara Weinthal. Bereits im Rahmen des Projektes „Blühende Stadt“ konnten Blühpatenschaften mit Landwirten erfolgreich initiiert werden.

Mönchengladbach hat seit 25 Jahren einen Landschaftsplan. Nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz hat die untere Naturschutzbehörde einen dezidierten Überblick, wie bedrohte Arten besonders geschützt werden müssen und wo Rückzugsräumen für bedrohte Tierarten zwingend erforderlich sind. Weitere Änderungen im Landschaftsplan sehen eine stärkere Vernetzung zwischen den Grünstrukturen der Innen- und Außenbereiche vor.

Verbindungen zwischen Grünzonen in Siedlungsräumen mit den Maßnahmenräumen in der freien Landschaft werden im Interesse der Wohnqualität und der Naherholung gestärkt. „Lebensräume sowie die Biodiversität in der Landschaft werden gleichermaßen gefördert. Wenn es um Klimaschutz und um Luftqualität im innerstädtischen Bereich geht, spielen diese Grünverbindungen eine immer größere Rolle. Auch dieser Entwicklung wollen wir im neuen Landschaftsplan Rechnung tragen“, so Bonin weiter.