Leserbrief: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber

„Das ist nicht mehr die SPD des kleinen Mannes. Es ist nicht mehr meine SPD auf die ich stolz war. – Heute schlage ich die Tageszeitung auf und lese „FDP-Kritik: Sozialdemokraten verteidigen Stadtverwaltung“. Natürlich verteidigt die SPD IHRE Bürgermeisterin. Doch ich als Bürger habe Sorge um fehlende Pensionsrückstellungen, ich als Bürger habe Sorge um falsche Zahlen. Das kann sich kein Geschäftsmann leisten was die Viersener Stadtverwaltung sich leistet.“

Leserbrief – Geboren und aufgewachsen bin ich in Willich. Mit der SPD bin ich groß geworden. Sie war immer da, bei Gesprächen am Tisch oder wenn ich mit meiner Mutter Wurfzettel verteilt habe. Ich WAR stolz darauf SPD zu wählen. 1976 habe ich Willy Brandt in Brüggen gesehen und 1984 Johannes Rau in Schiefbahn. Vor 20 Jahren zog ich mit meiner Frau nach Viersen und wählte weiter die SPD. Ich wählte weiter den SPD Bürgermeister/die SPD Bürgermeisterin. Ich bin gelaufen damit Thönne Hammes ablösen konnte.
Ich bin jetzt 71 Jahre alt. Ich wähle sie nicht mehr. Das ist nicht mehr die SPD des kleinen Mannes. Es ist nicht mehr meine SPD auf die ich stolz war. Das ist nicht in Berlin so, das ist nicht in Viersen so. In Berlin diskutiert die Spitze über einen Kanzlerkandidaten bei Umfragewerten von 15 Prozent! In Viersen treibt die SPD für mich immer weiter nach links ab. Die Bürgermeisterin lässt sich in teuren Kleidchen zu gerne mit der High Society ablichten. Den Kontakt zu der Basis erkenne ich bei „meinen“ Genossen nicht mehr.

Heute schlage ich die Tageszeitung auf und lese „FDP-Kritik: Sozialdemokraten verteidigen Stadtverwaltung“. Natürlich verteidigt die SPD IHRE Bürgermeisterin. Doch ich als Bürger habe Sorge um fehlende Pensionsrückstellungen, ich als Bürger habe Sorge um falsche Zahlen. Das kann sich kein Geschäftsmann leisten was die Viersener Stadtverwaltung sich leistet. Wo sind die Sorgen der Bürger bei dem Kampf im Rat der Stadt Viersen. Das ist nicht mehr „meine“ SPD und ich bin nicht mehr stolz darauf sie zu wählen. Denn nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.

Horst S., Viersen-Süchteln

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Foto: Rheinischer Spiegel

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