LG 1947 Viersen meistert die Coronakrise

Auch die LG 1947 Viersen trafen die Corona-Einschränkungen in voller Härte. Von jetzt auf gleich musste im Frühjahr der Trainingsbetrieb eingestellt werden. Für die Kinder und Jugendlichen sollte eigentlich die Trainingssaison im neu ausgebauten Stadion am Hohen Busch beginnen. Stattdessen wurden Training und Wettkämpfe auf zunächst nicht absehbare Zeit untersagt.

Viersen – Weil der Verein aber die Nachteile einer langen Pause für die sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen insbesondere in den technischen Disziplinen schnell erkannte, arbeiteten Vorstand und Trainerteam mit Hochdruck an alternativen Maßnahmen. So erstellten sie zeitnah den Altersgruppen entsprechende Trainingspläne, die die Kinder Zuhause absolvieren konnten, um sich fit zu halten. Der Fokus lag dabei auf Mobilität, Kraft und Ausdauer. „Natürlich konnten wir hier nur eingeschränkt vermitteln. Die technischen Disziplinen können ohne Anlage nun mal nicht trainiert werden“, sagt Jugendtrainer Philipp Gockel. „Wir haben aber regelmäßig Feedback von den Eltern bekommen, dass die Workouts absolviert wurden. Trotz Klagen über Muskelkater waren die Eltern froh, dass die Kids beschäftigt und ausgelastet waren.“

Foto: LGV

Als erster Breitensportverein in der Region hat die LGV das Training unter den vorgegebenen Maßnahmen der Coronaschutzverordnung Anfang Mai wieder aufgenommen. „Das große Glück der LGV ist, dass wir in den Trainingsgruppen teilweise bis zu fünf Trainer plus Gruppenhelfer haben. Insofern war es kein Problem, die Kinder und Jugendlichen in den vorgeschriebenen Größenordnungen aufzuteilen, Abstände einzuhalten und die genutzten Geräte nach Gebrauch stets zu desinfizieren“, erklärt Geschäftsführer Tobias Gockel. Per Whatsapp-Gruppe mussten sich die Kinder wöchentlich vorher zum Training anmelden, um die Anzahl im Training einzuplanen. Alle Trainer haben sich sofort bereit erklärt, öfter als sonst bereit zu stehen. In Absprache mit der Stadt konnte der Trainingsbetrieb auch während der Sommerferien aufrechterhalten werden. Für die Volleyballer und das Mutter-Kind-Turnen ging das Training aufgrund der Hallensperrungen und der Abstandsregeln erst später los. Aber auch die Volleyballer haben ein ganzes Portfolio an Übungen inklusive Visualisierungen zugeschickt bekommen, um in der Lockdown-Zeit am Ball zu bleiben. Mit der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen wurde das Training mittels Outdoor-Anlage sogar ins Freie verlegt.

Ende August veranstaltete die LGV die alljährliche Stadtmeisterschaft im Stadion am Hohen Busch unter strengen Hygieneauflagen. Die Kinder hatten sich im Vorfeld anzumelden. Begleitpersonen wurden registriert und durften sich nur auf der Tribüne aufhalten. Auf eine Cafeteria und klassische Siegerehrung musste leider verzichtet werden. Mit knapp 30 gemeldeten Kindern am Vormittag und 50 Kindern und Jugendlichen am Nachmittag konnte ein erfolgreicher Wettkampf verbucht werden. „Natürlich fehlte ein bisschen die Atmosphäre und Stimmung, dafür lief der Wettkampf entspannt und reibungslos und die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß“, sagt Trainerin und Kassiererin Simone Stockmar.

Das alljährliche Paul-Funk-Sportfest wurde unter den gleichen Bedingungen Mitte September abgehalten. In den Einzelwettkämpfen kam es zu vielen neuen Bestleistungen und Qualifikationen. Insgesamt nahmen 186 Kinder und Jugendliche teil, die sich in den Einzelwettkämpfen zu 409 Starts gemeldet hatten. Dass die Gastvereine teilweise aus Moers und dem Rhein-Sieg-Kreis die lange Anfahrt in Kauf nahmen, ist auch ein Zeichen dafür, dass alle froh sind, wenn wieder Sportfeste stattfinden. Hierfür gab es seitens der Gäste auch großes Lob an die LGV. (Philipp Gockel)

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