Landwirte aus dem Kreis Viersen demonstrierten mit Traktoren in Bonn

Nicht nur Landwirte aus dem Kreis Viersen, sondern aus ganz Deutschland haben heute vor dem Bundesumweltministerium in Bonn gegen die aktuelle Agrarpolitik und den von Ministerin Svenja Schulze (SPD) vorgelegten Bericht zur Lage der Natur demonstriert.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kreis Viersen – Bereits am frühen Morgen startete die Verbundfahrt der Landwirte, begleitet von der Polizei. Stetig mehrten sich dabei die Teilnehmer bis mehrere Hundert Fahrzeuge ein eindrucksvolles Bild ergaben, mit dem die Landwirte auf den aktuellen Bericht zur Lage der Natur aufmerksam machen wollten, den die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am vergangenen Dienstag vorgestellt hat. In diesem wird nicht der Artenschwund in Agrarlandschaften durch die Folgen intensiver Landwirtschaft aufgegriffen, die Entwicklung landwirtschaftlich genutzter Lebensräume spiegele sich auch in der Roten Liste gefährdeten Gefäßpflanzenarten wider. Aktuell seien demnach 1.030 Arten (28,2 %) aller Lebensräume bestandsgefährdet. Bei fast der Hälfte der gefährdeten Arten wurden Standortveränderungen durch Nährstoffeinträge als die wesentliche Ursache ermittelt – hauptverantwortlich in diesem Zusammenhang sei, nach dem Bericht zur Lage der Natur, die Landwirtschaft.

Den „Schwarzen Peter“ wollen die Landwirte nicht auf sich sitzen lassen, denn bereits 1,3 Millionen Hektar an landwirtschaftlicher Fläche seien in den letzten 25 Jahren fast vollständig zu Straßen und Siedlungsflächen umgewandelt worden. Der Verband „Land schafft Verbindung“ fordert den Rücktritt der Ministerin sowie des Staatssekretärs Jochen Flasbarth.

Foto: hfossmark/Pixabay

Die Traktoren reihten sich dicht an dicht um zudem auf das massive Höfe-Sterben aufmerksam machen, welches mit dem Anfang September 2019 durch das Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium verabschiedete Agrarpaket angestoßen wurde.
Die Demonstrationen sollen auf die Folgen des verabschiedeten Agrarpakets und die sowieso schon schlechte Lage der Landwirtschaft hinweisen, denn seit der Entscheidung geht in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert, in Einzelfällen sogar nahezu unmöglich gemacht wird.

Die Maßnahmen greifen massiv in die Eigentumswerte der Landwirte ein, einzelne Flächen würden wertlos und könnten nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Die Folge: Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt wurde. Das dies nicht im Sinne des Verbrauchers sein kann, da sind sich die Landwirte einig, hatten zuvor bereits grüne Kreuze als mahnende Zeichen aufgestellt, denn durch die Einschränkungen der aktuellen Agrar- und Umweltpolitik sehen viele Landwirte ihre Lebensgrundlage bedroht. (nb)