Lebenslange Freiheitsstrafe im Fall Luca aus Dülken

Im Fall um den fünfjährigen Luca aus Dülken hat das Gericht heute sein Urteil bekannt gegeben. Martin S. (27) wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe wegen Todschlags, Körperverletzung und schwerer Körperverletzung verurteilt.

Viersen/Mönchengladbach –  Im Oktober 2016 soll er als damaliger Lebensgefährte der Mitangeklagten den Jungen misshandelt haben, in dieser Folge verstarb das Kind. Sein Verteidiger, Hendrik Rente, kündigte bereits an in Revision gehen zu wollen, er hatte im Prozess einen Freispruch gefordert, da die Schuld des Lebensgefährten der Mutter nicht eindeutig nachzuweisen war.
Die weitere Angeklagte, Lucas Mutter Amanda Z. (24) wurde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Beide Strafen wurden nicht zur Bewährung ausgesetzt. Auch hier sprach der Anwalt der Mutter, Felix Menke, Überlegungen an in Revision gehen zu wollen und zeigte sich unzufrieden mit dem Strafmaß. Er hatte am vorletzten Verhandlungstag den Antrag auf eine Strafe mit Bewährung gestellt. Während Martin S. weiterhin in Haft verblieb, verließ Amanda Z. das Landgericht.

Beide Angeklagten hatten angegeben, den Fünfjährigen im Oktober letzten Jahres ohne Lebenszeichen in seinem Bett vorgefunden zu haben, die Versuche der Wiederbelebung der Rettungskräfte und im Krankenhaus blieben erfolglos. An den Verhandlungstagen stellte sich den Anwesenden ein grausames Bild dar, welches auf Misshandlungen über einen größeren Zeitraum hinwies.
Der Vorsitzende Richter der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Mönchengladbach, Lothar Beckers,  gab in seiner Begründung zum Urteil an, dass der Junge am Ende erwürgt wurde. Bis heute hätte jedoch niemand vollständig ermitteln können, was genau in der Tatnacht passiert war. Die Ergebnisse der Rechtsmedizin wären eindeutig und wiesen klar auf die beiden Angeklagten als Täter hin.

Ein Motiv hätte sich in den Verhandlungstagen bei dem Angeklagten Martin S. heraus kristallisiert.  Verärgerung und Wut hätten ihn angetrieben zu der von dem Gutachter dargestellten sadistischen Tat. Alle Indizien sprächen für den damaligen Lebensgefährten, wobei auch die Mutter des getöteten Kindes, Amanda Z., nicht schuldfrei wäre. Der Richter sprach von einer schlechten Mutter, die in allen Belangen versagt hätte. Ihre Interessen stellte sie über die des Fünfjährigen, handelte selbstsüchtig und ließ ihn in seinem Schmerz alleine. In der Beziehung hätte sie ihren Lebensgefährten gegen den Kindesvater ausgespielt, einen klaren Vorsatz den Jungen zu töten konnte ihr jedoch nicht nachgewiesen werden.

Keine Zweifel hatte das Gericht an den Misshandlungen zu Beginn letzten Jahres, bei denen u. a. der Rücken des Jungen verbrannt wurde. Eine Verurteilung wegen Mordes kam für das Gericht nicht in Frage, weil ein klares Mordmerkmal nicht erkennbar war. Er war nicht sicher, ob eine klare Tötungsabsicht vorgelegen habe, da die Tat allerdings in ihrem Unrechts- und Schuldgehalt mit einem Mord aufzuwiegen wäre, wurde der Angeklagte Martin S. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. (dt/Rheinischer Spiegel)